Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 8 (1933)
- Issue
- 6 (7.1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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®®®®®®®®®®®®®®®®T®®®®®®®®®®®®®®®®®®®®®®® Ich bin nadi rasse 471 verzogen. Ich bin an Wochentagen von 10 —11 Uhr zu sprechen, in eiligen Fällen nach» telefonischer Vereinbarung <Nr. 32465). Dr. S. Levi Rabbiner der Israel. ReUGem., Mainz. ®®®®®®®®®®®®®®®®®®®®® ®®®®®®®®®®®®®®®®®®® Derbanbsgemeinben. Offenbach a. M. Am 24. Mai d. I. feierte das Mitglied des Barstandes unserer Gemeinde, der Seniorchef der Firma Michels & Fürth, Herr Theodor Fürth, in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag. Aus diesein Anlaß wurden dem Jubilar ans allen Kreisen unserer Gemeinde die herzlichsten Wünsche und viele Beweise der Verehrung und Wertschätzung entgegengebracht, namentlich der Vorstand, die Beamten- und Lehrerschaft unserer Gemeinde würdigten in persönlicher Ansprache seine mannigfaltigen Verdienste um unsere Gemeinschaft. Im Vorstand, dem Herr Fürth über ein Jahrzehnt artgehört, wird seine Erfahrung, seine Sachkenntnis, sein klares, das Wesen der Sache treffendes Urteil geschätzt und beachtet. Dem Aufbau des Religions- und hebräischen Unterrichts in unserer Gemeinde wandte er sein förderndes Interesse zu; ganz besonders liegt ihm die würdige Gestaltung des Gottesdienstes — in der von ihm oft zum Ausdruck gebrachten Erkenntnis von dessen gemeinschaftsbildender Kraft und Ausgabe und seiner religiös-erbauenden Wirkung — am Herzen. Auch im bürgerlichen und Geschäftsleben unserer Stadt hat sich Herr Fürth durch/ Tatkraft, eisernen Fleiß, nie ermüdende Schaffensfreude und Eharakterfestigkest eine geachtete Stellung erworben. Deut Jubilar ist das Glück zu teil geworden, in seiner beruflichen Tätigkeit und in seinem Wirken für die Gemeinschaft viele Früchte reifen ztt sehen, zu deuett er mit den Sauten gelegt hat. Möge es ihm noch viele Jahre vergönnt sein, sich des Geschaffenen und Gewordenen zu ersreueu und die Gewißheit feines Bestandes — trotz aller äußeren Stürme — an sich zu erfahren! Offenbach a. M. Auch in unserer Gemeinde ist eine Berat u tt g s st e l l e eingerichtet worden. Ihr obliegt die Aufgabe, allen Mitgliedern der Gemeinde, die infolge der gegenwärtigen wirtschaftspolitischen Verhältnisse aus ihrer seitherigen Erwerbs- und Berufstätigkeit herausgerissen worden sind, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Tie Beratmtgsstelle befindet sich im Gemeindehaus Göthestraße 1. Sie ist jeden Montag und Mittwoch von 17—19 Uhr geöffnet. Mainz. Bei der am 10. Juni d. I. stattgefundenen Mitgliederversammlung „Ehemaliger 80er" war Kamerad Bettny Levy Gegenstand herzlichster Ehrung. In Anerkennung der Verdienste, die sich Kamerad Levy unt den Verein erworben hat, ernannte ihn die Ortsgruppe Mainz unter Ueberreichung einer entsprechenden Urkunde und des mit Widmung versehenen Ehrendegens zum Ehrenvorsitzenden. Für die mir zur Feier meines 80ten Geburtstages so zahlreich zu Teil gewordenen Wünsche und Ehrungen danke ich auf diesem Wege aufs herzlichste. Mainz, im Juni 1933. A. Schott. Dereine unb Derbänbe. vorzunehmen. Die für Monat August auf RM. 4.— ermäßigten Pflegesätze verstehen sich einschließlich regelmäßigem gymnastischen Unterricht. Alle Anfragen sind zu richteü an die „Verwaltung des Kinderheims der Zionloge", Hannover, Körnerstraße 6. Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser und der Verein jüdischer Hotel-Besitzer und Restaurateure weisen gemeinsam erneut darauf hin, daß die jüdischen Hotels in Deutschland auch in heutiger Zeit in der Lage sind, ihren Gästen ein echtes jüdisches Heim in guter, moderner Aufmachung zu bieten und daß die Versorgung der Gäste einschließlich ständiger Belieferung mit frischem Fleisch bestens organisiert ist. Angesichts der besonderen Notlage des jüdischen Hotel-Gewerbes und der allgemeinen Zeitumstände darf erwartet werden, daß jüdische Geschäfts-, Ferienmtd Erholungsreisende an allen Plätzen, an denen sich jüdische Hotels befinden, diese aufsuchen, dort ihren Aufenthalt nehnten und dort speisen. Uebernachtungsmöglichkeiten für wandernde Junggruppen. — Innerhalb des Bezirks des Hess. Landesverbandes Jüd. Jugendvereine haben sich bis jetzt folgende Stellen gemeldet, die sich zur Verfügung stellen, um jungen jüd. Wanderern'Uebernachtungsmöglichkeiten ztt bieten: H a it a u : Fritz Steinhauer, Nußallee 29, O f fte n b a ch : Sala Krakowsky, Sprendlinger Landstr. 