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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1934-04-01 · 8 (4.1934) · p. Seite 89

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
9 (1934)
Issue
8 (4.1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 89 (sequence 12)
Language
German
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Nr. 8 Seite 89 i einem überall, wo Juden im Lande sind, die Stimmung einer vollkommenen Kuhe umfängt. Schon eine halbe Stunde vor Sabbatanfang ertönt auf den Strassen der Städte Schofarton, das ist — in Anlehnung an eine Sitte aus alter Zeit — das Zeichen des herannahenden Schabbat. Mit der Dunkelheit hört jede öffentliche Arbeit, jede gewerbliche Tätigkeit von Juden auf. Es gibt zwar kein Staatsgesetz, das die Arbeitsruhe anbefiehlt und erzwingt, aber die öffentliche Meinung ist kräftig genug, das Ruhen aller Berufsarbeit zur Selbstverständlichkeit zu machen. Alle Büros, alle Läden, alle Fabriken, die in jüdischer Hand sind, sind geschlossen, alle Bauten stehen still. Autoomnibusse und Taxis, die in jüdischer Hand sind, von Juden betrieben werden, verkehren nicht. Kurz, die Arbeitsruhe ist eine vollständige und selbstverständliche, und gibt der Stimmung, die sich der Menschen bemächtigt, ihre besondere Note. Wird in den Städten dieses Bild und diese Stimmung hier und da beeinträchtigt dadurch, daß Läden und Büros, die in arabischer Hand sind, geöffnet sind, Autobusse und Taxis fahren, die von Arabern betrieben werden, so ist in den Siedlungen, in denen ja nur Juden wohnen, das Bild noch einheitlicher. Manche Vorstadtsiedlungen haben am Eingang des Ortes Transparente, auf denen angezeigt ist, daß man nicht mit Auto oder Rad durchfahren dürfe. Ob der Einzelne in seinem Haus, in seinem privaten Leben genau nach der Vorschrift der Alten den Schabbat begeht, das entzieht sich jeder Kenntnis und auch jeder Kontrolle. Alles Schwergewicht ruht auf der öffentlichen Sab - batruhe. In den Kolonien lassen es sich die jungen Menschen nicht nehmen, ihren arbeitsfreien Tag dazu zu benutzen, daß sie sich zu Roß oder auf dem Esel reitend auf Fahrt begeben, sei es um in die Nachbarkolonie sich zu begeben oder um in die Stadt zu kommen oder um das Land kennen zu lernen. Manche nehmen Dr. jur. Julius Sonn Steueru. Rechtssachen Umwandlung von Aktienges. u. 6. m. b. H.'s / Verträge Frankfurt a M., Horst Wesselplatz 14, II. — Tel. 22798 daran Anstoss, aber die öffentliche Meinung steht hier nicht hinter ihnen. Die Arbeitsruhe im Beruf zu sichern ist das wesentliche Anliegen der öffentlichen Meinung. Von dieser durchgehenden Schabbatstimmung gehen die Ansätze zu einer Belebung der Religiosität aus. Man muß anerkennend rühmen, daß in dem Wiederaufbau des religiösen Lebens die aus Deutschland kommenden Juden eine wesentliche Rolle spielen. Gegenüber der oben skizzierten dogmatisch antireligiösen Stimmung der früheren Arbeiterkreise — auch das hat sich schon geändert und ändert sich täglich — stellen die aus Deutschland eingewanderten, gleich ob sie aus orthodoxen oder aus liberalen Kreisen kamen, ihre religiösen Bedürfnisse auf, ihren Wunsch nach geornetem und geregeltem Gottesdienst, nach Würde und Ruhe im Gottesdienst. Davon ein ander Mal. Soviel sei jedenfalls gesagt, daß die deutschen Juden ein wesentlicher, hoffnungsvoller und zukunftsträchtiger Bestandteil der Neusiedlung sind, und daß insbesondere in den dörflichen Siedlungen von ihnen eine Neubelebung des religiösen Standes ausgeht. Rabbiner Dr. Dienemann | Empfehlenswerte Geschäfte in Mainz | ifuhh.aui Herz-Schuhe die beliebte Qualitälsmarke miBSsa!K-Z— ZZr_ "T. {üf rjamen und Herren Gegründet 1883 Das grosse Spezialhaus BETTEN-BUCHDAHL MAINZ, Flachsmarktstr. 24 mit der größten Auswahl und den niedrigen Preisen. Die Einkaufsstätte für „Sie' ist das große Spezialhaus für Ausstattung und Bekleidung J¥£&SBM&M&> ito*,'av 29. Wiirtenberg Markt Glas — Porzellan Haus- und Küchengeräte Lieferung frei Haus Pessach-Geschirr l Schuhe von Manes Chasaila — Bally — Roland stets grösste Auswah 1 Damenhüte neueste Modelle Hanna Heppenheimer Gutenbergplatz 10 (am Höfchen) Umänderungen preiswert. Harnanalysen sowie alle anderen chemischen Untersuchungen schnell und zuverlässig durch Schwanen-Apotheke Mainz V^bll59i Dus Mitteilungsblatt erscheint monatlich einmal. Bezugspreis für Geineindeimtglieder vierteljährlich 45 Rpfg. (einschl. Zustellung- und Lrhebungskosten) — Prei« der Einzelnummer 25 Rpfg. — Jahresbezug für Nichtmitglieder der Gemeinde KM. 3.— zuzüglich Porto. — Verlag: Landesverband, Mainz Hindenburgstraße. — Schriftleitung: Rabb. Dr. Dienemann, Offenbach a. M. Körnerstr. 12. — Anzcigenverwaltung: M. Isuac & Co., Ravensteinstrafle 11, I. Fernsprecher 44868 und 44888. — Anzeigen nach Tarif. — Anzeigenschluß" für nächste Nummer: Ende April — Die Schriltleitung übernimmt für den Inhalt de» Mitteilungsblattes nur die preflge»etzliche Verantwortung Nachdruck nur mit Erlaubnis der Schriftleitung gestattet. »

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