Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 8 (1933)
- Issue
- 6 (7.1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9582242-9623192-9621135--0973-9621140- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
fität Marburg in mustergültiger Ausstattung mit über 60 ganzseitigen Abbildungen im Rahmen des großen knnstgeschichtlichen Bandes: „Religiöse Kunst in Hessen und Nasfan" im vergangenen Jahre veröffentlicht worden zu sein und ist jetzt als Sonderdruck erschienen. Durch die lückenlose Zusammenstellung aller jüdischen Kunstnnd Kultnrwerke, die die Marburger Ausstellung 1020 zeigte, ist das sBnd) über ein wertvolles Zeitdokument hinaus zu einem Standardwerk für die jüdische Kulturgeschichte Deutschlands geioorden, das in seiner wirkungsvollen Ausstattung sich außerdem zu besonderen Geschenkzwecken an alle diejenigen besonders eignet, die willen's sind, den Geist zurückznerobern, der alle Schriften Hallo's durchbricht, der den Weg weist zu einer Tradition, die das 10. Jahrhundert verwischt und es um einer besseren Zukunft willen baldigst zu erfassen gilt, zur Besinnung auf unsere jüdischen Eigenwerte und der selbstlosen Liebe zu unfern alten Gemeinden. Tr. Ldbg. Dr. Emil Cohn, Neuhebräisch schnell gelernt. — Verlag Siegfried Schalem, Berlin-Schöneberg — Preis RM. 2.85. Es gibt bis heute keinen wirklich praktischen Sprachführer für Palästina, der durch prägnante Methotik und Kürze, faßliche Uebersrcht eine schnelle Einführung ins Nenhebräisch ermöglicht. Diesem Bedürfnis will das vorliegende kleine Buch entsprechen. Es ist ans Schnellkursen entstanden, die die Not der Zeit erforderte und die den Versuch machten, im Rahmen von etwa 15 Sektionen dem Anfänger über die ersten Schwierigkeiten des Nenhebräischen hinwegznhelfen und ihn soweit zu fördern, daß er sich einigermaßen verständigen kann. Das Buch besteht ans drei Teilen: 1. einer Grammatik, die mit Einzelheiten nicht beschwert ist, sondern das Wesentliche instruktiv und einleuchtend heransarbeitet; 2. eine r E i n f ü h r n n g in die w i ch t i g st e n Begriffe der G e s p r ü ch s w e l t des neuen P a l ä st i n a in methodisch anfgebanten Dialogen und Gesprächsübnngen und 3. eine m deutsch-hebräischen Lexikon von' 2000 Worten und Begriffen des praktischen Lebens. Jedem Palästina-Reisenden kann das im Preise sehr niedrig gehaltene Werkchen anss wärmste empfohlen werden. Es wird ihm ioertvolle Dienste leisten können. Hugo Herrmann, Palästina, wie es wirklich ist. — Mit 72 Illustrationen und zwei Karten. — Fiba-Berlag, Wien-Leipzig. Ganzleinen RM. 5.30, broschiert RM. 3.80. Ein begeisterter Zionist, zugleich aber ein kühler Kritiker und unbestechlicher Beobachter stellt in diesem glänzend ausgestatteten und reich illustrierten Buche die politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Probleme Palästinas in anschaulicher und fesselnder Weise dar. Das Buch ist ein wertvoller Beitrag zur Klärung eines beute außerordentlich aktuellen, trotzdem aber noch sehr häufig mißverstandenen und mißdeuteten Fragenkomplexes. Der „Führer durch die jüdische Gemeindeverwaltung und Wohlfahrtspflege in Deutschland" (mit Einschluß des gefaulten Schulwesens) ist vor kurzem erschienen. Tie Zentralwohlsahrtsstelle war bei der Herausgabe des Buches, die im Einvernehmen mit den Landesverbänden jüdischer Gemeinden erfolgte, bestrebt, in erster Reihe allen