Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 10 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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155 Die bisher besprochenen Rainen, meine Lieben, besitzt ihr von eurer Geburt an: sie werben euch alle als unveräußerliches Gut anvertrant. Rur ein Raine wirb erst erworben; es ist ber Raiiie, öen euch öie Welt, bie billig unö gerecht öeiikeiibe Ulitwelt, giebt, unb Zn öesseil voükoiinneiiein Genuß ber strebenöe Ulensch erst auf ber Mittagshöhe feines Lebens gelangt. 3m Gruiiöe selb ihr bie Bildner bes weltnaniells, nicht bie Welt. Don Cuch, meine Lieben, hangt es ab, non euren Gesinnungen nnö Lanblniigeii, welchen Ruf ihr bereiilst geiließen werbet. Rur weilil ihr jene Ramen, in bereil Resitz ihr schon seib, in Gbren Zn bewahreil wißt, bürste Gnch öie Grnnöung eines guten weltiiainens ilicht schwer falleil. Strebet nach öiesein Lüeiiloö mit (Eurem gailZen vermögeil, bann werbet ihr eiilst, an eurein Ziel angelangt, voll 11116 ganZ einpfiilbeii, was in Robeleth in einem schlichteil Wortspiel so treffenö ausgeörückt ist: „Tauw 8LÜ6M mischemen tauw.” „Gill guter Raule ist besser als kostbares Gl." Unb öieser „sebem" wirb über bas Grab bes Uleilscheii hinaus Geschlechter überöauern: „Lat er in eölein wirkeil sich bewährt, weml nnlö nnö fromm er Legen schuf nnö Heil, wie wirb ber Hingeschieöne öaml geehrt, Gill ebler Rachrnhiil wirb bes Göleil Teil." (Sachs: Stimnrcn vo,n Jordan und Euphrat.) Das Buch „Rut." Zum Beginn des Sommers, weiin Gärteil Mid Felder Mi herrlichsteii Blütenschmuck prangen, feiern wir das wochenfest (Zebabuotb.) wie ihr, meine Lieben, die Tage und Wochen zählet, wemr ihr die Ankmift eines liebeil Verwandten, eines teuren Freundes erwartet oder einem wichtigeil Familieilfeste oder auch der Erfüllung eines Herzenswunsches entgegensehet, — so zählen wir auch vom zweiten Aeßachabende ab volle sieben wocheil bis zmn Schabuothfeste. (Omerwochen.) Hirn verfamineln sich die frommen Beter in der mit Laub und Blumeii geschmückteii Synagoge, um in andächtigem Gebete Gott dankbar zu preisen für die Offenbarung der Gesetze, die an diesenl Tage ain Sinai werkündet wurdeii. Daruin führt dieses Fest auch öen Namen „S’man mathan thaurossenu.“ Aiii ersten Tage wird der Thora-Abschnitt verlesen, der die O Gebote eiithält. Ain zweiten Tage erbaut man sich