Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 9 (1934)
- Issue
- 8 (4.1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 87 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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i 1 Nr. 8 tisch herrichten. Einen bequemen Sessel vor den Platz des Hausherrn stellen, weiss überzogen, mit einem Kissen versehen, denn wie ein „freier Mann", behaglich angelehnt, soll er als Hausherr den Seder geben. Nie mehr) als an diesem Abend erkennt der Jude seine Bestimmung, die Kontinuität der Tradition durch die Jahrhunderte. Er isst mit seiner Familie das „Brot des Elends", das seine Väter bei ihrem Auszug aus ägyptischer Gefangenschaft gegessen; ihm zeigte es sein Vater, und er zeigt es seinem Sohne. Tradition wird an diesem Abend lebendige Geschichte. Die Sederschüssel, die wie ihr Name sagt, nach der bestimmten Ordnung von der Hausfrau hergerichtet vor den Platz des Hausherrn gestellt wird, enthält die Symbole der Erinnerung, Erinnerungen an Leid und an Erlösung. Sie kennzeichnen das ungewöhnliche des Sedertisches und fordern geradezu eine Erklärung des Vaters heraus, der Vater hat die Pflicht sie seinem Sohne auf die Frage: Ma nischtano haleilo hase? Was zeichnet diese Nacht vor allen anderen aus — zu begründen. Das ist im jüdischen Brauchtum etwas so bedeutsames: die Kraft des gesprochenen Wortes, die Unterstreichung des Geschehens durch das erklärende Wort, wie es in ihrer Ausführlichkeit und einprägsamen Form die „Hagadah schel Pessach", die vor jedem Teilnehmer am Sedertisch liegen soll, zeigt. Alles erhält seinen Sinn, alles hat seine Bedeutung. Ja, die Hausfrau darf nichts vergessen beim Decken des Sedertisches. — Der mit Wein gefüllte Becher, der Jahr für Jahr für den Propheten Elijahu bereit gestellt wird auf dem Tisch, ist ein sinniges Zeichen des nie verzagenden Hoffens, ist der messianische Glaube, der uns Juden durch unser schweres Leben begleitet. Der Becher Wein für den Propheten Elijahu, er wird nicht getrunken, er wartet wie schon so manches Jahr und wir warten mit..... Der Tisch ist gedeckt; die Hausfrau hat das ihrige getan; nun hat der Hausherr das Wort; die Haggadah wird aufgeschlagen und gemeinsam gelesen und gesungen, gefragt, erklärt und beantwortet. Der uralte Sang von der Errettung unseres Volkes Wiesbaden rr Ritters-Hotel" Taunusstraße 45 — Tel. 26370 Bevorzugtes Haus mit allem Komfort Ausführung von Hochzeiten und Festlichkeiten. VerlreleronneD Hausierer f. Hessen, Hess.- Nassau gegen Festgehalt gesucht. Off. u. A M 100 a d. Exp. d. Bl. Neuanschaffung,Umtausch,Reparatur o von Sc^e(bmasch).n durch Frankfurt/M. RhönstrasseS Telefon 47709 >en ILMW Israel. Mauchenheim Frankfurt a. M., Taunusplatz 17 Heim für Berufstätige Hauswirtschaftliche Ausbildung (unter Leitung einer Gewerbelehierin) Prospekte durch die Leiterin Q&gi^ZUm 4hU «W SCHADE & RJLLGRABE Seite 87 HANS MARCUS TR E U H'ÄN D E R FACHBERATER FÜR STEUE R - UND DEVISE NRECHT GOETHESTR.5 TELEFÖN28561 durch Gottes starke Hand, von der „Knechtschaft zur Freiheit", von der „Mühsal zur Freude" angestimmt. Und wenn ihr an die Stelle in der Haggadah kommt „Wees botenu hizil — und unsere „Häuse r" hat E r erneuert", dann darf dieser Satz im Gange der Geschichte vielleicht variiert angewandt werden auf alle die Frauen, die Jahr um Jahr, in Gewissenhaftigkeit und Treue den Sedertisch gedeckt haben für die Familie. Cilly Neuhaus Zehn Jahre Hebräische Universität Jerusalem Am 10. April blickt die Hebräische Universität Jerusalem auf ihr lOjähriges Bestehen zurück. Die Judenheit der ganzen Welt entbietet zu diesem Festtage ihre hoffnungsvollen Wünsche. Aus der bei den Eröffnungsfeierlichkeiten gehaltenen Ansprache Gh. N. B i a 1 i k s bringen wir einen Auszug zum Abdruck: „.. . Meine Herren, es gibt eine alte jüdische Legende, die erzählt, daß in den Tagen unserer Erlösung alle Synagogen und Schulen in der Galuth mit ihren Fundamenten herausgehoben und nach Palästina versetzt würden. Natürlich kann diese Legende nicht so völlig in die Wirklichkeit umgesetzt werden. Das Institut für Thorawissenschaft und Lehre, das jetzt auf dem Jn Frankfurt am Iii am WfUff* W bei Jeimann 2EIL67-69 TeL29351 Haltestelle KONSTABLER WACHE direktem Eingang. ßeser des Mitteilungsblattes unterstützt unsere Sache indem Ihr unsere Kunden bei Euren Einkäufen berücksichtigt.