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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 11 (1895) · p. Seite 168

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
11 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 168 (sequence 8)
Language
German
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168 „pm!" meinte Magdeburger, die offene t)and nachdenklich nahe vor feinem Gesichte hin- und herschwenkend, „Sie haben ja da ein gutes Geschäft gemacht — so gesund soll ich und Sie sein, wie Sie da ein Geschäft gemacht haben! — da kommt es Ihnen doch auf ein paar Gulden nicht an?" „Ganz richtig, lieber Mann, fordere Gr nur was Gr für recht hält — nur nichts Uebertriebenes, versteht Gr mich?" „Alsdann!" sagte Magdeburger, nachdenklich feine Leistungen einzeln an den Fingern abzählend: „gestern bin ich einmal zum 1)errn Aubitschka herübergelaufen, dann zu Ihnen, Gxcellenz, dann Hab' ich heut' den ganzen Tag verbracht, ich glaub' — zehn Gulden is nit zu viel. — Gs is nit zu wenig, es is nit zu viel — es is grad' recht . . . richtig, wie ist es denn mit die vier Gulden, was ich den Polizeileuten Hab' gegeben? So soll ich und mein Weib gesund und glücklich fein, ich Hab' jedem und dem Aorporal einen Silbergulden gegeben ... Sie können ihn ja fragen, wenn Sie grad' mit ihm zusammen kommen, freilich das Hab ich gethan, um ruhig herüber gehen zu können, — also wissen Sie was, meine liebe, schöne, gnädige Gxcellenz, Sie wollen mir kein Unrecht thun — ich will Ihnen kein Unrecht thun — so geben Sie mir zehn Gulden und die vier Polizeigulden teilen wir . . . jeder büßt zwei Gulden . . . Ist das ehrlich?!" „Wahrhaftig, das ist es," rief die Mberstburggrästn überrascht. Sie traute ihren Vhren nicht. Der Mann da hätte ganz leicht dreißigtaufend Gulden von dem Gelde behalte,! und trotzdem als ein Muster von Redlichkeit und Biederkeit erlernen können, und stellte jetzt eine so lächerlich geringe Forderung. „Nein, nein!" ries sie lebhaft, „das kann ich nicht thun, — unter keiner Bedingung!" Magdeburger glaubte, die Dame finde feine Forderung zu hoch, das verdroß ihn, aber es steckte eine große Portion Gitelkeit in ihm, er wollte die Mberstburggrästn an Noblesse überbieten, er zuckte die Achsel und sagte geringschätzend, die Hand weit von sich schleudernd: „Ich kann das lange Gehandel nicht leiden, wo viel gered't wird, ist - kein Segen beim Geschäft — wegen die zwei Gulden red' ich gar nit mit Ihnen, davor sind Sie mir viel zu sein, — also geben Sie mir zehn Gulden, — vier Gulden Hab' ich die Polizeien geben, bleiben mir sechs Gulden, die sind verdient! „Mein lieber Magdeburger!" unterbrach die Gräfin den Wortschwall des geschwätzigen Aundschaftsgehers, „Gr ist ein ganz ehrlicher, braver Mensch,

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