Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 13 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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198 II. ‘Kapitel. Die JUh*ctfe. Aehn Jahre sind dahin gegangen. D)ir befinden uns in der großen und schönen Stadt Hamburg, in den: vornehmen Hause des reichbegüterten Aigarrenfabrikanten Lindenberg. In seinen: Lomtor, in welchen: sonst eine große Anzahl junger Leute beschäftigt sind, befindet sich in diesen: Augenblicke nur der Ehes, den: gegenüber ein junger hübsch gewachsener Alaun in: ungefähren Alter von 26 bis 27 Jahren Hlatz genommen hatte. N)ir hätten in ihn: kaun: den älteren der beiden IDaisenknaben von: Friedhöfe wieder erkannt, so trefflich hat er sich körperlich entwickelt, und so angenehn: ist er in seiner Erscheinung. Simon Rodenhein hatte in einen: kleinen Städtchen der Provinz Sachsen das Zigarrenmachen gelernt später in andern Städte:: gearbeitet und war endlich nach Hamburg und in die Fabrik des Herrn Lindenberg gekonnnen, bei den: er vier Jahre in Thätigkeit stai:d. Jetzt aber hatte er beschlossen, den: IVunsche eines Onkels, der sich in Südasrika befand und mit der Diamantengräberei beschäftigte, nachgebend, auch nach dort auszuwandern, un: in den: sogenannten schwarzen Erdteile sein Glück zu versuchen. Der jüngere Bruder Simons, Sebnar, lernte und stand jetzt in (lliuun äo fonäs in der Schweiz in Beschäftigung. Gr wollte von einer Auswanderung nach Afrika nichts wissen. Simon Rodenhein hatte erst vor IDochen seinen Ehef nüt den: gefaßten Entschluß bekannt gemacht. Fabrikant Lindenberg hatte einen Sohn, der sich in: gleichen Alter mit Simon befand, und dieser Sohn, sonst schon für das Abenteuerliche sehr einpsänglich, hatte kaun: von der Vornahme Simons Kenntnis erhalten, als er den Entschluß faßte ihn aus der Reise nach Afrika zu begleiten. Da stieß er freilich zuerst aus den energischen IViderstand seines Vaters. Hugo Lindenberg sollte sich dem Baufach widn:en; allein es fehlte ihn: innner die rechte Neigung dazu. Er begann zu studieren, aber immer nüt einer solchen Lässigkeit und so geringer Liebe für die eingeschlagene Laufbahn, daß Jahre dahingingen, ohne taß er einen inerklichen Fortschritt in seinen: Studiun: n:achte. So fand ihn dein: der Auswanderungsplan Simons vor. In 6cm Augenblicke, wo ihn: der Gedanke kan:, ein Gleiches zu thun, hielt er ihn auch schon so fest, daß ihn nichts n:ehr davon abzubringen vermochte. Der alte Lindenberg mußte schließlich nachgeben; ja, er that solches mit Beruhigung, weil er sich überzeugt hatte, daß sein Sohn in der Gesellschaft von Snnon in guter Obhut sich befindet. Lindenberg hatte diesen, während er in seinen: Geschäfte thätig war, als einen braven, soliden und klugen Menschen kennen gelernt. Der etwas leichtfertige Sinn seines Sohnes machte ihn: eine solche Stütze nötig, und wenn er sonst auch niemals zugegeben hätte, daß der charakterschwache junge Mensch sich in das abenteuerliche Leben einer Weltreise stürzte, so that er es doch jetzt, wo es sich darun: handelte, Snnon Rodenhein zun: Reisegefährten zu haben. Er ist in: Begriffe, Rücksprache nüt diesen: darüber zu nehn:en. Der Fabrikant sprach jetzt: „Ick: kann nur, mein lieber Rodenhein, das wiederholen, was ich Ihnen schon bei anderen Gelegenheiten gesagt habe,