Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 9 (1934)
- Issue
- 8 (4.1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 90 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 90 Nr. 8 Die Einwanderung deutscher Juden nach Palästina Die zentrale Bedeutung, die der Aufbau der jüdischen Nationallleimstätte in Palästina in den letzten Jahren für die in Deutschland lebenden Juden erlangt hat, und das Interesse, das dieser Versuch zur Lösung der Judenfrage auch in der nichtjüdischen Umwelt findet, lassen es verständlich erscheinen, daß die Zahl der aus Deutschland kommenden Einwanderer starke Beachtung findet. Die bisher hierüber bekannt gewordenen Angaben weichen allerdings völlig von einander ab und schwanken zwischen 6000 und 20,000. Soeben werden nun die von der Jewish Agency for Palestine ermittelten Daten der Oeffentlichkeit übergeben, die auf Grund der amtlichen Einwanderungs-Statistik der englischen Verwaltung errechnet sind und daher als authentisch angesehen werden müssen. Die Gesamtzahl der in den Jahren 1933 und 1934 allein aus Deutschland legal eingewanderten Juden beträgt 16 639. Von ihnen kamen 1933: 7 210, 1934: 9 429 Menschen ins Land. Der größte Teil der Einwanderer erhielt durch Zuteilung der sogenannten Arbeiter-Zertifikate das Recht zur Einwanderung (1933: 3129, 1934: 4 082). In beiden Jahren bildete dieser Teil je 20% der gesamten Einwanderung dieser Kategorie. Die übrigen waren entweder im Besitz des Vorzeigegoldes von 1000 Pfund oder Schüler, die in Palästina ihre wissenschaftliche, Schul- oder Fachausbildung erhalten, oder wanderten als Angehörige palästinensischer Einwohnar und als Touristen, denen schon jetzt nachträglich die Möglichkeit des Daueraufenthalts gewährt wurde, ein. Eine beträchtliche Anzahl von Touristen wartet daneben noch auf ihre endgültige Legalisierung. Besonders interessant ist die berufliche Struktur der jüdischen Einwanderung aus Deutschland. Sie wandte sich in ausserordentlich starkem Masse der Landwirtchaft, dem Handwerk und der Kleinindustrie zu. So rekrutieren sich 47% aller im Jahre 1934 überhaupt zur Landwirtschaft gegangenen Menschen und 24% aller derjenigen, die im Handwerk und in der Kleinindustrie tätig sind, aus dieser Einwanderung. Sie brachte ferner 12% derjenigen ins Land, die sich ohne nähere Spezifikation als Arbeiter betätigen. Entgegen anderslautenden Meldungen ist die Einwanderung deutscher Juden im letzten halben Jahr nicht zurückgegangen, wenn auch im November 1934: 827, im Dezember: 669 Einwanderer nach Palästina kamen, während noch im Oktober 1326 Menschen einwanderten. Dies ist lediglich auf die Einwanderungsbestimmungen, nach denen jährlich zweimal, zu Beginn des Frühjahrs und des Winters, die neue Zertifikats-Quote ausgegeben wird, und' auf wirtschaftstechnische, saisonbedingte, Gründe zurückzuführen. Die ersten beiden Monate des Jahres 1935 haben denn auch bereits eine Steigerung in der Einwanderungszahl erkennen lassen. Nach diesen authentischen Darstellungen ist anzunehmen,, daß die Gesamtzahl der jetzt in Palästina ansässigen, aus Deutschland gekommenen Juden weit mehr als 22 000 beträgt. In diesem Zusammenhang soll darauf hingewiesen werden, daß nach Schätzungen der jüdischen Wanderungs-Organisationen in anderen Ueberseeländern nicht mehr als 7 000 deutsche Juden in den letzten zw.ei Jahren Kaum gefunden haben. Etwa drei Viertel der rund 27 000 Menschen, die bisher als endgültig in den Wirtschaftsprozess anderer Länder eingegliedert angesehen werden können, sind also nach Palästina gegangen. Dieser Vergleich macht deutlich, wie eng das deutsche Judentum schon jetzt mit dem Aufbau Erez Israels verknüpft ist. Aus den Verbandsgemeinden. Offenbach Populärer Konzert-Abend. Die Jüdischen Tonkünstler Frankfurts veranstalten am Donnerstag, den 2. Mai abends 8 Uhr im Offenbacher Gemeindesa.il einen populären Abend zu dem ausserordentlich geringen Eintrittspreis von 40 Pfennigen (Unkostenbeitrag 20 Pf. + Programm 20 Pf.). Mitwirkende: Alice Rosenbaum (Klavier), Prof. ■■nBBHBHHHHn^HHnHBHHHnHI^HIilHUiPi Empfehlenswerte Geschäfte in Mainz m«jL Alleinverkauf für Mainz u. Umgebung MAINZ FRANK Gr. Bleiche 19 Reisen Einzelreisen Gefelll'chaHsreifen Hochzeitsreisen Mittelmeerreisen Palästina-Fahrten Hotelreservierung Fahrkartenbesorgung Gepäckversicherung REISEBÜRO GREIF 5 Tritonplatz 5 am Stadttheater Fernruf 43tausend Ich berate Sie immer zuverlässig korsetts groß e Auswahl führender Firmen. Preiswerte Maßanfertigung M POTH Schuster ■ ■« Kvin straße 58 Tel. 43797 (Ecke Christophstr.) Wäsche — Strümpfe Praxis wieder aufgenommen Dr. med. Kurt Holzer Facharzt f. innere Krankheiten MAINZ, früher Markt 31 wohnt jetzt SCH ÖFFER ST RASSE 10 {Haus Heinemann) Tel. 42839 11-1, 3-5 Julius jungermann Eieru. 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