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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 12 (1895) · p. Seite 188

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
12 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 188 (sequence 12)
Language
German
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„„"Wohl dir““, sagte der Fremde mit tiefer langsamer Stimme. „„Du suchest den „wahren Gott.““ Fentaur schaute dem bärtigen Mann prüfend ins Antlitz. Dann sagte er: „„Ich „erkenne dich jetzt; du bist Mesu. Ein Knabe war ich, als du das Setiliaus*) verliessest, „aber deine Züge prägten sich in meine Seele. Wie dich, so weihte Ameni**) auch mich „in die Lehre von dem Einen.““ „„Er kennt ihn nicht,““ entgegnete der Andere sinnend. Mit den letzten Worten bezeichnet der Dichter Ebers den gewaltigen Unterschied zwischen dem Standpunkte der Erkenntnis des ägyptischen Hohen Priesters, welche Erkenntnis dieser noch dazu ängstlich als Geheimnis hütete und nur den bevorzugtesten und bewährtesten seiner Schüler mitteilte, und dem der mosaischen öder vielmehr israelitischen, welche bei diesem Volke ein Gemeingut Aller war. Du brauchß alfo, liebet' junger Freund, nichts von Deinem Stolze auf das grofse Verdienst Deiner Väter aufzugeben. Sie allein hatten im Altertum die wahre Erkenntnis des Einig-Einzigen, und wenn Dir jemand wiederum einen ägyptifchen Prießer oder Dichter anführen will, der mit ihnen diefe Erkenntnis geteilt habe, fo antworte, was Ebers feinen » Mefu « Jagen läfst: „Er kennt ihn nicht!!“ Damit Gott befohlen! Per einem grauen Haupte sollst du aufstehen. von v. Simon-Posen. An einem schulfreien Rachmittag spielten mehrere Knaben in den Anlagen 6er Vorstadt. Vnrch Laufspiele ermüdet, setzten sie sich ans eine Ruhebank, die ein vorübergehender alter Aiann einnehmen Zn wollen schien. Als er dieselbe von den Knaben besetzt sah, wollte er langsam vorüber wandeln, vie Knaben achteten nicht daraus, nur einer von ihnen, mit Rainen Leopold, sprang ans und bot dem vorübergehenden seinen Platz an. Ver alte Herr nickte freundlich und setzte sich. Dann fragte er: „Ans welchem Grunde hast du mir eigentlich Platz gemacht?" Leopold erwiederte: stch habe in der Schule gelernt: „vor einem grauen Haupte sollst du anfstehen und die Alten ehren." Der alte Herr nickte beifällig, sah die Knaben der Reihe nach an und fragte: „Soll ich euch eine kleine Geschichte erzählen?" „Ach ja, bitte", erwieöerten die Knaben und rückten näher, ver alte Herr erzählte: „von dem Volk der Griechen, das in alten Zeiten berühmt und mächtig war, habt ihr gewiß sprechen hören. Vie Griechen teilten sich, in viele Stämme, darunter war der *) Vornehmster Tempel der Aegypter. **) Der oberste Priester des Setihauses.

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