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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 10 (1895) · p. Seite 146

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
10 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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„Kommt Kinder, hört mir zu!" Pf. 34, <2. Don Dr. K. Krrttner in Frankfurt a. U7. VIII. (Es liegt in 6er Katar des Menschen, daß er gern die Gesellschaft anderer sucht. Das Kind ist am vergnügtesten, wenn es andere Kinder fleht und mit ihnen spielen und plaudern kann. Der Knabe suhlt sich am wohlsten in Gesellschaft anderer Knaben, mit denen er spielt, wetteifert, seine Kraft und Geschicklichkeit erprobt und Freundschaft schließt. Das Mädchen hängt sich an den Arm der Freundin, wandelt munter plaudernd und scherzend mit ihr einher, ist glücklich, ihr eine Neuigkeit oder gar eine Heimlichkeit an- Zuvertranen, am allerglttcklichsten, wenn sie ihr von ihrem eigenen Glück erzählen kann; aber nicht minder wohlthuenö ist es ihr, wenn sie an der Brust der Freundin ihren schmerz ausweinen darf, der durch liebevollen Zuspruch gelinder wird. Ältere Personen suchen Freunde und Freundinnen auf, um in ernsten oder heiteren Gesprächen nach des Tages Mühen Erholung zu finden oder um sich Rat zu holen in schwierigen Dingen. So fühlt der Mensch in allen Lebensaltern das Bedürfnis nach Gesellschaft; und das ist gut; denn der Verkehr mit anderen gewährt uns angenehmen Zeitvertreib Mnd schützt uns oft gegen die Langeweile; er bringt uns Belehrung, indem wir manches sehen und hören, was uns bisher fremd gewesen ist; er schafft uns im Unglück Trost und Hilfe, während wir allein zu Grunde gehet! würden. U)ie oft hat ein Freund uns mit klugem Rat, mit Geld, mit einem Buche, oder mit sonst einer Sache aus der Verlegenheit geholfen! Aber niehr noch! Der Umgang mit anderen zwingt uns, auf uns zu achten, uns sauber zu halten, pünktlich zu sein, unsere Reden zu überlegen, höflich, verträglich und nachgiebig zu sein, kurz: Der Umgang mit anderen gewöhnt uns an manche Tugend und erzieht uns zu gebildeten Menschen. Denn wer die eben genannten Tugenden nicht hat, ist ungebildet, auch wenn er noch so viele Kenntnisse besitzt. Auch nianches Gute und Schöne und Nützliche lernen wir von anderen, werden durch ihr Beispiel angespornt und vervollkommnen uns in Kenntnissen, in Fertigkeiten, in guten Eigenschaften. Aus alledem sehen wir, welchen Segen uns der Verkehr mit anderen

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