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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1935-06-01 · 10 (6.1935) · p. Seite 116

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
10 (1935)
Issue
10 (6.1935)
Date
1935-06-01
Page
Seite 116 (sequence 8)
Language
German
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Seite 116 Nr. 10 Aus der Geschichte der Juden in der ehemaligen Grafschaft Büdingen. Von Lehrer Halberstadt-Büdingen Bis zum Anfang des 14. Jahrhunderts scheinen im Büdinger Land keine Juden seßhaft gewesen zu sein. Erst mit Verleihung des Stadtrechts an Büdingen durch den deutschen Kaiser Ludwig den Baier war auch für Juden daselbst und in der ganzen Grafschaft die Niederlassungsmöglichkeit eröffnet. Der Schlußsatz der im Fürstlich Ysenburgischen Gesamtarchiv befindlichen Urkunde darüber lautet: *) „Auch hahen wir dem vorgenannten Luther von Ysenburg und seinen Erben für den Dienst, den er uns und dem Reich getan hat, noch tun soll und mag, verliehen, zwölf Juden in ihr Gebiet, wo sie wollen, aufzunehmen, mit Nutzen, Diensten und Rechten, wie dies im ganzen Reiche ist. An dieser, unserer Gnade, soll sie niemand beirren oder beschweren bei unserer und des Reichs Hulden. Das zu Urkund geben wir ihnen diesen Brief mit unserem Kaiserl. Sigill, der gegeben ist zu Hagenau am Donnerstag nach St. Jacobstag, da man zählt nach Chr. G. 1330 Jahr, im 18. unseres Reichs und im 3. des Kaisertums." Im Mittelalter hielt man es im ganzen Reich so. Wenn irgend ein Platz Stadt- und Marktrecht bekam, wurde ihm auch gestattet, Juden aufzunehmen. Fast nur die Juden waren die Vermittler des Handels; eine andere Tätigkeit war ihnen nicht erlaubt. Sie *) Da die Urkunde in mittelhochdeutscher Sprache geschrieben ist, ist hier nur der Inhalt angegeben. Wir wollen die Dinge weder belachen noch beweinen, sondern uns bemühen, sie zu verstehen. Spinoza konnten nicht in die Zünfte eintreten, durften keine Landwirtschaft treiben u. s. w. Nur Waren durften sie hin- und herbringen, und diese, in der Regel, nur im Kleinhandel unterschaffen. Sie bereisten die verschiedenen Länder des In- und Auslandes, kannten die Strassen, die Sprächen, die Geldsorten und wußten auch meistens, von welchen Plätzen her die für diesen oder jenen Ort gangbarsten Artikel eingebracht werden konnten. Die Städte hauen Interesse daran, daß ihre Märkte Auswahl an Waren aufweisen konnten, damit Kauflustige kamen und der Verkehr innerhalb der Stadtmauern recht lebhaft wurde. Vermutlich sind nun auch mit dem Jahre 1330 erstmals Juden in der Grafschaft Büdingen ansässig geworden. Wir wissen nicht, woher sie kamen und kennen ihre Namen nicht. Urkunden finden sich leider nicht darüber. Aus einer Mitteilung des Mainzer Memorbuches (d. i. ein Märtyrergedenkbuch) entnehmen wir nur, daß im Jahre 1337 in und um Büdingen eine Verfolgung der Juden stattgefunden hat und zwar am 10. Tamus 1337. (Salfeld, Martyrologium. S. G7 und 238.) Jahrhundertelang haben dann keine Juden in der hiesigen Gegend gewohnt. Erst im Jahre 1626 hat sich einer vorübergehend in Büdingen aufgehalten. Der Aufenthalt ist ihm nur deshalb gestattet worden, weil er — wie man wohl mit Bestimmtheit annehmen kann — die Stadt von einer Bewegung zahlreicher Trup- Empfehlenswerte Geschäfte in Mainz it fiSt®Rb@f g M»rK* Glas — Porzellan Haus- und Küchengeräte Lieferung frei Haus Anzeigen-Annahme für Mainz; REISEBÜRO GREIF Tritonplatz 5 Telefon 43000 TACHR ICH I M (Sterbekleider) fertigt an: Frau Herbert Krieger MAINZ, Schubertstraße 1 Leinen kann zugegeben werden. In Mainz zentr. Lage, ist Einzelzimmer part., <Gas, elek. Licht, event auch Mansarde) seith. Büro, ganz sep. gelegen, event. auch privar, zu vermieten. Offunter No. 315 an Greif, Mainz Tritonplatz 5 Möbel ia großer Auswahl zu sehr billigen Preisen Scheie™ MAINZ Neubrunnenslr. 17 Braut-Ausstattungen Qualitätsware besonders preiswert Julius Stein Schusterstrasse i. H.d. Mohren-Apotheke, L Et. I*. - . IIakmaw wie ncncu-u. im Spezialhaus -tjteue^a*^ 6(&reinerar&etten Alle Neuarbeiten u. Reparaturen gut und preiswert. HELL Mains, Zanggasse 24 warum kaufen nicht auch SIE bei mir? ich bediene . sie gut jA*e.<0 «s**\* , A J&P günzburg mainz, rheinallee 2 große Auswahl führender Firmen. Preiswerte Maßanfertigung MDATU Schuster- ■ Kv'n straße 58 Tel. 43797 <Ecke Christophs«-.) Wäsche — Strümpfe Julius Junoermann Eieru. Butter- Spezialgeschäft MAINZ Gr. Bleiche 38 Augustlnerstr. 31 Telefon 32254 Jlauptschriftleiter Dr. Dienemann, Offenbach a. M., Verantwortlich für den Anzeigenteil: Harald Isaac, Frankfurt a. M. — Uerlag: Landesverband isr. Religionsgemeinden Hessens, Mainz.Druck: Gebr. Braun, Frankfurt a. M. — Auflage 3000 Exemplare.

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