Gemeinden, Verbänden, Vereinen, Anstalten usw. einen Führer zum praktischen Gebrauch in die Hand zu geben, darüber Hinalls aber den weitesten jüdischen Kreisen, sowie den behördlichen und interkonfessionellen Stellen ein geschlossenes Bild der jüdischen Genleindeverwaltnng, der jüdischen Wohlfahrtspflege und des jüdischen Schulwesens zur Verfügung zu stellen. Im ersten Teil werden — in geographischer Anordnung, die Verhältnisse in etwa 2500 jüdischen Gemeinden Deutschlands mit umfassenden Angaben dargestellt. Es folgt eine Uebersicht über die Landesverbände der jüdischen Gemeinden, weiterhin über die gesamte Wohlfahrtspflege (in systematischer Anordnung) einschließlich aller Anstalten und' Einrichtungen, wie Krankenhällser. Altersheime, Erziehungshcime, Vereine und anderen Organisationen, sodann eine Gesamtdarstellung des jüdischen Bildnngswesens und der kulturellen Einrichtungen. Das Buch wird sicherlich zum unentbehrlichen Werkzeug einer jeden Gemeinde und Organisation, aber auch eines jcbcit in der Gemeindearbeit, der Wohlfahrtspflege, dem Schulwesen Tätigen werden imb darüber hinaus zu einem Nachschlagewerk für alle sonst am jüdischen Gemeinde- und Wohlfahrtsleben Interessierten. — Es umfaßt 504 Seiten und kann zum Preis von 7 RM. (geb.) und 0 RM. (brosch.) bei der Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden, Berlin-Eharlottenbnrg 2, Kantstraße 158, bezogen werden. „Der Morgen" — Philo-Verlag. Berlin W 15 — Jahrgang 0, Heft 1 — Jahresabonnement RM. 12.—, Einzelhest RM. 2.25. Die 1. Nummer des neuen (nennten) Jahrgangs enthält eine Reihe höchst wertvoller wissenschaftlicher Arbeiten. Ein Aufsatz des bekannten Philosophen Ernst C a s s i r e r behandelt Bergsons Ethik und Religionsphilofophie in Anlehnung an das kürzlich auch in deutscher Sprache erschienene neueste Werk Henri Bergsons über Ethik. — Prof. Brntzkus bringt eine aufschlußreiche anthropologische Abhandlung über die Abstammung der Inden, die den neuesten Forschungen gerecht wird. — Selma Stern behandelt;n ihrer wissenschaftlich gründlichen und methodisch exakten Weise die seelische Ttrnktnr des'Ghettomenschen in einer feinen kulturpfycho logischen Skizze. — Das Problem der deutsch-jüdischen Bauernsied lnng wird in dem Aufsatz von Ernst Holzer erörtert, dem Franz O p p e n h e i ni e r eine eingehende Erwiderung und Ergänzung folgen läßt. — Ans dein bedeutenden Werke des großen römischen Historikers Dessau „ Geschichte der römischen Kaiserzeit", greift R. Strauß das interessante Kapitel „Judäa und die Juden" heraus, um es einer eingehenden Würdigung zu unterziehen. — Tie „deutsche Literaturgeschichte" von Paul Fechter wird von Ernst L i s - f a n e r kritisch gewürdigt. — Es folgen Beiträge von Gottfried S a l 0 m 0 n , Walter G 0 l d st e i n u. a. über wesentliche Neuerscheinungen der Bücherwelt. In der soeben erschienenen Nr. 2 des 9. Jahrgangs bringt die Schriftleitnng dieses Mal wieder — wie sie das' von Zeit zu Zeit zu tun pflegt — ein Sonderheft heraus, das Leo B a e ck dem eifrigen Mitarbeiter und verständnisvollen Förderer des Morgen gewidmet ist. Es schildert die Stellung des Geistlichen in der Gemeinde, deren Bedeutung gerade im jetzigen Moment, in dem die Erschütterung aller Verhältnisse die tiefsten seelischen Konflikte heranfbeschwört, garnicht hoch genug geschäht werden kann. Drei Rabbiner haben das Problem von den verschiedenen Seiten her betrachtet: