Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 14 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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211 Der Talisman oder Zwei Grabschriste: Erzählung von N. Zcherbel. III. Uapitel. Vltcfö. (Zlcidjbnuf verboten.) Rodenhein und Lindenberg befanden sich bereits auf offener See und zwar in den Gewässer): des Atlantischen Ozeans. Der stattliche Dampfer barg in sich an Passagieren und Schiffsmannschaft über 500 Personen, die sich aus de): vechchiedensten Ulaffen der Gesellschaft zusammensetzten. Rodenhein u::d Lindenberg kannte:: sich zwar schon seit la::ger Zeit, aber diese Beziehungen standen in keine::: Vergleiche zu den: Verhältnisse, in welches sie jetzt zu einander getreten. Dieses Verhältnis hatte sich nachgerade zu einen: wu-klich freundschaftlichen gebildet; — beide wußten, daß sie jetzt in Freuden und Leiden einander angehörten. Die ersten Wochen der Seereise nahn:en mit ihren abwechselnden Schauspielen, die sie darboten, die ganze Ausmeicksamkeit der beiden jungen Ukänner in Anspruch, so daß sie nur selten dazu konnnen konnten, sich über die eigenen Angelegenheiten zu unterhalten. Später indes kan: es schon vor, daß sie Vergangenheit und Zukunft, insoweit dieselben sie betrasen, zun: Gegenstände ihres Gespräches ::ah:::en. So beschäftigt finden wir sie auch an einen: wunderschönen Abend aus den: Verdecke des Schiffes sitzen. So weit das Auge reichte, sah man nur das Uleer :::it seinen sanstgekräuselten Wellen, und über demselben den herrlichsten, klarsten Himmel mit seinen blinkenden, funkelnden und strahlenden Sternen ohne Zahl. Zn der Witte derselben der Blond :::it seine::: sanften, milden Lichte, das sich in den: klaren Wasserspiegel ''badete. Alles zusanunen ein erhebendes und bezauberndes Bild göttlicher Schöpfungskunst, die von den: schwachen Wenschen nur angestaunt und be- - wundert, niemals aber begriffen werden kann. Darüber sprachen Rodenhein und Lindenberg mit einander. Letzterer meinte, daß das, was von den: Ulenfchen nicht begriffen wird, von ihn: auch nicht angebetet werden könne. „Das ist nicht erwiesen", erwiderte Rodenbein hieraus, „das bewegte Innere des Ulenschen bei solch erhabenen Naturbildern, wie wir eins hier vor uns haben, ist schon Anbetung. Sie werden zugeben, daß auch Sie nicht gleichgiltig dagegen sind. Aber aus dieser ersten Empsindung für das göttlich Erhabene ergiebt sich hernach auch das Bedürfnis, derselben Ausdruck zu geben, und es nüißte eine schlechte Gottesverehrung sein, die es lediglich mit den: Verstände und nicht mit den: Ge:nüte zu thun haben will." „Und Sie glauben, Rodenhein, daß der Schöpfer des Weltalls, dieser Ulyriaden Weltkörper, sich :::;: das Einzelwesen des Wenschen künnnert, sich mit seinen: Schicksal beschäftig?" „Gewiß, das glaube ich. Wenn das Würmchen in: Staube Anspruch aus die Fürsorge Gottes ./at, >o besitzt sie der Wensch sicherlich auch, ja er hat noch einen größeren Anspruch darauf, er steht den: göttlichen Schöpferin