Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 11 (1936)
- Issue
- 11 (8.1936)
- Date
- 1936-08-01
- Page
- Seite 134 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 134 Nr. 11 den Vermittlungsberufen angehört, zu einer schweren Wirtschaftskrise geführt. Darum müsse durch planmässige berufliche Orientierung und Umschulung zu neuen Berufen eine Anpassung an die gegebenen Verhältnisse herbeigeführt werden. Angesichts der dringenden Not seien allzu teure und umfassende Massnahmen bei der Umschulung zu vermeiden. Zum Schluss erklärte Dr. Karpf, es sollte die Aufgabe dieser Konferenz sein, aus den Erfahrungen aller Länder zu lernen und diese Erfahrungen bereitwillig und ohne Neid zu vergleichen. Das grosse Ziel der Konferenz sei es, die Mithilfe aller derjenigen zu gewinnen, die gewillt sind, ihren Nächsten zu helfen. Der Nachmittag war den Beratungen einzelner Fachgruppen gewidmet, die nach Uebereinkunft mit den entsprechenden Gruppen der allgemeinen Konferenz jüdische Spezialprob lerne auf den betreffenden Gebieten erörterten. — Am Abend wurde eine Arbeitsgemeinschaft (Symposeon) über „Aufbau des jüdischen Lebens durch Berufsschulung und Jugendwohlfahrt" veranstaltet. Hicem in Paris In Paris wurde in Anwesenheit von sechzig Delegierten aus den Vereinigten Staaten, Südamerika, Australien, Südafrika und anderen Ein- und Durchwanderungsländern, die von der HIAS- ICA Emigration Association (HICEM) einberufene internationale Konferenz für Auswanderungsfragen eröffnet. IVis Völkerbundsoberkommissariat für Auswandererf1":--. rge war durch Lord Duncannon; das Joint Distribution r< imnilloe durch Direktor Bernhard Kahn und David Schweitzer, der Council for German Jewry durch Professor Norman Bentwich, die Jewish Agency for Palestine durch Dr. Werner Senator vertreten; von der Hebrew Sheltering and Immigrant Aid Society of America (HIAS) waren der Präsident Abraham Herman und der Vizepräsident Samuel A. Telsey sowie der Generaldirektor Isaac L. Asofsky erschienen, für die ICA deren Generaldirektor Louis Oungre, für die PICA M. Frank und für die jüdischen Wohlfahrtsverbände Amerikas Dr. Maurice J. Karpf. Max Gottschalk-Brüssel hielt die Eröffnungsansprache über die Arbeit der Hias-Ica Emigration Association im Lauf der letzten zehn Jahre. Bcgrüssungsansprachen hielten Vertreter des französischen Aussenministeriums und des Innenministeriums, Lord Duncannon für das Auswandereroberkommissariat, J. Rubinstein im Namen des Nansenamtes, Dr. Bernhard Kahn, Dr. Werner Senator, der hebräisch sprach, Henri Fuss im Namen des Internationalen Arbeitsamtes, Albert Francois im Namen der Gesellschaft für Wanderungsschutz, Präsident Abraham Herman, Generaldirektor Oungre und Rabbi Liber. Der Vizepräsident der Alliance Israelite Universelle, Professor William Oualid, hielt einen Vortrag über „Die gegenwärtige Lage der internationalen Wanderung". Der Internationalen jüdischen Auswanderungskonferenz ist von der Hias-Ica Emigration Association (Hicem) ein umfassender Tätigkeitsbericht vorgelegt worden, der eine ins Enzeine gehende Ubersicht über die Entwicklung jüdischer Auswanderungsbewegung im letzten Jahrzehnt bietet. In dem Bericht wird darauf hingewiesen, daß das Auswanderungsbedürfnis der jüdischen Massen des Ostens unvermindert anhält. Das ist daraus zu ersehen, daß der Jahresdurchschnitt der jüdischen Auswanderung aus den osteuropäischen Ländern im Jahrzehnt 1925-1935 gegenüber den Jahren 1881-1925, in denen er 81.000 Menschen betrug, nur um 40% auf etwa 50.000 gefallen ist, obwohl Einwanderungssperre und Einwanderungserschwerung in den meisten in Betracht kommenden Ländern die Möglichkeit einer Wanderbewegung ausserordentlich einschränken. Im letzten Jahr, 1935, hat die Auswanderung mit 81.500 Seelen den Jahresdurchschnitt der Vorkriegszeit sogar überschritten, während es unter den Nichtjuden Ost- und Südosteuropas eine Auswanderung so gut wie überhaupt nicht gab. Die grösste Zahl jüdischer Auswanderer, nämlich 186.134, hat in den letzten zehn Jahren Polen gestellt. Im Jahre 1935 allein sind 30.717 Juden aus Polen ausgewandert. Das Ziel der Auswanderer aus Polen war bei 76.242 Palästina, bei 27.755 die Vereinigten Staaten, bei 15.466 Kanada, bei 38.098 Argentinien, bei 13.098 Brasilien, bei 4 689 die Länder Mittelamerikas, bei 4.378 Uruguay, bei 1550 Australien, bei 3.774 andere überseeische Länder und bei 17.169 verschiedene Länder Europas. Aus Litauen sind etwa 18.000 Juden in den letzten zehn Jahren ausgewandert; sie machten 37°/o der Gesamtauswanderung aus. In den letzten Jahren ist die nichtjüdische Auswanderung aus Litauen wesentlich zurückgegangen, sodaß der Prozentsatz des jüdischen Anteils an der Gesamtauswanderung auf 80% gestiegen ist, obwohl die Juden nur 7% der Gesamtbevölkerung ausmachen. Der grösste Teil der jüdisch-litauischen Auswanderung, 4.988 Menschen, ging nach Südafrika. Das neue Einwanderungsgesetz von 1930 hat jedoch die jüdische Einwanderung nach Südafrika bedeutend eingeschränkt. 1935 konnten nur 165 Personen von dem HICEM-Büro in Kaunas nach Südafrika abgefertigt werden. 3.993 litauische Juden gingen nach Südamerika, und zwar 1.829 nach Uruguay, 1.184 nach Argentinien und 910 nach Brasilien. In die Vereinigten Staaten sind | Empfehlenswerte Geschäfte in Mainz | Im Sommer- Schluss-verkauf zu HEINEMANN Ihr Vorteil meine Damen! \ EINLADUNG -J),^*ft* l 22—* -«'• \ \ inenden Somm-^^ENSTEiN)MAlNZ l 1 ■ j im Sommer- 1 Ä^ltTJÄ \ 1 SSSSSt—r- \ ^^-^^ Orthopädische Maß-Schuhmacherei Saubere und solide Ausführung sämtlicher Reparaturen u. Neuanfertigungen Markus Hemm Fraaenlobstraße 78 Mainz Tel. 34407 Verlangen Sie bitte unsere Anzeigen - Preisliste 1 Feine Maß-Schneiderei 1 Alex Rothschild, Mainz Bahnhofstrasse 5 1 Erstkl. Sitz u. Verarbeitung