Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 13 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9620171-9621231-9621447--0234-9621457- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
202 Wieder sitzt ein Bonaparte Ränkevoll auf Frankreichs Thron, vnö Zum Kampfe Zwingt uns heute wieder ein Napoleon. Blicke segnend, Mutlerauge, Vater, sieh! Dein Lohn ist hier, And auch Du, verklärter Bruder, Heute ist dein KerZ bei mir!"— Leise weht es durch die Kalle, König Wilhelm hebt die Kand, All die goldnen Sprüche funkeln Liegverheißend von der wand. Zn Lharlottenbrg im Garten Ans dem dnstern Fichtenhain Tritt der König, hoch und mächtig, Um sein Antlitz Sonnenschein. Anton von Werners Meisterhand hat diesen Moment „König Wilhelm am Grabe seiner Eltern" illustriert; das herrliche Bild Zählt Zu meinen Lieblingsbildern im Museum der bildenden Künste Zu Breslau; ich stehe gewöhnlich in Andacht versunken lange vor dem Bilde. Die Erinnerung an die schöne, edle, fromme, unglückliche Königin Luise schwebte der begeisterten Käknpferschaar in den Befreiungskriegen leuchtend voran und nicht minder in dem Kriege von I $70/71. Die Königin Luise ist der Schutzgeist ihres Kaufes und ihres Volkes geblieben, und von dem StrahlenkranZe der vnsterblichkeit umflossen, wird sie es bleiben für alle Zeiten. Nun ruht ihr großer Sohn, Kaiser wilhem der Siegreiche nnd seine hohe Gemahlin ihm Zur Seite, auch im Mausoleum von Gharlottenburg nach langer schmerzensreicher Pilgerfahrt, nach einem Leben reich an Glück und jrende, GlanZ und Ehre, aber auch reich an SchmerZ und Trauer. Mit der Erinnerung an Kaiser Weißbart, den Wiederaufrichter des deutschen Reiches, wird die Erinnerung an seine edle, allZufrüh Heimgegangene Mutter, die erhabene Dulderin, die Königin Luise, stets verknüpft sein. Regina Keißer. „Wie ich die Osterferien verlebt habe." I. H'reisarbeit. Richard Meyer-Berlin, Agl. wilhelms-Gymnastuis:. Als ich am Schluffe der Ferien von einer herrliche,: Reise zurückkehrte, fand ich mein Lieblingsblatt, den israelitische,: Jugendfreund, vor. Zu meiner Freude ersah ich aus der achten Nummer desselben, daß die letzte Preisausgabe darin besteht, den verlaus unserer Osterferien zu schildern. Ti, dachte ich, daran möchte auch ich mich beteiligen, denn solche Ferien, wie ich sie in diesen: Jahre verlebte, sind wohl wert, beschrieben zu werden. Dar::,,: will ich nmtig ans Werk gehen in der Hoffnung, daß ,nei,:e Erlebnisse auch ineine lieben Rutleser interessieren dürften.