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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1933-11-01 · 9 (11.1933) · p. Seite 4

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
8 (1933)
Issue
9 (11.1933)
Date
1933-11-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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J,' \ ob als Lehrer in der Schicke, als Seelsorger in den Familien, als feinsinniger Redner in den verschiedensten Vereinen, als führendes Mitglied in den großen jüd. Organisationen — überall wurde sein Wirken gebührend anerkannt, ^o ist er als rühriges Mitglied zu finden im Hanptvorstand des deutschen Rabbinerverbandes, des Centralvereins, des Hilfsvereins deutscher Juden, im Zentralkomitee der Großloge des Unabhängigen Ordens B'ne B'riß n. a. m. Das auf seine Anregung hin in Hessen begründete „Kulturwerk", das besonders die kleinen Gemeinden vor Verfall zu schützen berufen war, ist beispielgebend geworden für ähnliche Einrichtungen in anderen Teilen Deutschlands. Auch wissenschaftlich hat sich Rabb. Tr. Levi bekannt gemacht, vor allem durch seine Schrift: „Beiträge zur Ge schichte der ältesten jüdischen Grabsteine in Mainz". Unter seiner Leitung wurde unter Mitwirkung der hervorragendsten Gelehrten aller Konfessionen „Magenza", ein Sammelheft über das jüdische Mainz, herausgegeben, und auf seine Anregung hin ein einzigartiges Werk von hoher kultureller Bedeutung geschaffen, der uralte Judenfriedhos als Tenkmalfriedhof auf dem „Jndensand" in Mainz angelegt, der zu den interessantesten Stätten der altehrwürdigen Gemeinde Mainz gehört. — Ter Vorstand der isr. Religionsgemeinde Mainz hat anläßlich des 50. Geburtstages von Rabbiner Tr. Levi in einem herzlich gehaltenen Schreiben Gelegenheit genommen, die allseilige Verehrung für ihren religiösen Führer zuin Ausdruck zn bringen und ihm für feilte nunmehr 15jährige bestens bewährte Tätigkeit in der Gemeinde zn danken, in der er auf Grund seines reichen Wissens und klaren, weitschauenden Blickes die Initiative zu vielen organisatorischen und charitativen Einrichtungen gegeben hat. die heute segenbringend und vorbildlich wirken, lieber die Gemeinde hinaus aber hat sich Rabbiner Tr. Levi besonders um das Zustandekommen des Landesverbandes isr. Religionsgenreinden Hessens hochverdient gemacht. Sein kluger Rat und die vielseitigen Anregungen bei den Sitzungen des Oberrates oder bei den Gemeindetagen waren für die Entwicklung des Landesverbandes von unschätzbarem Wert. Was Rabbiner Tr. Levi durch Wort und Schrift, durch hingebungsvolle Arbeit und mrrtiges Einsetzen für die hessischen Juden bisher geleistet hat, dafür spricht ihm der Landesverband an dieser Stelle die höchste Anerkennung und den herzlichsten Tank aus. Diesem Tanke schließt sich in vollem Umfange auch die Schriftleitung des Mitteilungsblattes an, das, von Rabbiner Tr. Levi gegründet, 7 Jahre hindurch von ihm herausgegeben wurde. Wir und feine zahlreichen Freunde in Mainz, im 'Hessenlande und im ganzen Reiche wünschen ihm noch ein langes, weiter erfolgreiches Wirken zum Segen der isr. Religionsgemeinde Mainz, des Landesverbandes isr. Religionsgemeinden Hessens und des gesamten deutschen Judentums.' Aus den Derbanbsgemeinben. Bensheim. Am 16. Sept. d. I. feierte der Lehrer und Kantor- Herr H. Müller sein 25jähriges Amtsjubiläum. Zur Feier dieses Tages fand ein erhebender Gottesdienst statt, zu dem auch Herr- Rabbiner Tr. Merzbach ans Tarmstädt erschienen war, der das Wirken des Jubilars in ergreifenden Worten zum Ausdruck brachte. Im Namen des Vorstandes und der ganzen Gemeinde dankte Herr- Jakob Wolf Herrn Müller für alle Mühe und Treue im Dienste der Gemeinde. Bingen. Am 26. Okt. d. I. wurde der seit mehr als 80 Jahren bei der hiesigen Israelitischen Religionsgemeinde tätige Kultusbeamte Max'Wolf siebenzig Jahre alt. Wolf erfreut sich in weitesten Kreisen unserer Bürgerschaft eines hohen Anfehens. War eres doch, der jahrzehntelang als freiwilliaer Feuerwehrmann dem Nächsten zur Wehr tätig war, der während des Krieges beim Wohlfahrtsamt freiwillige Dienste leistete und bei der Lebensmittelversorgung der Stadt sich betätigte, der als Hilfsschutzmann zu Tag- und Nachtzeiten für die Aufrechterhaltnng der öffentlichen Ordnung forgte, der dieser seiner Tätigkeit wegen das hessische Kriegsehrenzeichen verliehen erhielt und als die Franzosen ins Land kamen seiner treudeutschen Gesinnung halber ins Gefängnis