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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 13 (1895) · p. Seite 204

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
13 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 204 (sequence 12)
Language
German
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204 lands, den Dorn auf. Trotzdem ich "von diesem schon sehr viel gehört hatte, übertras er doch meine Vorstellungen über alles Erwarten, vollständig aus weißem BLuinor gebaut, so steht er da, ein herrliches Bauwerk, von den Italienern das achte Wunder der Welt genannt. Ungefähr 400 Türme und Türmchen und 2000 Figuren find an der Außenfaoade angebracht. Und innen, diese wunderbaren Bogen, Säulengänge und Altarbilder. Blich interessierten besonders die riesigen, bemalten Glassenster, die die größten der Welt sind, und aus denen das alte und neue Testament dargestellt sind. Der Dom ist eine der größen Kirchen der Welt, er kann 40000 Blenschen fassen. Sein Bau wurde l586 begonnen und es dauerte Jahrhunderte, bis er vollendet war. Wir ließen uns auch den Kirchenschatz zeigen, der in kostbaren Bkeßgewändern mit echten Perlen bestickt und silbernen Weihrauchgesäßen besteht. Tin fllbernesGefäß, mit Edelsteinen besetzt und von Lenvennto Cellini gearbeitet, fesselte unser Interesse ganz besonders. Bei einer Fahrt durch die Stadt konnte ich auch die schönem Denkmäler bewundern, von denen mir besonders die Statuen von Leonardo da Vinci und Cavour in Erinnerung bleiben werden. Das Standbild des Leonardo da Vinci erhebt sich vor dem weltberühmten Scala - Theater. Das Blonument von Cavour, des bedeutendsten italienischen Staatsmannes, ist einfach, aber sehr sinnreich gehalten. Am Sockel des Denkmals kniet eine weibliche Figur, die Geschichte darstellend, die den Uamen Cavour mit einem Griffel in den Blannor einschreibt. Nächst dem Dome wird wohl von den Fremden am meisten die Gallerte Vittorio Emanuele bewundert. Sie hat die Form eines lateinischen Kreuzes und soll die schönste Kaufhalle von ganz Europa sein. Unsere Passage ist ihr nachgebildet, ohne sie aber im mindesten zu ' erreichen. Ehe wir BLüland verließen, besuchten wir noch den Campo Santo, den herrlichen Kirchhof dieser Stadt. Ulan kann hier so recht die Prachtliebe und den Kunstsinn der Italiener erkennen. Tin Grabdenkmal ist immer schöner als das andere. Auf vielen erheben sich lebensgroße Figuren aus Blarmor von großer Schönheit, und jedes einzelne Denkmal kann als Kunstwerk gelten. Unser nächstes Reiseziel war Venedig. Ganz überrascht war ich von dem Anblicke, welcher sich unfern Augen darbot, als wir aus dem Bahnhose heraustraten. Anstatt der Droschken sind die Gondeln bereit, die Ankommenden auszunehmen, und schon die Fahrt nach dem Hotel war ganz eigenartig. Die ' Häuser stehen mit ihren Grundpsählen im Wasser, obwohl viele von ihnen / zerfallen und unbewohnt, kann man sich doch inimer noch einen Begriff von ' der früheren Herrlichkeit und Größe Venedigs machen. Wir suchten zuerst den Bmrkusplatz auf, welcher den Mittelpunkt Venedigs bildet. Hunderte von Tauben flattern dort herum, die als die Stadt beschützend für heilig gehalten werden und darum von den Einheimischen wie auch von den Fremden gepflegt werden. Gerade am ersten Osterseiertage besuchten wir die prachtvolle Blarkus- " -kirche. Ihr Inneres erstrahlte von hellem ^5ichterglanz und machte dadurch einen besonders festlichen Eindruck. Das Kostbarste aber an dieser wunderbaren

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