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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 13 (1895) · p. Seite 205

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
13 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 205 (sequence 13)
Language
German
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205 Tathedrale sind Mo MTofciifoit, von denen violo schon aus dem zehnten Jahrhundert stammen. Die Kirche hat ihren Nanien nact> den: Schutzheiligen Venedigs, den: heiligen San Marco, der hier begraben ist. Den Bau schmücken außen und innen fünfhundert orientalische Säulen. lieber den: l)auptportal sieht inan die (,6m. hohen Bosse aus vergoldeten: Trze, die aus der Aeit Kaiser Neros Herrührei: sollen. Buchst der Bcarkuskirche sahei: wir uns die wunderschönen Kirchen Giovanni e Paolo und Dei Frare an. Die erstere ist besoilders dadurch interessant, weil hier fast sämmtliche Dogen Venedigs begrabe:: sti:d. Nächst der Bmrkuskirche ist wohl das Sehenswerteste von Venedig der Dogenpalast. Jim ii: seiner ganzen äoröße und Herrlichkeit zu schilderi:, vennag ich nicht. Besonders der Sitz:n:gssaal n:it seine:: wunderbaren Geinälden von Kintoretto, Palma Oiovane, Paolo Veronese ui:d noch viele:: andern großen Kleistern Italiens wird mir unvergeßlich bleibe::. l)ier befinden sich auch die Bildnisse aller Dogen Venedigs, nur das Bild des Dogen Marino Falieri ist :::it eine::: schwarzen Tuche übermalt. Das Volk nah::: an, daß er sein Vaterland verraten hätte, und dar::::: wurde er aus den Reihen der Dogen ausgestoßen und hingerichtet. (Fortsetzung folgt.) Berlin, den 7. Juli i8<g. Lieber .Arthur! Meine letzten Ausführungen haben Dir alfo gefallen und zur Erhaltung des erhabenen Bewufstfeins beigetragen, dafs unfere Vorfahren die erfien waren, die die Einheit Gottes erkannten und lehrten! Du wunderß Dich, dafs unfer Lehrer Mofes nicht durch Sagen und Legenden verherrlicht ß. Nunfage: iß cs nötig oder möglich, dafs der bescheidenfte aller JMenfchen durch «des Dichters Mund» an Gröfse gewinne? Indes exißieren auch schöne Sagen über Mofes, die in dem «Sefer hajafchar» niedergelegt find Eine de rfeiben will ich Dir heute erzählen. Auf seiner Flucht vor Pharao kam Moses auch nach Aetliiopien. Um diese Zeit war zwischen dem König dieses Landes und den morgenländischen Volksstämmen eine Fehde ausgebrochen, lvikonos, der König der Aethiopier, war mit einem grossen Heere gegen den Feind ausgezogen und hatte dem Bileam und dessen beiden Söhnen die Bewachung der Residenz überlassen. "Während der Abwesenheit des Königs war es dem Bileam gelungen, das Volk aufzuwiegeln und die Herrschaft an sich zu reissen. Die Hauptstadt Seba (später Meroe) befestigte er auf drei Seiten durch Gräben, Mauern und Wälle. Auf der vierten Seite liess Bileam durch täuschendes Zauberwerk eine Menge giftiger Schlangen ansammeln. Auf diese Weise war die Residenz unzugänglich gemacht. Als nun Kikonos nach siegreichem Kampfe zurückkehrte, staunte er nicht wenig über die neu aufgeführten Mauern und Wälle. Wie gross war jedoch sein Schreken, als ’hm der Einzug in die Residenz trotzig verweigert wurde. Er wollte mit Gewalt eindringeu, aber es gelang nicht; denn auf welcher Seite er immer den Angriff wagte, über, all musste er mit Verlust vieler Krieger sich zurückziehen. I>a kam Moses nach Aetliiopien. Seine hohe, edle Gestalt, seine majestätische Haltung und die löwenartige Kraft erregten die Bewunderung des Königs und

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