Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 10 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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154 ilitö mit frommem Mute geloben auch wir: „will, vateraiid, 6tr bleiben aus ewig fest und treu!" welcher Frevel, uns das Deutschtum absprechen Zn wollen! 0, öiese Süge! Lräinpfen wollen wir gegen sie, so lange das fühlende HerZ nicht versagt, und beweisen, daß uns der deutsche Name ebenso gebühret, wie jedem gesitteten Menschen, der im deutschen vaterlanöe lebt und strebt, „wer mir den Anspruch ans mein deutsches vaterlend bestreitet", sagt G. Ri eher, ein bekannter Verteidiger des Judentums, „der bestreitet mir das Recht auf meine Gedanken, meine Gefühle, auf die Sprache, die ich rede, auf die Snft, die ich atme." Schlechte Menschen giebt es freilich allerwärts, in Rorö und Süd, in 0st und West, in jedem Volke, in jeder Religion; arm und reich, hoch und niedrig, sie alle sorgen, daß jvnwahres und würdeloses nicht aussterben, bei allen begegnet inan auch dem Geiste der Nichtachtung und Vaterlandslosigkeit, aber wer wollte es leugnen, daß überall, „ . . . wo mit Edelmut Sich die Stirne schmücket, Menschenlieb' in voller Glut Ans dem Auge blicket," die Siebe Zmn Vaterlands fehle? Schließlich verleiht uns auch, wenn man so sageil darf, die Natur eineil Nameii. wir sind voll Natur verschiedeil befähigt, ver eine verdient den Namen eines Begabten, der aiidere 6cu eines Unbegabten, von diesem heißt es, daß er musikalische Fähigkeiten besitze, jener steht in 6cm Rufe eines bedeutenden Malers, ein dritter berechtigt Zu der Hoffnung, daß er einiiial auf technischein Gebiete Großes leisten werde, oder hat öiese schon erfüllt. wie dem auch sei, es ist unsere Schuldigkeit, der mis verliehenen natürlichen Gabeii uns wert Zu Zeigen. UTit anderen Worten, wir müssen uns bestreben, die in Mis schlunnnerndeil Talente ausZubilöen, mn später „tut Strome der Welt" ein iiützliches Glied der Menschheit Zu werden. Dazu gehören aber immer Mut und Entschlossenheit, ehrliches und ernstes Arbeiteil, Fleiß und Ausdauer Glaubt ^jhr vielleicht, daß der große Elektrotechniker Cöisoii sein gewaltiges Sebenswerk so ganz und gar ohne Schwierigkeit uiiö Mühe geschaffen hat? Nein, mit gerechtein StolZe hat er uns versichert, er habe es mi sich selbst erfahren, daß ein schöpferischer Geist seine Schöpfmigen ilicht Zmn geriligen Teile ernster, anstrengeilöer Arbeit Zu veröaiiken habe. So ist öeiiii stets, um ein Wort Benjamin Frailklins Zu gebrauchen „der Fleiß der Vater des Glücks."