Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 10 (1935)
- Issue
- 10 (6.1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 118 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 118 Nr. 10 solches vorzeigen und Abschrift davon geben. Wir werden es prüfen und unser Verhalten danach einstellen. Wir haben neulich dem Amtmann eine Eingabe in dieser Angelegenheit zugestellt und ihm befohlen, daß er sie den Bürgern vorhalten solle. Ihr wollet diese und die jetzige wieder hierher zu den Akten schicken. Wir verbleiben damit unter gtl, Willen Euer wohlgeneigter gez. Wilhelm Otto Birstein, den 1. August 1656. In allen Zuschriften der Stadt wiederholen sich die Forderungen, dem Juden den Schutz zu versagen. Dies scheint zuletzt, den Unwillen des Grafen entfacht zu haben. Den sich hinziehenden Unterhandlungen macht er durch eine scharfe Zuschrift ein Ende. Damit waren die 4jährigen Verhandlungen beendet, über die ein Aktenbündel von etwa 20 cm Dicke vorhanden ist, Seit jener Zeit nun wohnen Juden ohne Unterbrechung im Büdinger Land. Aus dem Fürstl. Ysenb. Gesamtarchiv (Judensache Nr. 499) ist festzustellen, daß sich auch in nachstehenden Orten Juden seßhaft machten: Bönstadt, Diebach am Haag, Düdelsheim, Heegheim, Leustadt, Lorbach, Mittelgründau, Rohrbach, Stockheim, Vonhausen, Wenings und Wolf. Die Niederlassung konnte damals aber nur mit Genehmigung des regierenden Grafen erfolgen, der den Einziehenden als Schutzjuden aufnahm und dafür ein Schutzgeld forderte, das jedesmal nach der Größe des Geschäftsbetriebs festgesetzt wurde und zwischen 10 und 75 Gulden p. a. schwankte. In den meisten Fällen wurde von denen, die Metzgerei oder Handel mit Fleisch und Fett betrieben, statt des Schutzgeldes oder einen Teil desselben auch 1-2 Zentner Unschlitt (Nierenfett) gefordert. Dies mußte im Herbst, bis spätestens Martini (10. November) vollständig geliefert sein. Vermutlich ist es zur Herstellung von Lichtern verwendet worden. Ueber die Verhältnisse der Juden in der ehemaligen Grafschaft Büdingen hat das Fürstlich Ysenburgische Gesamtarchiv viele Akten aufzuweisen. Wer die lateinische Sprache versteht und mit dem „Mittelhochdeutschen" gut vertraut ist, könnte da für Jahr und Tag Arbeit finden. Bemerkenswert ist noch, daß einzelne Aktenstücke in Pergamente gebunden sind, die aus Torarollen oder alten jüdischen Gebetbüchern stammen. Um einen solchen Band ist eine Pergamentdecke, auf der das Jozer für Poroschass Poro geschrieben ist. Die Schrift ist meisterhaft, und die vielen Verzierungen verraten einen Künstler, der den Inhalt dieser Jozer wohl verstand. Im Schlußsatz: D^inED^ lÜ^J? pHTl Und sprenge reines Wasser über sie) ist jeder Buchstabe mit einem Drachenkopf als Wasserspeier versehen, und hinter das Schlußwort tTllp ist die Gestalt, eines j[-fD nit einem Ysopbündel in der Rechten gezeichnet, der den zur Zeit des Tempels geübten Akt des Reinigungswassersprengens versinnbildlichen soll. Hilfsverein der deutschen Juden Vor kurzem fand unter reger Beteiligung eine Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses des Hilfsvereins der deutschen Juden unter dem Vorsitz von Herrn Max M. Warburg statt. Der Generalsekretär Dr. Wischnitzer erstattete einen Bericht über die Tätigkeit des Hilfsvereins. Er gibt eine Darstellung der Auswandererfürsorge seit April 1933. Angesichts der nicht nur auf dem Kontinent, sondern auch in den überseeischen Ländern bestehenden Einwanderungs- und Niederlassungsbedingungen war die Arbeit des Hilfsvereins besonders schwierig und verantwortungsvoll; die Beratungen erfordern in den meisten Fällen eine eingehende, individuelle Bearbeitung. In dem Zeitraum bis 31. März 1935 wurden über 100.000 Menschen beraten und mit Informationen jeder Art versehen, und zwar etwa 60.000 im Jahre 1933, 39.000 im Jahre 1934 und einige Tausend Emnff.hlftnswftrtft Gftsnhäftp. in FrankfMT^^J TEIL¬ VERKAUF wegen Geschäfteverlegung nach NEUE KRANE 28/30 (früheres Brumlik-Haus)] Stark herabgesetzte Preise! Günstige Kaufgelegenheit auch für späteren Bedarf, Unsere guten, bewährten Qualitäten sind allgemein bekannt. moea VERTRIEBSGESELLSCHAFT MBH Frankfurt am Main GR. FRIEDBERGERSTR. 13-17 IStntj MJJk&M 3>Wmm Kaiserstrasse 4 Inh. P. Bus eck A. L o e b Moderne Teewagen in allen Farben ab 11.50 Bridgetische ab 11.50 Kunden aus Hessen? Sehr einfach! Geben Sie eine KLEINE ANZEIGE im „Mitteilungsblatt des Landesveibandes israelit. Religionsgemeinden Hessens" auf. Die Sache macht sich bestimmt bezahlt. Auskunft und Anzeigen - Annahme durch M. Isaac & Co., Ravensteinstr- 11 Telefon 44888 und die Ortsvertreter Eine solche Anzeige kostet nur RM. 2.50 Neuanschaffung, Umtausch,Reparatur von Sc*re,blT,asch|n durch Mirsctirjero Frankfurt/M. Rhönstrasses Telefon 47709 I HUT OUT GfosseAuswohl modischer Farben und Formen bei: GORSCH 'Täglich eine Modenschau im Zensier von DAMEN-MODEN 5ETHESTR. 1 TEL. 29660