Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 11 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Geld herumschmeißen, als wenn's Hagebutten wären — könnten Sic, Txcellenz da nit großen Verdruß haben? Wissen Sie was, Txcellenz, da haben Sie Ihre zwei Tausender, überlegen Bk sich's oder fragen Sie den Herrn — wenn er meint, daß es zu viel is, will ich zwischen Wann und Weib keinen Verdruß machen!" Der dumme Wagdeburger war wirklich ein edler Wann. Wenn man sein Wesen von den Schlacken der Dummheit und Unwissenheit hätte reinigen können, hätte dies ein herrliches Wenschengebilde ergeben. Diese ans Unglaubliche streifende Selbstlosigkeit rührte die Gräfin, und sie sagte gütig: „Nein, mein lieber Wagdeburger. Ich hatte, wie Tr weiß, ursprünglich nicht beabsichtigt, meinem lieben Gemahle nützuteilen, daß ich den alten Schmuck verkauft habe; aber da Tr ihn so vorzüglich gut an Wann und mir das Geld so ehrlich gebracht hat, daß ich meinem lieben Bruder aus der Not helfen kann und noch ein so namhafter Betrag unerwartet zu meiner Verfügung bleibt, so nehme ich gar keinen Anstand, alles meinem lieben Gemahle zu berichten. Tr ist ein edler Wann und wird gar nichts dagegen haben, daß ich Ihn, lieber Ulagdeburger, für die prompte Art und Weife, in welcher Tr das Geschäft für mich abgewickelt, anständig belohne. Tr kann's ruhig nehmen, mein Gemahl wird vollkommen einverstanden sein." „Gewiß und bestimmt!" ertönte jetzt eine kräftige Stimme. Die Anwesenden wandten sich überrascht um und bemerkten jetzt erst den Oberstburggrafen, der geräuschlos eingetreten war und eineil Teil der Verhandlungen mit angehört hatte. (Schluß folgt.) (Kür die reifere weibliche Jugend.) Auch eine Art des Wohlthuns. Weine lieben jungen Freundinnen! lOoblthäHofcit Zn üben, Nächstenliebe Zn bethätigen, Notleidende Zn unterstützen, gemeinnützige Zwecke Zn fördern ist ein uraltes Gebot unserer heiligen Religion. Zn allen Zeiten haben besonders israelitische Frauen warmen, reichen Geinütes, scharfen, klaren Verstandes dieses große, weitverZweigte Feld bebaut. Wehr als je sind in unfern Tagen hochgesinnte Frauen bemüht, das Dichterworti „Gdel sei der Aiensch hilfreich und gut" nach allen Richtungen hin Zn erfüllen. Die Fürstinnen gehen mit gutem Beispiele voran; unvergessen wird bis in die fernsten Zeiten bleiben, was die