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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 14 (1895) · p. Seite 214

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
14 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 214 (sequence 6)
Language
German
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214 heftig bewegt und wohl von den:, was ihnen bevorstand, ergriffen, ließ es dennoch kamn zu einem Ausbruch seiner Gefühle konnnen, während Lindenberg in heftigen Geberden und Aeußerungen sich erging und seine Erregung in Worten Cuft inachte. „Die Tage beginnt in der That, fatal zu werden" — sprach er in diesem Augenblick — „wir werden unser Leben daran setzen müssen." „Wir wollen noch nicht das Schlimmste erwarten" sagte Aodenhein. „Jetzt ein Ruck, eine Bewegung des Schiffes — das Schiff geht los" rief Lindenberg ausatmend. — „Aber sicherlich sch wewerletzt und dein sinken nahe. —" „Und das sagen Sie in solcher Auhe, Aodenhein?" — „Was ist dagegen zu thun? — hoffen wir, daß Gott uns durch irgend eine Weise von: Untergange retten wird." „Gott — wieder die alte Geschichte — Sie sehen ja, was er thut?" In diesen: Augenblick stürzte der Kapitän herein — „alle Wann über Bord!" ries er den ihn Umzingelnden zu. „Das Letzte, was Sie thun können, ist, die Schwimmgürtel an sich zu bringen. Luchen Sie sich auf diese Weise zu retten, denn die Böte würden, wenn ich sie auch ins Wasser ließe, im nächsten Augenblick kentern oder von: Sturm zertrümmert werden."— Ein Ulatrose brachte eine große Anzahl dieser Schwimmgürtel herbei. Diese bestanden aus Kork mit dicker, guttapercha-durchtränkter Leinwand bedeckt und mit festen, dünnen Stricken zum Anhalten mnzogen. Ein solcher King vermag indes nur ein wenig länger über Wasser zu halten, aber was wollte das sagen gegen die wütend schlagenden Wassermassen und um die Klippen wildschäwnende Brandung! „Das Schiff sinkt!" — hörte man's von oben nochmals tönen, und nun war keines Bleibens inehr; alles stürzte hinaus. Aodenhein und Lindenberg beschlossen, möglichst bei einander zu bleibe::, und wenn es nicht anders fein sollte, mit einander zu sterben. Sie standen in diesem Augenblicke oben aus den: Berdecke, sestgeklammert an ein Stück des Geländers, das Sturin und Wellen bis jetzt noch nicht fortzureißen vermochten. Es Mochte ungefähr Uhr nachmittags sein. Der Himmel hatte sich etwas ausgehellt, während der Sturm noch sortwütete. Ungefähr lo Fuß von: Lchiffe ragte ein Fels aus den: Weere hervor, auf den: sich bereits einige Schiffbrüchige befanden. — „Dorthin wollen auch wir", sagte Lindenberg aus den Fels zeigend; „sämnen wir nicht länger." Beide nahn:en die Schwimmgürtel an sich und stürzten sich ii: das schäumende Weer. Allein, trotzdem sie beide des Schwinnnens kundig waren, und trotzden: sie den Aettungsapparat besaßen, würden sie sicherlich ihr Grab in den: Weere gesunden haben, wenn nicht zufällig Aodenhein von einer mächtigen Welle nach jenen: Felsen geworfen worden wäre. Er fühlte festen Boden unter seinen Füße::. Nicht so Lindenberg. Immer von neuen: von der Brandung zurückgeworfen, hatte er noch einen schweren Kamps um das Leben zu bestehen. Aodenhein hatte sich etwas erholt, er fühlte feine Kräfte in: Zunehmen begriffen. Dieses erkennend und dort den Freund in: schwachen Aingen gegen den Untergang wahrnehmend, sprang er wieder in die Flut. Die Borsehung unterstützte den Heldenmut des Jünglings. Er kan: an Lindenberg heran, als dieser, bis zun: Tode erschöpft, den weiteren Kamps mit den Elementen beinahe ausgegeben hatte. Wit aller Kraft erfaßte Lindenberg den Arn: des Freundes, und die Brandung war mitleidig genug, in heftigen: Auffchäun:en die Beiden den: Felsen zuzutreiben. Da lagen sie beide halb ohnmäckttia auf den: -+«****&

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