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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 10 (1895) · p. Seite 147

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
10 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 147 (sequence 3)
Language
German
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147 bringt, im6 daß für alle der biblische Satz int I. £. 2!Ios. 2,18 gilt: „Es ist nicht gut, daß der Musch allein sei!" 4l)er aber den Umgang mit anderen nicht liebt, keinen freund und keine jrendin hat, der ist entweder krank,— und das ist traurig, oder unverträglich — und das ist abscheulich. Lins freilich bleibt überall vorausgesetzt, uämlich daß ihr nur gute Gesellschaft suchet, ö. h. daß ihr unr mit solchen Kindern verkehret, die ehrlich, anständig und gesittet sind, von denen ihr Gutes uuö schönes lernen könnt, von schlechter Gesellschaft werdet ihr keinen Legen haben, sondern nur Schaden und Schande; Schande, weil jeder euch auch für schlecht hält, wenu er hört, daß ihr schlechte Gesellschaft habt, und Schaden, weil sie euch verderben und Zu Grunde richten wird. Denn wer mit Schlechten umgeht, wird selber schlecht, „wer Pech angreift, besudelt sich, und wer mit dem Hochmütigen umgeht, wird ihm ähnlich." (Sirach, 18,1). Der Krmdscl) astsgeher.) (Fortsetzung.) Als Magdeburger in seinen besten Festtagsgewändern wieder den: oberstburggräflichen Palais zuschritt, konnte er sich eines bänglichen Gefühles nicht erwehren. Gr hatte seine Kunden bisher nur in Bürger-, niedern Beamten- und Offizierskreisen gehabt, mit denn hohen Adel hatte er fast nie verkehrt, und in seltenen einzelnen Fällen waren das nur Herren gewesen, — und jetzt sollte er der höchsten Dame des Landes gegenübertreten. Bkagdeburger war trotz seiner geringen Klugheit doch vernünftig genug einzusehen, daß er mit so hohen Personen nicht umzugehen, ja sie rricht einnral gehörig airzusprechen wisse. Die Oberstburggräflrr war die Gemahlin des höchsten Bewirten des Landes. Sein Herz klopfte schon als er in Kubitschka's Zimmer trat, wo ihrr Arrna erwartete. Alan hatte es so einzurichten gewußt, daß gar keiner von der Dienerschaft im Hause war. Magdeburger fühlte fein Herz bis in den Hals hiiraufschlagen, als er denr Kanmrernrädchen über die breite Stiege, die weiteir Gänge, durch eure Flucht von Genrächern irr das Zimmer der Oberstburggräfirr folgte. Anrra öffnete die Thüre, rurd indem sie vor Magdeburger eintrat, sagte sie: *) Nach: 5. Rohn „Präger Ghetto-Bilder". 10*

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