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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1936-08-01 · 11 (8.1936) · p. Seite 135

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
11 (1936)
Issue
11 (8.1936)
Date
1936-08-01
Page
Seite 135 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 11 im letzten Jahrzehnt 2.165 Juden aus Litauen eingewandert. Auf Urund eines 1931 getroffenen Abkommens sind 344 litauische Juden nach Biro-Bidschan gegangen. Aus Litauen sind in den letzten zehn Jahren insgesamt 18.888 Juden ausgewandert, davon 6.084 nach Palästina. Von den 6.000 lettländisch-jiidischen Auswanderern des letzten Jahrzehnts gingen 3.100 nach Palästina, 1.000 nach den Vereinigten Staaten. Aus Rumänien sind 22.272 Juden in verschiedene Länder ausgewandert, die meisten nach Nord- und Südamerika, Palästina und Südafrika. „Das Testament einer jüdischen Wohltäterin" Wir haben in diesen Blättern die Bedeutung Fanny von Arnsteins in einem Aufsatz „Wiener Frauen" gewürdigt, wissen, dass sie Tochter des von Friedrich dem Grossen zum Oberältesten sämtlicher jüdischer Gemeinden Preussens ernannten, durch Reichtum. Wohltätigkeit und vornehme Gesinnung gleich bekannten Daniel 11 z i g geAvesen ist, dessen ideales Menschentum sich in seinen Töchtern, besonders in Fanny, der älteren, widerspiegelte . „Eine hohe schlanke Gestalt, strahlend von Schönheit und Anmut, vornehmen Tons und Betragens, lebhaften feurigen Ausdrucks, scharfen Verstand und Wtiz mit fröhlicher Laune vereinend und fremder Sprachen wie der eigenen mit Meisterschaft kundig". — Damit ist gesagt, dass Fanny von Arnstein Jean Jacques Rousseau las und Goethe verehrte, und dies ist symbolisch für die Frauen der Emanzipation: jüdische Tradition verbindet sich harmonisch mit deutscher Geisteswelt und schafft diesen besonderen Frauentypus. Eigenschaften, welche Frauen der bürgerlichen und höheren Stände eigen waren, sah man in diesen Jü dinnen, sah man in Fanny von Arnstein glänzen, „deren unter den segensreichen Einflüssen der Regierung Friedrichs des Grossen gediehene Geistesfreiheit und Bildung um so stärker in Wien wirken musste, wo man diese letzten Vorzüge nur vereinzelt fand, zu schätzen und zu begehren schon begonnen hatte."- Wir wissen, dass Fanny (29. Nov. 1758 in Berlin geboren) sich in früher Jugend mit dem Bankier Nathan Arnstein nach Wien verheiratete, der später in den Adelsstand erhoben ward, wissen, dass das Haus „Von Arnstein" am „Hohen Markt" Treffpunkt einer vornehmen und ausgewählten Gesellschaft gewesen, dass hier Fanny ihre segensreiche Tätigkeit entfaltete, die sie zur wahren Wohltäterin leidender Menschen machte. Arme aus allen Schichten des Volkes wurden verpflegt, versorgt, erhielten Stellungen oder Geld für die Weiterfahrt. Ihr Bürgersinn wetteiferte mit Vaterlandsliebe. Nach der Schlacht bei Austerlitz nach dem Kriege von 1805 — dessen Ausgang sie wie ein persönliches Leid trug — spendete Fanny von Arnstein allein 7000 Gulden für die charitativen Einrichtungen eines Krankenhauses; unter den vornehmsten Damen W:ens. die eine „Gesellschaft zur Unterstützung Notleidender" gründeten, steht ihr Name, ihre Person mit an erster Stelle. — Vor der klugen Helferin, vor einer echten, wahren Gesinnung war hier jedes Vorurteil gefallen. Eine grosse Wohltäterin, eine wahrhafte Jüdin! Von ihrer edlen Menschlichkeit, ihrer jüdischen Freigebigkeit zeugen ihre Testamente, zeugen die vielen Bestimmungen, die vielen Legate, die sie hinterlassen. Sie künden alle rührende Treue gegen Eltern und Anverwandte, gegen Freunde und Hausangestellte, gegen Kranke und Sieche. Keiner geht leer aus. Für jeden Diener, für alle von ihr bei Lebzeiten Unterstützten, besonders für ihre Armen wird eingehend gesorgt. Ein Legat vom 31. Juli 1806: „Je 100 Gulden bestimme ich für das jüdische und das christliche Armenhaus. Ich bitte meine Tochter, zwar keiner Nation oder Religion ein Vorrecht in ihren Gaben zu geben, allein doch immer zu bedenken, dass der arme Jude nur bei seinen Glaubensgenossen Unterstützung findet, statt dass den armen Christen beider Nationen Stütze und Hülfe w i r d! — Dies mögen sich meine Kinder einprägen, damit, wenn auch sie einst wirken, sie den armen Juden nicht ungehört und onne Hülfe von ihrer Türe weisen mögen''. — Ein anderes Legat: „Das bare Geld, Obligationen und Lotterienoten vermache ich den in meiner Familie in Berlin Bedürftigen; worüber meine liebe Schwester Levy geb. Itzig, die Besorgung zu übernehmen bitte, davon eine kleine Stiftung nach Empfehlenswerte Geschäfte in Mainz Tonken und Wagenpflege in der Bahiräolgarage Mombacherstr. 21 Pelze Massenfertigung Reparaturen Aufbewahrung EINHORN MAINZ Schillerstrasse 30—32. Schöne 3 Zimmer-Wohnung mit Bad u. 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