Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 11 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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167 is," fügte er mit listigem Augenzwinkern hinzu, „das ist anvertrautes Gut, darauf nmß ich mehr Acht haben als auf mein Leben, —■ also damit ich ganz sicher bin, daß mir's auf dem Weg keiner stehlen thut, schicken Sie nur drei Mann mit, ich geb' einem jeden einen Silbergulden und Ihnen, Herr Uorporal, noch extra einen Silbergulden. hebt Ihnen der Mensch an zu lachen, daß er sich seinen dicken Bauch hat halten müssen. ,Ihr seid ein komischer Mensch/ sagt er, ,aber den Gefallen kann ich Luch schon thun! — und so bin ich herübergegangen ganz solid und sicher — neben mir zwei Polizeien und der dritte hinter mir, als wie ein Bedienter.. Jeder, der mich gesehen hat, hat gemeint, ich werd' verarretiert, aber ich Hab' jeden Bekannten hergerusen und ihm gesagt: ,Bruderleben! erschreck' nit, ich werd' nix eingesperrt, au conttrollor — die Herren Polizeien sind meine besten freund'! is wahr oder itit?£ — und die Polizeien haben gelacht und haben gesagt ja, ja! — und die Gassenjungen, was uns haben nachlausen wollen, hat der dritte j?olizeimann, was hinter nur gegangen ist, alle weggejagt ... So soll ich gesund und glücklich sein, e hauptjux is es gewesen, — es war wirklich ein Vergnügen." „Da ist es kein Wunder, daß Sie so spät gekouuuen sind," schaltete das Aammermädchen ein. Magdeburger, die Unterbrechung nicht beachtend, fuhr fort: „Unser jMmator Israel Frankl, kennen Sie ihn, Excellenzleben? hat mich auch noch unterwegens ausgehalten, weil er gemeint hat, ich werde verarretiert; Aber entschuldigen Sie, Excellenz, ich bin müd' wie ein Hund!" — und ohne die Erlaubnis abzuwarten, griff er rasch nach einem roten Sammetsessel und warf sich mit solcher Wucht in denselben, daß er in allen Fugen krachte; dann wiegte sich der Uundschastgeher ganz vergnügt aus dem elastischen Sitze. Die Oberstburggrästn war durch die große Swnme baren Geldes, zu welcher sie in so unerwarteter Weise gelangte, hoch erfreut, ja sie entschloß sich den ganzen Sachverhalt mitzuteilen. Die Freude über den günstigen Erfolg und die eigenartige Unterhaltung mit Leb Magdeburger hatten sie in eine solche Heiterkeit versetzt, daß sie laut auslachte. Dann sagte sie: „Magdeburger, Er ist ein grundehrlicher Mann, Er soll alle Lieferungen in meinem Hause bekommen." Magdeburger verneigte sich hochbesriedigt. „Und," fuhr die Grästn fort, „sag' Er mir, was verlangt Er fiir Seine Mühe?" H i 4