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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 10 (1895) · p. Seite 149

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
10 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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149 Kammcmiüöcfycits unbegründet; aber „Gnade haben", „geruhen zu wollen" sind ja Aleinigkeiten, „werd' ich einmal der folgen!" dachte er. „hier ist der Schmuck," sprach die Gräfin aus dem Zimmer tretend, indem sie ein mnsangreiches Futteral vorzeigte. Sk drückte an einer Feder und prachtvolle Ohrgehänge, Busenuud Haarnadeln, boten sich seinen erstaunten Blicken dar. Das war ein Schmuck! da war jener, den die Frau des j?rimators Frankl an Feiertagen trug, nichts dagegen. „Was glaubt Gr, was der Schnmck wert sein mag?" srug die Gräfin, „ich habe nicht einmal annähernd einen Begriff davon." Magdeburger sah den Schmuck ganz verlegen an, zog feierlich seine schwarze Hornbrille aus der Tasche, besichtigte die Schnmcksachen mit bewaffneten: Auge, betastete endlich ganz überfiüssigerweise die Steine, als wenn er deren Härte prüfen wollte. „hin! Eure Acajestät", sprach er der eben empfangenen Lehren eingedenk einen prächtigen 'Titel aus seinen: Borrate wählend, „ich versteh' alles: Gisen, Tuch, Leder, Aupfer, mit einem Worte alles auf der Welt, — aber solches Zeug," er schwenkte die Hand verächtlich über den Schmuck, „Hab' ich noch nicbt viel gehandelt, aber Guer Gnaden Frau Hoheit, ich werd' mit Zhnen wie ein Bruder mit dein andern reden. Sie iimssen inir den Schmuck mitgeben, und ich werde die Gnade haben und werd' zu Wolf Zappert damit gehen, und was der geruhen wird dafür zu geben, ist gewiß der beste j?reis, er is auch e bist verwandt von mir, warum? mein Großvater war ..." Blagdeburger hätte feine verwaildtschaftichen Beziehungen zu Wolf Zappert gern wieder zur Darstellung gebracht; aber die Gräfin unterbach ihn: „Ich halt' Ihn nach den Mitteilungen der Anna für einen ehrlichen Akenschen, schau Gr nur, daß Gr recht viel Geld dafür bekommt, denn zweitausend Gulden braucbe ich unumgänglich notwendig; sollte Gr gegen mein Grwarteir weniger bekoiiunen, so wäre ich wirklich in Berlegeiiheit." „Zweitausend Gulden? viel Geld!" meinte Magdeburger kopfschüttelnd, „was ich bekommen werd', werd ich Guer Wohlgeboren Frau Hoheit bringen." „Glaubt Gr, daß Gr schon morgen nachmittag das Geld für den Schmuck haben wird?" „Warum soll ich morgen nachmittag nicht das Geld haben?" antwortete Alagdeburger nach seiner Lieblingsgewohnheit fragend.

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