Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 10 (1935)
- Issue
- 10 (6.1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 117 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10 Seite 117 Ob Regen ob Sonnenschein, für jedes Wetter finden Irl^ reiche Auswahl schöner u. preiswerter l^Q m^H KieiQ U Hg Sie bei uns eine MAINZ Ludwigstraße 3 pen von Hanau auf Büdingen rechtzeitig in Kenntnis setzte. Es war die Zeit des 30jährigen Kriegs. In einer Urkunde des Fürstl. Ysenb. Gesamtarchivs vom 12. Juni 1656 heisst es. „Vor 30 Jahren hat unter unserer gn. Herrschaft zu Eckartshausen ein Jud, namens Wolf, gewohnt, der sich wegen des damaligen grossen Kriegs nicht halten konnte. Er mußte mit anderen Untertanen etliche Wochen nach Büdingen flüchten. Dieser Jud hat bei Bürgermeister und Rat um Aufenthaltserlaubnis untertänigst gebeten, die ihm auch erteilt wurde, zumal er keinen Handel mit Lebensmitteln zum Schaden der Bürger getrieben, sondern ein „Roßkam" (Pferdehändler) gewesen, der sich gleich nach Kriegsende wieder nach Eckartshausen begeben." Im Jahre 1656 hat. Graf Wilhelm Otto — der gegen Hexenprozesse- und Verbrennungen wiederholt Stellung nahm — den Juden Schmuelich (Samuel) aus Birstadt unter seinen Schutz genommen und ihm erlaubt, in Büdingen zu wohnen. Darüber entspinnt sich eine sehr langwierige Unterhandlung mit der Stadt, die sich bis ins Jahr 1660 hinaus zieht. Der Müller Johann Schüler aus Lindheim hat dem Juden ein Haus vermietet, das — wie aus den Akten zu erschliessen ist — zum Heiratsgut seiner Frau gehörte und seither leer stand. Gegen diesen Müller tut sich der Unwille der Stadt in seiner ganzen Breite kund. Dem Grafen halt man vor, der Jude brauche weder Wachnoch Frondienste zu leisten, deshalb wolle man ihm auch die Almay — Benutzung von Wasser, Wald und Weide — versagen. Der Graf beruft sich aber auf den Erlaß Kaiser Ludwigs von 1330, nach welchem den 'Ysenburgern und ihren Erben verstattet sei, „12 Juden in ihr Gebiet, wo sie wo!Ion und mögen" aufzunehmen. Dieser Urkunde zufolge könne die Stadt sich nicht gegen die Aufnahme des Juden wehren. Den vielen Klagen und Eingaben der Stadt begegnet der Graf mit rechtlichen und sachlichen Erwiderungen. Eine derselben sei hier angefügt: „Dem ehrenfesten, hochgelehrten, Unserem Rath und lieben, getreuen Hermann Branden, beider Rechten Doctorem zu Büdingen. Ehrenfester, hochgelehrter, lieber Getreuer, Euer gestriges, den 31. Juli, üherschicktes Schreiben mit der Eingabe der Stadt Büdingen haben wir erhalten und die Beschwerde wegen des Juden gelesen. Es wundert Uns nicht wenig, daß solche Leute sich so hart über solch einen Juden beschweren und das Wohnen desselben in der Stadt ihren Rechten zuwider sei. Wir haben daraufhin die Ratsbücher fleissig durchsehen lassen, darinnen aber nichts finden können, daß die Stadt berechtigt sei, keinen Juden als Hintersassen unter Unserem Schutz in der Stadt zu dulden. Zudem tut dieser Jude der Bürgerschaft keinen Schaden, sondern vielmehr Nutzen, weil er seine Waren wohlfeiler abgibt. Auch hatte dieser Jude bereits ein Haus gemietet, als er seinen Schutzbrief verlangte. Also wollt Ihr Bürgermeister, Rath und Büi> gerschaft dies vorhalten. Sofern sie etwas in ihren verbrieften Rechten hätten, was sie hierin schützen könne, sollen sie t Empfehlenswerte Geschäfte in Mainz Damenhüte neueste Modelle Hanna Heppenheimer Gutenberg platz 10 (am Höfchen) Umänderungen preiswert. Antonio Lianeras Inh.: Antonio Cardeil SÜDFRÜCHTE-IMPORT MAINZ, Große Bleiche 12, Ecke Umbach Telefon 339 23 Pelzaufbewahrung U.Reparaturen Einhorn Mainz Schillerstr. 30-32 Maoenza Buchhandlung Fuststr. 17 Telefon 44102 empfiehlt Hebr. Lehru. Wörterbücher Tapezieru. Polster- Arbeiten jeder Art bei Karl Nathan tm Koldscftmlüi Klaras» 13 Tel. 42464 FRIEDMANN jetzt: Schefffelstrasse 9 Telefon 33507 wie bisher üliren—Bestecke — SilDerwaren Reparaturen schnell und billigst Ferner Toileiteariikel und Waschmittel NUR GUTE KLEIDUNG ist billig! wenn Sie modern und gut gepflegte Herren-Kleidung kaufen wollen — dann prüfen Sie erst die Qualität und dann den Preis! Hohe Leistungsfähigkeit in der Qualität und niedrige Preise finden Sie bei mir vereint. Deshalb und weil zuverlässige Verkaufskräfte bedienen und beraten, ist die Etage seit Jahrzehnten die beliebte Einkaufsstätte! LÖWEN STEIN MAINZ, BAHNHOFS TR. 13. 1. Neckarstr. 2 früher Kurfürstenstraße 3nferafe bei uns tterturden ßrfofe! JEine Pflesrestätte derMocle in Mainz BP^^0j^| IpMrTW ^PhS Wmr dtt^^J^^ä ^^rU^^B sr ■i