Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 10 (1935)
- Issue
- 10 (6.1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 119 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10 Seite 119 in den ersten drei Monaten des Jahres 1935. 11.416 Personen konnten die Auswanderung dank der Finanzierung durch den Hilfsverein antreten. Grösser war die Zahl derjenigen, die ein planmässiges Auswanderungsvorhaben erst nach Einholung umfassender Informationen durch den Hilfsverein verwirklichen konnten. Zwecks Beschaffung und Erteilung dieser Informationen setzt sich der Hilfsverein mit Gemeinden, Komitees, Privatpersonen in europäischen und überseeischen Ländern in Verbindung. In I »eutschland arbeitet er mit Gemeinden, Provinzialverbänden und Wirtschaftsstellen, die bei den Gemeinden ins Leben gerufen wurden. Es gehen dem Hilfsverein Nachrichten zu, aus denen hervorgeht, daß es vielen Auswanderern gelungen ist, nach verhältnismässig kurzer Zeit sich eine Existenz aufzubauen, und daß sie bereits in der Lage sind, ihre Angehörigen nachkommen zu lassen. Die Auswanderung nach Übersee erstreckt sich auf etwa dreissig Länder. Uebernachtungsmöglichkeiten für Jugendliche I »er Landesausschufs der jüdischen Jugendverbände in Hessen und Hessen-Nassau, dem sämtliche jüdische Jugendbünde des Bezirks angehören, bittet um Aufgabe der Adressen von Familien, die bereit sind, wandernden jüdischen Jugendlichen vorübergehend eine Uebernachtungsmöglichkeit zu bieten. Um der jüdischen Jugend die Möglichkeit zu Wanderfahrten zu geben, ist es wünschenswert, daß zahlreiche Meldungen eingehen. In Frage kommen sowohl Einzelquartiere, als auch Unterkunftsstätten für kleine Gruppen. Benachrichtigungen werden erbeten an die Adresse des Landesausschusses der jüdischen Jugendverbände in Hessen und Hessen-Nassau, Heinz Gochsheime r, Frankfurt a. M., Hauffstrasse 9. Aus den Verbandsgemeinden. Darmstadt Arbeitsplan der Arbeitsgemeinschaft jüd. Jugend Darmstadt Juni: Mittwoch, 12. AK I 20,30 Starkenburg Loge Freitag, 28. AK II 21 Uhr, im Heim Juli: Mittwoch, 10. AK I 20,30 Starkenburg Loge -««sfrüftg? M iM¥iT i)1 lSUi' Ali HTelm ' '' " * Mainz. Verschiedene Kameraden des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Mainz, fuhren am Sonntag, dem 19. Mai mit unseren Kriegsopfern in die nähere und weitere Umgebung von Mainz, um nach kurzer Kaffeepause zurückzukehren. Die Beteiligten wurden alsdann noch im Restaurant Goldschmidt mit einem Imbiss bewirtet. V. Mainz. Die jüd. Jugendgemeinschaft Habonim Noar Chaluzi veranstaltet am Mittwoch, den 19. Juni 20% Uhr, im Gemeindesaal (Josefstrasse) einen Eltern- und Werbeabend. Hierzu sind alle Eltern der Mitglieder des Bundes und alle Freunde und Interessenten des Bundes, sowie alle Jungens und Mädels, die sich das Leben im Bund ansehen wollen, eingeladen. Lampertheim Am 11. Mai ist uns unser hochverehrter Lehrer und Vorbeter Herr Jonas Meyer im vollendeten 73. Lebensjahr durch den Tod entrissen worden. Der Entschlafene war während seines 40jährigen hiesigen Wirkens der geistige Führer seiner Gemeinde, der er mit seinem großen Wissen und lautersten Charaktereigenschaften in allen Lebenslagen mit Rat und Tat zur Seite stand. Noch am Vorabend hat er mit seiner schönen kräftigen Stimme den Sabbath eingeleitet und am folgenden Morgen, während die Gemeinde schon im Gotteshaus versammelt war und auf den Vorbeter wartete, mußte seinen Tod erfahren. Durch seine tief religiöse Veranlagung wußte er den Gottesdienst zu einem erbauenden zu gestalten und die hohen Feiertage verherrlichte er besonders durch seinen andächtigen Vortrag und seine schönen Gesänge. Seinen Schülern war er stets ein treuer Führer und Freund, die in ihrem Lehrer das Ideal eines Vollmenschen verehrten. Nicht nur das Gotteshaus, sondern auch seine Privat-Wohnung war eine Stätte der Versammlung von Wissbegierigen. Die Liebe und Wertschätzung, die er sich errang, fand in der Beerdigung ihren beredten Ausdruck, denn von Nah und Fern waren seine Freunde herbeigeeilt, um dem teuren Entschlafenen die letzte Ehre zu erweisen. Vor der geöffneten, hell erleuchteten Synagoge, die Stelle seines 40jährigen Wirkens, stand die Bahre. Herr Rabb. Dr. Michalski, Karlsruhe, _sprach als Ver- ■!fTffitoT^TrMT?fT^M Weiter nahmen dann ein Vertreter vom Israel. Lehrerverband und Herr Lehrer Low aus Viernheim als Freund und Kollege in bewegten Worten Abschied. Darauf setzte sich der Trauerzug nach dem Friedhof in Bewegung. Haus für feine Damen-Moden 1 | Empfehlenswerte Gefchäfte in Darmffadt | Carl Sctiürmonn & Co. Peter Gemeinderstr. 2a 1 . Ruhrkohlen - Ruhrkoks *>C Gaskoks - Unionbriketts /N Kunsteis B. M. Hachenburger*X DARMSTAD T/\ Peter Oemeinderstrasse 31 Telefon 9 H. Hof mann jüd. 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