76, Mainz: Emil Mannheimer, Boppstraße 4', B r e i t h a r d t (Wiesbaden-Land): Walter Falk, Mensfelden b. Limburg a. L.: Sigi Besmann, Daisbach (Post Mühlbach-Nass. Lanö): Emnti Levita, R ü ck c r s h a u s e n (Post Mühlb.-Nass. Land): Lucie Heyttm. Es ist notwendig, daß Wandertrupps bezw. ihre Führer sich rechtzeitig unter genauer Attgabe des in Attssicht genontmenen Tags der Ankunft und Abreise und der Zahl der Teilnehmer v o rh e r mit obigen Adressen in Verbindung setzen, falls sie Unterkunft wüttschen. Zur Verfügung stehen saubere, aber primitive Unterkunftsmöglichkeiten (Scheunen, Böden und dergl.) mit Waschgelegenheit. Wir bitten, uns weitere Möglichkeiten umgehend zu melden, damit wir die Adressen verwerten' können. Hessischer Landesverband Jüdischer Jugendvereine Deutschlands Mainz, Boppstraße 4 Mische Sportler. Das Jugendpflegedezernat der Jüdischen Gemeinde, Berlin 0 2, Rosenstraße 2/4,'erläßt nachstehende Aufforderung: Durch das Vorgehen der Sportverbände und der Verbandsvereine wird es dem deutschen jüdischen Sportler in Zukunft nicht mehr möglich sein, seinen Sport in dem freiwillig erwählten Verein auszuüben. Bekannte und erfahrene Vereinsfunktionäre haben sich daher die Aufgabe gestellt, diese nunmehr vereinslos gewordenen Sportler zu sammeln, um ihnen die Möglichkeit zu verschaffen, ihren Sport weiterzubetreiben. Es ergeht daher der Ruf an alle jüdischen Sportleute im ganzen Deutschen Reich, aktive und Passive, sich so schnell als möglich unter Angabe ihrer Anschrift bei der obengenannten Stelle zu melden. Wichtig ist es, anzugeben, welchem Verein sie bisher angehört, welche Sportart sie betrieben und welchen Funktionärposten sie bekleidet haben. Selbstverständlich können sich auch solche melden, die bisher keinem Sportverein angehört haben, aber trotzdem Sport treiben wollen. Das Kuratorium der Professor D. Simonsen Gesellschaft e.V., Bad-Nauheim übersendet uns nachfolgende Notiz zur Veröffentlichung: Mit Unterstützung atts Mitteln der Professor D. Simonsen Stiftung kann jüdischen Kranken, die einer Kur in Bad-Nauheim bedürfen, die Durchführung dieser Kur zu besonders ermäßigten Gebühren erncöglicht werden. Tie Gäste der Professor D. Simonsen Gesellschaft e. V. erhalten Unterkunft und Verpflegung in erstklassig geleiteten jüdischen Kurheimen. (Einzelzimmer mit fließendem warmen und kalten Wasser,. Dampfheizung, Veranden und Gartenbenutzung und ritueller Verpflegung). 'Gesuche sind an den Syndikus der Professor D. Simonsen Gesellschaft e. V. Herrn Rechtsanwalt Dr. Selmar Spier, Frankfurt a. Main, Taunusstraße 1 zu richten. Das Kindererholungsheim der Zionloge U. O. B- B. auf Norderney teilt mit: Im Ferienmonat Juli ist das Heint vollkommen besetzt. Anmeldungen für den Monat August — bitten wir sofort Büdierfdiau. Rudolf Hallo, „Judaica". Sonderdruck atls „Religiöser Kunst atts Hessen und Nassau". — Verlag des Kunstgeschichtlichen Seminars Marburg. (RM. 12.—). — Wie unter des Winters glänzender Schneedecke unsichtbar die Erde sich zum Frühlingskeimen bereitet, vollzieht sich hinter dem repräsentativen Gepräge der geltenden Weltanschauung schon der Wandel zu einer neu aufblühenden Gesinnung, nur dem geistigen Auge weniger tieffühlender Menschen wahrnehmbar und verkündenswert. Unter denen, die seit Jahren in Deutschland unter Hinweis auf die jüdischen Altertümer den Weg über Aesthetik und persönlichen Ahnenkult hinaus zu den Tiefen geschichtlicher Selbstbestimmung und damit zur Neueroberung unserer heiligsten Werte gingen, wird für immer Rudolf Hallo's Name ehrenvoll glänzen. Das letzte Werk des leider so früh verstorbenen Assistenten'des Kasseler Landesmuseums, der sich in seinen Mußestunden so liebevoll mit der jüdischen Geschichte seiner kurhessischen Heimat beschäftigte, hat den besonderen Reiz, durch das kunstgeschichtliche Seminar der Univer- 4