Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 9 (1934)
- Issue
- 8 (4.1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 88 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9582242-9623194-9621170--1015-9621181- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 88 Nr. 8 Scopusberge errichtet worden ist, wird sehr verschieden in Aufbau und Inhalt von der Art der alten Schulen sein. Aber meine Herren, zwischen den Ruinen jener alten heiligen Institute ruhen immer noch edle Steinreste, die als Grundsteine für unser neues Institut gute Verwendung finden. Möge uns die Weisheit vergönnt sein, die Lehre und Wissenschaft, die aus dem Institut erwachsen sollen, zu jener moralischen Größe zu fördern, zu der unsere Vorfahren die Thora gebracht haben. Wir würden es nicht verdienen, diesen großen Tag zu feiern, würden wir uns nur mit einer blossen Nachahmung der Taten anderer Nationen begnügen. Da wir wissen, daß echte Weisheit von allen Völkern geformt wird, werden wir alle Fenster und Tore dieses Institutes nach allen Richtungen öffnen, um all das Gute und Erhabene hereinzulassen, das immer war und weiter vom menschlichen Geiste geschaffen wird. Da wir jedoch keine Neulinge im Reiche des Geistes sind, wissen wir, daß, indem wir von anderen lernen, wir auch von uns aus etwas hinzuzufügen haben; und ich vertraue darauf, daß dieselben moralischen Prinzipien, die wir als fundamental für unsere Schulen erkannt haben, und die wir in unserer Thora als Perek Kinjan Hatorah kennen, Besitz der ganzen Menschheit werden sollen. Eindrücke von einer Geschildert sei zunächst einmal eine Oneg-Schabbat-Veranstaltung in Tel-Aviv. Oneg Schabbat — wörtlich: Sabbatfreude, Sabbaterquickung — ist eine Veranstaltung, die der verstorbene Dichter und Volkserzieher Bialik geschaffen hat. Er schuf sie aus einem bestimmten Grunde. Er stand vor der Tatsache, daß bestimmte Kreise aus einer, in dem geschichtlichen Ablauf der Arbeiterbewegung in Europa herstammenden, dogmatisch antireligiösen Haltung von einem Besuch der Synagoge und von einer gottesdienstlichen Feier des Schabbat nichts wissen wollten. Es musste ein Weg gefunden werden, solche Kreise zunächst am Schabbat irgendwo und in irgend einer Form zu einer gemeinschaftlichen geistigen Feier zusammenzubringen, in der Hoffnung, daß aus dieser Feier, wenn sie erst regelmässige und selbstverständliche Sitte geworden sein würde, sich eine Selbstverständlichkeit einer geistigen, nicht bloss körperlichen Schabbat-Ruhe-Feier, entfalten würde. Die Feier, die ich miterleben durfte, verlief folgendermassen. Ungefähr 1% Stunde vor Sabbatausgang versammelte sicli in einem Gebäude, das Ohel Schern genannt wird — Zelt Sems — und das mehrere tausend Menschen fasst, eine Menschenmenge, die den Saal füllte, so füllte, daß viele stehen mussten. Als Bialik noch lebte, pflegte er die Feier mit einer kurzen Ansprache einzuleiten, seitdem er tot ist, ist es irgend ein Prominenter aus dem Lande, der zuerst redet. Diese erste Ansprache ist immer eine Mussar-Rede, d. h. eine Rede mahnender Aufrüttelung. Da werden Reise nach Erez Israel schonungslos die Schäden aufgedeckt, die sich im öffentlichen oder privaten Leben des Landes herausstellen. Es wird nichts beschönigt oder verheimlicht, es wird nicht den Leuten zum Munde geredet, ihr Gewissen wird kräftig aufgerüttelt. Darauf folgt ein Vortrag über irgend ein mit der Vergangenheit oder Gegenwart des Landes in Verbindung stehendes Thema. Uberflüssig zu sagen, daß das alles sich in hebräischer Sprache vollzieht. Der Vortrag zieht sich hin bis die Dunkelheit einbricht. Es wird kein Licht im Saal angezündet, und die ganze Wirkung der Veranstaltung auf das Gemüt und auf die Stimmung beruht darauf, daß Dunkel alle umfängt. In dieser einbrechenden Dunkelheit beginnt im Hintergrunde des Saales Gesang des Synagogenchores. Allerhand Lieder werden gesungen, manche religiösen Inhalts, z. B. hörte ich einen Schir hamaaloth, bei dem ein Teil des Chores nach jedem Vers den ersten Vers refrainartig wiederholte. Auch bei den anderen Liedern war das Publikum stark beteiligt, die Gesänge und ihr Refrain müssen ihnen geläufig gewesen sein. Es herrscht bereits tiefe Dunkelheit, da flammen rechts in der Ecke Birnen in der Form eines Mögen Dovid auf, links in der Ecke macht jemand Hawdoloh, dann gehen die grossen Lampen an, und in einem grossen Schweigen gehen all die vielen Menchen hinaus, wo sie bereits das an diesem Abend besonders stark flutende Leben auf der Strasse umfängt. — Ist so ein Sabbatausgang geschildert, so sei zugleich auch ein Wort über die Schabbat- Stimmung im Ganzen gesagt. Es ist das Charakteristische, daß W»>*8s» INEN'TEPPKHE Faltenstore J nr 250 cm hoch mit Einsatz I /!| nnd Franse ........ Mtr B»£-» Faltenstore n All 260 cm hoch, oriff. J i qu. / tfll Tüll m. Klöppelfuß, Mtr *".V*J Kretonne J nr 130 cm breit, bnnt bedr. I /H f.moiJ. Dekorationen Mtr. Jacquard-Rips J nr 120 o h breit, neue Kunst,- I /Jj seidenmuster........Mtr. ■■■■V Voll-Voile 112 cm br., inda-.ulll gel., mo i. Blumenmu'it, m r- J ^J^j .yj^ESSai 1 Fn ^""^ '«»anBTBfflmy Frankfurt am Main Moses Levi Alzey Kurzu. Wollwaren- Grosshandlung Gegründet 1853 Der kluge Geschäftsmann hat den Reklamewert des Mitteilungsblattes erkannt. Werden auch Sie unser Kunde. WIESBADEN Knmoiei Kronprinz Das einzige jüdische u. rituelle Haus m. eig. Thermalbäderanlage Zimmer m Privatbad, W.C u.StaaUtelefon Jede Üiät. Mäßige Preise. Bes. R. Rückersberg. Gr. Säle für Festlichkeiten u. Konferenzen Dr. jur. Josef Kahn Steuer- und Rechfsberafung Devisensachen Vertiäge und Vergleiche Hausu. Vermögensverwaltungen Mainz, Franziskanersfr. V/10 Tel. 41384 Billiges weisses PORZELLAN Frankturt am Main Kaiserstrasse 4 Inh. P. B u s e c k A. L o e b Speiseteller - 35 Suppenteller -.35 Tassen -.45 Preiswerte Geschenke UlolfNefter&JacobiUJerke Frankfurt a. M. Tel. 30026 Taunusstr. 5