Max D i e n e m a n n vom Prinzipiellen und Historischen ber, der Vertreter des traditionellen Judentums, Oberrabbiner Tr. Joseph C a r l e b a ch schreibt über „Das Ewige und das Zeitliche in; Wirken des Rabbiners" und M a x Wiener über den Rabbiner als geistigen Führer. Dann folgen außerordentlich gut gegliederte prinzipiell sehr instruktive Darlegungen über „den Priester in der kaiholischen Kirche" von dem Berliner Stndentenseelsorger Dr Johannes P i n s k. Die Darstellung des protestantischen Geistlichen mußte ans technischen Gründen ans eine der folgenden Nummern vertagt werden. Neben dieser prinzipiellen Frage werden auch allgemeine wissenschaftliche Probleme, die zum Wesenskreis des Morgen gehören, in zwei tiefgründigen Arbeiten behandelt. I s a a c Heinem a n n schreibt in der ihm eigenen wissenschaftlichen Durchdringung mit allgemein verständlicher Darstellnngsknnst über „Palästinensische und alexandrinische Schriftforschnng". Ernst Cassirer beschließt das wertvolle Heft mit den; 2. Teil seines Aufsatzes „Henri Bergsons Ethik und Religionsphilosophie", in dem er hauptsächlich Bergsons religionsphilosophische Stellung darlegt und begründet. Trotz ernster Sorgen sucht die deutsche Jndenheit nach besten Kräften das Banner der jüdischen Wissenschaft hochzuhalten, das ja in erster Linie von deutschen Gelehrten entfaltet worden ist. Zeuge dafür ist das zweite Heft des Jahrganges 1033 der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, düs mit gewohnter Pünktlichkeit Ende des Monats erschienen ist. Hans Lewy zeigt, daß in; ausgehenden Altertum Versuche nnternominen wurden. den Inden das Recht ans ihr palästinisches Heimatland zu bestreiten; Adolf Kober veröffentlicht eine rheinische Jndenordnnng ans dem Beginn des 18. Jahrhunderts, die veranschaulicht, wie eng man damals in einer Zeit zünftlerischer Abgeschlossenheit den Kreis der wirtschaftlichen Betätigung der Inden zog. Daß all diese Bedrückungen dem Jndentnn; die Frische des Geisteslebens nicht nehnren konnten, tritt andererseits hervor ans Walter Fischels Behandlung der jüdisch-persischen Literatur, welche ein fast unbekanntes Gebiet unseres Schrifttums der Betrachtung erschließt. „In die Spuk- und Zanberspähre" internationalen Volksglaubens führt ein Aufsatz des gelehrten Rabbiirers Max Grnnwald, eines vorzüglichen Flenners der allgemeinen Volkskunde, in; letzten Heft der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums". Er weist an der Hand neuerer Forschungen und einer unveröffentlichten Handschrift nach, wie jüdischer Zanberglanbe zunächst ans den Islam, dann, zum Teil durch dessen Vermittlung, ans das christliche Mittelalter wirkte. In; gleichen Heft setzt Samuel Klein, Professor an der Jerusalemer Universität, seine vielbeachteten Untersuchungen zur jüdischen Altertumskunde fort. Bernhard Heller bespricht die bizarre Spiegelung des Lebens Jesu in einer volkstümlich jüdischen Schrift. Eisenstein widmet der ältesten Geschichte der Inden in Polen eine besonders gediegene Untersuchung. So wird denn auch oies Heft durch seine Reichbaltigkeit Gelehrte wie Laien stark anziehen. Man abonniert die Monatsschrift. indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von RM. 10.— an die Gesellschaft (Postscheckkonto: Berlin Nr. 7030) sendet. Perfonalnotizen. Geboren: M ainz : 0. 5. 33 zwei Töchter des Herrn Richard Kahn. 22.5- 33 ein Sohn des Herrn S. Süß. 5