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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1932-10-01 · 10 (10.1932) · p. Seite 4

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
7 (1932)
Issue
10 (10.1932)
Date
1932-10-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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7—r _ 2°) Epstein, Die Familie Luria, Seite 83 — Lewysohn, Nafschos Zadikim Seite 60 — Günzig, I. Wundermänner im jüd. Volk S. 39 und David Kaufmann I. CH. Bacharach S. 32. Berliner Sammelband 3. Jahrg. S. 11. 22) Kaufmann I. CH. Bacharach S. 32. 23) Mainzer Memorbuch Nr. 163 — Gedenken möge der Herrin Erbarmen der Seele der frommen und geachteten Frau Rabbiner Edel, Tochter des Rabbi Schelomo Hakohen usw. Dafür, daß ihr Sohn Rabbi I o s s l i n , Vorbeter der heiligen Genreinde zu Mainz zu ihrem Gedächtnis eine Spende für Almosen gegeben usw. — Sterbejahr ist nicht angegeben.; juul/u. Mrm Werden die deutschen Juden Schutzbürger des Zentrums sein? Von Lazarus F r i e d m a n n , Mainz. Die „Tägliche Rundschau" Berlin (vom 21. 7. 1932) scheint ernstlich zu glauben, daß die deutschen Juden durch den Rückgang des Liberalismus und das Erstarken des Antisemitismus in Deutschland auf dem Wege seien, Schutzbürger des Zentrums zu werden, wie sie vor 1815 Schutzbürger der Fürsten waren. Diese Auffassung, bei welcher der Wunsch der „Tägl. Rundschau" der Vater des Gedankens zu sein scheint, ist durchaus irrig. Zwar ist der Liberalismus als Partei beinahe verschwunden, aber der Gedanke des Rechts und der Freiheit lebt dennoch in der Menschheit und ist auch bei der Zentrumspartei so stark, daß die Juden ebensowenig Schutzbürger des Zentrums sein werden, wie sie früher Schutzbürger des Liberalismus waren. Man darf die politische Haltung des heutigen Zentrums mit der Haltung des Zentrums der Bismarck- und Windhorstschen Zeit nicht verwechseln. Damals war das Zentrum wegen des beftigen Kulturkampfes fast ausschließlich eine konfessionelle Partei. Ihre Aufgabe war hauptsächlich die Verteidigung ihrer religiösen Grundsätze, alles andere war ihr nebensächlich. Wir wollen nur ein Beispiel dafür erwähnen: Bei einer öffentlichen politischen Versammlung über eine große Steuervorlage, worüber große Beunruhigung herrschte, hatte der Mainzer Reichstagsabgeordnete Nicolai Racke unter starkem Beifall der anwesenden kath. Bevölkerung ausgerufen: „Meine Religion ist mir so teuer, daß ich zu Bismarck sage: „Nimm, nimm mix alles, alles, nur laffe mir meine Religion!" Von jener Zeit datiert auch das geflügelte Wort vom „Kuhhandel". Für ein kleines Angebot seitens der Regierung zugunsten der Religion wurde tatsächlich manches Zugeständnis gemacht. Nach Beendigung des Kulturkampfes ist die Partei eine bürgerliche, politische und wirtschaftliche Partei geworden. Man darf annehmen, daß das Zentrum, das jahrelang für ferne religiösen Rechte gekämpft hat, auch die Rechte anderer Bekenntnisse zu achten weiß. Den Beweis hierfür entnehmen wir als Juden aus der Tatsache, daß das Zentrum gegen das Schächtverbot, gegen die Reform des Kalenders und vielfach auch gegen den Antisemitismus aufgetreten ist, was wir Juden dankbar anerkennen. Dieser Rechtsgedanke, den das kath. Zentrum besitzt, war von jeher auch dem jüdischen Volk eigen. Durch biblisches Gebot ist der Rechtsgedanke und die Rechtsübung dein Juden urrveräußerliches Gut geworden und dadurch, daß die Juden so oft für ihre Menschenrechte kämpfen mußten, haben sie die Rechte anderer Volksklassen sorgfältig zu achten und für