Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 12 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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189 stamm 6cr Spartaner &itrd) seine strenge kindererziehung bekannt. Oie spartanischen Alütter behielten ihre kleinen Sohne mir bis put siebente!: Mre mt6 erzogen sie durchaus nicht weichlich, sihr Bett z. B. bestand nur aus einein Säger von Schilfgras, bas die Knaben selbst herbeischaffen und zubereiten mußten. Sobald ein Knabe sieben siahre alt wurde, übernahnt der Staat seine Erziehung. 2Ttit andern Knaben wurde er einen: Erzieher übergeben 11116 mußte nun lernen, seinen Körper in jeder Meise abhärten, um später ein tüchtiger Staatsbürger Zu werden. Oie Knaben muhten turnen, baden, sie mußten lernen ^roft und Kitze, auch SchmerZen ertragen und bekamen weder leckere noch sehr reichliche Mahlzeiten. Das Oolksgericht, die schwarze, spartanische Suppe, war in: .Altertum berühmt, soll aber andern Leuten als den Spartanern nichtsonderlich gut geschmeckt haben. was den spartanischen Knaben besonders eingeprägt wurde, das war die Ehrfurcht vor den: Alter. Sie muhten jederzeit bescheiden antworten und durften in Gegenwart alter Leute nur sprechen, wenn sie gefragt wurden. Oie Griechen feierten zuweilen Volksfeste, bei denen alle Stämme znsammenkamen, itm den Spielen znznschanen. Bei einem solchen jeste ereignete es sich, daß ein alter Alaun zu spät kam. Er ging an vielen besetzten Reihen vorüber, fand aber nirgends einen Platz. Oa kan: er an eine Stelle, die den Spartanern angewiesen war. Sofort sprangen die spartanischen Jünglinge ans und machten den: alten Alaune Platz. Als die Athener das sahen, sprachen sie laut ihren Beifall ans; der alte Alaun aber sagte: „Oie Athener wissen was sich schickt, aber die Spartaner thun es." Oie Knaben machten etwas verlegene Gesichter als die Geschichte beendet war, dem: sie fühlten sich getroffen. Oer alte Kerr unterhielt sich noch länger mit ihnenj, namentlich mit Leopold, nach dessen Rainen und Eltern er sich erkundigte. So erfuhr er, daß der Vater des Leopold IDenter ein Kandwerker war, 6er eine zahlreiche Familie zu ernähren hatte. Die offenherzige und frenndliche Art des Knaben gefiel den: alten Perm so gut, daß er sich vornahn:, nähere Erkundigungen über die jamilie einznziehen. Oie Erkundigungen sielen zu Werners Gunsten aus, und schon nach wenigen Tagen machte der alte Kerr in ihren: Kaufe einen Besuch. Er trat in eine einfache, aber reinliche Stube, in der Aan Werner mit den kleineren Kindern beschäftigt war. Oer alte Pen» stellte sich als Professor Pelm vor und knüpfte mit Zran Werner eine Unterhaltung an. Oie freundliche Kau antwortete auf alle seine fragen offenherzig und erzählte, daß Leopold fleißig