wanderte und schließlich ansgewiesen wurde. Wolf versieht seinen Dienst als Kultusbeamter in vorbildlicher Weise, er geht ganz in seinem Beruf auf. wozu ihn sein gewissenhaftes Denken auch besonders prädestiniert. Mögen ihm noch viele Jahre in geistiger und körperlicher Rüstigkeit beschieden sein -uv r; Fürfeld. Am Sonntag, den 24. September d. I. bewegte sich ein großer Trauerzug durch die Hauptstraßen nach dem israelitischen Friedhof. Frau Babette Metzler, geb. Heidelberger, wurde im Alter von 61 Jahren zu Grabe getragen. Sie war eine würdige, wegen ihrer Religiosität und Bescheidenheit in der ganzen Gemeinde sehr beliebte und geachtete Frau. Eine Wohltäterin, hatte sie eine offene Hand für Arme und Kranke, ohne Unterschied der Konfession. An ihrem Grabe würdigte Herr Rabbiner Tr. Jakobs, Bad-Kreuznach ihre Verdienste. Gießen. Am nurtr«-, 2-,y verstarb in einem Alter von 70 Fahren Herr Provinzialrabbiner Tr. Leo Hirschfeld. 88 Jahre wirkte er als Rabbiner der Israelitischen Religionsgesellschaft und darüber hinaus als Provinzialrabbiner für die Gemeinden Oberhefsens. Er erfreute sich allgemein großen Ansehens, besonders auch wegen seines umfangreichen religiösenWissens. Seine Beliebtheit kam bei der Beerdigung znm ergreifenden Ausdruck. Unter Beteiligung fast der ganzen Gemeinde wurde er am 2. Tag Rausch haschonoh zu Grabe getragen. In der am Sonntag, den 24. Sept. d. I. in der Synagoge in Gießen stattgefundenen Trauerfeier wurde in den Ansprachen'des Vorstandes, Herrn Fröhlich sowie der Herren Rabb. Tr. Cohn (Marburg), Tr. Merzbach (Darmstadt), Redakteur Schachnowitz (Frankfurt a. M.), Lehrer Klein und Rechtsanwalt Tr. Rosenthal (Gießen) das Wesen und vorbildliche Wirken des allzu früh Heimgegangenen geschildert. Sein Andenken sei zum Segen n’zVi’n Mainz. Frau Rudolph Greif Wwe., geb. Jourdan, feierte am 10. Oktober ihren 80. Geburtstag. Frau Greif, die mit kurzer Unterbrechung den größten Teil ihres Lebens in ihrer Vaterstadt Mainz ansässig war, ist für ihre Jahre sehr rüstig und erzählt noch von der Zeit, als die Oesterreicher in Mainz auszogen. Ihr Vater, Abkömmling einer alteingesessenen Mainzer Familie, war eine bekannte Persönlichkeit. Zu feinen zahlreichen Freunden gehörten auch hohe kath. Geistliche. Wir wünschen der Jubilarin noch einen recht langen, gesegneten Lebensabend. 5vockgsuppe der üeichrbunder jübifdier Frontsoldaten, ülainz. Ter Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hat, wie in anderen Städten Deutschlands, so auch hier in Mainz, eine Sportgruppe gearündet. Nachdem Mitte Oktober die Polizei den Sportbetrieb erlaubte, wurde sogleich auf dem von unseren Arbeitslosen neuhergerichteten Platz neben dem Gemeindehalls und in den: mit Holz ausgelegten Keller der Hauptsynagoge mit dem Training angefangen. Tank der rührigen Hilfe der hiesigen Gemeinde wurde uns eine Anlage zur Verfügung gestellt, die es uns gestattet, einen recht regen Betrieb in Turnen, Leichtathletik. Fußball, Handball und Hockey zil eröffnen. Bewährte Mainzer Sportkräfte stehen uns als Leiter zur Verfügung. Tie Herren Kurt Mannheimer und Mendel haben das Training der Herren llnd Jungens übernommen. Für die Damen und Mädels wurde Frl. Else Schwarzschild verpflichtet. Das Fußballtraining wurde Herrn Siegfried Rosenbusch übertragen. Es ergeht nun auf diesem Wege an alle sporttreibende und sporrliebende jüdische Gemeindemitglieder die Aufforderung, in unsere Sportgruppen einzutreten. Neuanmeldungen werden in den Trainingsstunden: Montags und Mittwochs von 20—22 Uhr für Herren, Dienstags und Donnerstags von 10,30—22 Uhr für Damen, Mittwoch nachmittags von 2—4 Uhr für Mädels und Mittwoch nachmittags von 4—6 Uhr für Jungens von den einzelnen Leitern entgegengenommen. Jeden Sonntag vormittag ab 8 Uhr ist Trainingauf den: Platz. Jeder jüdische Sportler und jede jüdische Sportlerin ist uns herzlich willkommen. Mit Sportgruß! Die Sportgruppe des Reichsbund jüd. Frontsoldaten M. Waldmann F. Metzger Lüchei-schau. „Der Morgen", Monatsschrift der deutschen Juden. — Philo Verlag, Berlin W 15. — Jahrgang 0, Heft 4 — Jahresabonnement RM. 12.- Einzelheft RM. 1.- Als geistiges Forum des deutschen Judentums präsentiert sich das Oktoberheft des „Morgen" in neuer G e st a l t. Wir finden in ihm Jakob Wassermanns neuste Novelle „Marie", eine bedeutfame Studie über das Elend proletarischer Großstadtjugend. Der Präsit 4

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