Gleichberechtigung einzutreten gelernt. In den östlichen Ländern, wo seit Jahrhunderten jüdische Richter in Prozessen über Mein und Dein zwischen den Juden nach dem jüdischen Gesetz urteilen, kommt es öfters vor, daß auch Nichtjuden den Rechtsspruch dieser jüdischen Richter anrufen, da sie von deren Unparteilichkeit überzeugt sind. Im Altertum, im Mittelalter und in der Neuzeit lehnten es die Juden ab, die Entrechtung irgend einer Klasse oder eines Volksteils zu betreiben; Schutzbürgertum ist nach jüdischer Auffassung Entäußerung der Nechtsfreiheit und ein Widerspruch zum Grundsatz: „Gleiches Recht für Alle!" 4 1$ ie folgenden Damen und Herren haben die sonst ' üblichen postalischen Glückwünsche zu Roschhaschonoh durch eine Wohlfahrtsspende abgelöst. Sie bekundenhierdurch ihre Segenswünsche auf eine nntt nö^nm allen Freunden und Bekannten und danken zugleich erwidernd für die an sie ergangenen Gratulationen. Mainz: Moritz Berney und Frau Frau Hedwig Berneh Dr. L. Ehrmann und Frau Siegfried Fraenkcl Sal. Will). Fraenkel u. Frau Manfred Fröhlich und Frau Friedrich Frohwein Dr. Max Gerstmann u. Frau Frau Eugen Herzog Wwe. Jacques Herzog und Frau Oberkantor I. Jonas u. Frau Ludwig Jourdau Julius Jungermaun u. Fam. Bank Kahn & Co. Adolf Knopp u. Familie Dr. Emil Kramer Rabbiner Dr, S. Levi und Familie Justizrat Dr. Lichten u. Frau Fritz Löwensberg Hugo Löwensberg u. Frau Kommerzienrat B. A. Mayer und Frau N. N. Jsaac Oppenheimer u. Fam. Dr. Julius Picard u. Frau Lehrer M. Rosenberg u. Frau S. Nusznyak und Frau Jos. Siegfr. Selig und Frau, Kaiserstraße 82 Adolf Scheiering u. Frau Karl Schlicher -Familien Schneeberger Theo Weil und Frau Alsfeld: Lehrer L. Kahn Alzey: Simon Oppenheimer Darmstadt: Rabbiner Dr. Erich Bienheim Siegfried Stern & Sohn Echzell: Lehrer Joses Stern u. Fam. Gießen: Rechtsanwalt Rothenberger und Frau Provinzialrabb. Dr. Sander Groß-Gerau: Heinrich Hirsch Harxheim: Ferdinand Mayer u. Familie Bad Nauheim: Rechtsanwalt Dr. Stahl und Frau Ober-Ingelheim: Ferdinand Oppenheimer Ofsenbach: Justizrat Dr. Goldschmidt Notar u. Rechtsanwalt Dr. Guggenheim Lehrer Jakob Strauß Oppenheim: Siegfried Rosenthal Osthofen: Ludwig Ebert Wallertheim: Emil Jsaac und Frau Worms: Rechtsanwalt Dr. Goldschmidt Sanitätsrat Dr. Nickelsburg ,(? Aus unseren Verbandsgemeinden. Butzbach. Seinen 75. Geburtstag beging am 31. vor. Mts. Herr Louis Engel in voller Rüstigkeit. Seit' über 30 Jahren übt er in unserer Gemeinde an den hohen Feiertagen und nötigenfalls auch an den Sabbaten ehrenamtlich die Funktionen eines Hilssvorbeters und Bal-Kore aus. Der Vorstand der israelitischen Neligionsgemeinde überbrachte namens der Genreinde dem Jubilar die bestenWünsche zu seinem Geburtstage. Als bescheidenes Zeichen der Dankbarkeit erhielt Herr Engel von der Gemeinde einen Rühesessel. An dem auf den Geburtstag folgenden Sabbat erwähnte der erste Vorsteher, Herr Isidor Krämer, im Verlause des Gottesdienstes in einer kurzen Ansprache nochmals die Verdienste, die sich Herr Engel um die Gemeinde erworbeu hat uud gab dem Wunsch Ausdruck, daß es ihm vergönnt sein möge, sich noch lange in der Gemeinde wie seither zu betätigen und einen glücklichen Lebensabend zu genießen. Gießen. Der Inhaber der Firma I. Pfeffer, Herr Kaufmann Ignatz Pfeffer, begeht am 3. Oktober das" 50jährige Bestehen seines Unternehmens. Der im 76. Lebensjahre stehende Chef des Hauses hat sein Geschäft aus kleinen Anfängen zu eiuer beachtlichen Höhe geführt. Der noch rüstige und persönlich tätige Herr

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