Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 7 (1932)
- Issue
- 5 (5.1932)
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Fürsorge des Hilfsvereins den Schlesischen Bahnhof in Berlin 18SH7 Ausnub Rückwalldercr (8004 Männer, 0572 Fronen lind 8721 Kinder), davon 4838 Nichtjudcn. Dnrch Ncll-Bentschcn, wo ein Vertrauensmann des Hilfsvereins tätig ist, fuhren 4200 Inden. lieber Hamburg und Bremen gingen rund 4800 Auswanderer. Im Büro des Hilfsvereins in Berlin wurden über lOOO Personen beraten. In Polen galt die Arbeit des Hilfsvereins hauptsächlich der notleidenden Jugend. Von den fünf Ferienkolonien, zu deren Errichtung der Hilfsverein 50 000 NM. beigeftencrt bat, sind im Sommer 1031 drei in Betrieb genommen worden. Die Wot der von der .Hochwasserkatastrophe im Gebiete nördlich von Wilna im Frühjahr 1081 heimgesnchten jüdischen Gemeinden wurde gelindert. In Rumänien wurden elf Bildungsanstalten mit über 2500 Schülern und Schülerinnen unterstützt. Tr. Wischnitzer schilderte seine Eindrücke beim Besuch der Jeschiwoth, die von der Hasfkine-Stiftnng unterstützt werden. Erwies u. a. ans die Tendenz bin, den Jeschiwoth, Lehrwerkstätten anzngliedern ,die die Zöglinge, aiich für das werktätige Leben vorbereiten sollen. Er berichtete über die Zusammenarbeit mit den führenden jüdischen Organisationen in Frankreich, England und Ainerika. Rabbiiier Tr. Liidwig Roseiithal, Köln, dankte im Namen der Generalversarnniliuig der Leitung des Hilfsvereins für die geleistete Arbeit und huldigte der Persönlichkeit seines Führers, James Simon. Rabbiner Tr. Sali Levi, Mainz, gab in seinem Vortrage über Erlebnisse au der Ostfront in den Jahren 1014 bis 1018 ein Bild von der Lage der jüdischen Bevölkerung in der Kriegszone und von den Hilfsaktionen, an denen der Hilssvercin führend beteiligt war. Er begrüßte es, daß der Hilfsverein in Fortführung seiner Traditionen die Jugendfürsorge, insbesondere die Berufsausbildung der Heranwachsenden Generation, in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellt. Israelitische Kinderheilstätte Bad-Kissingen e. V., Sit? Nürnberg. Die Generalversammlung des Vereins fand am 8. April in Nürnberg statt. Aus dem Jahresbericht des 1. Vorsitzenden, Herrn ^anitätsrat Tr. Münz, Bad-Kifsingen, geht hervor, daß das abgelansene Betriebsjahr 1081 ein Spiegelbild der rastlosen, zielbewußten und segensreichen Arbeit im Dienste für die armen, kranken Kinder bildet. Trotz der geradezu katastrophalen Ungunst der Zeitverhältnisse war es möglich, fast 400 Kindern aus allen Teilen Deutschlands die Wohltaten der Anstalt zuteil werden zu lassen. Der weitaus größte Teil, nämlich 284 Kinder, fand völlig unentgeltliche Ausnahme. Insgesamt hat die Anstalt seit ihrein Bestehen über (>500 Kinder aus allen Teilen Deutschlands, zumeist ans den armen, hilfsbedürftigen Kreisen und dem jetzt so verarmten Mitteldeutschland allsgenommen und ihnell die kosrbarsten Güter der Iligeild, Lebensfrische uild Gesundheit, lviedergegebeil. Es gelailgtcn die verschiedcllartigsteil Krankheiten zlir Behandlung und auch ili diesem Jahre warcll die Erfolge geradezu glänzend. Krank uild siech ziehen die Kinder in die Heilstätte ein lind zu neuem Leben erblüht, verlassen sie dieselbe. Alich die de»l Verein allgegliederte Institlltion für berufstätige Mädchen lind Fraliell hat iit der abgelanfenen Saison eine überaus segensreiche Tätigkeit entfaltet. Es wlirde 80 Patientiiliieil alis verschiedencil Geiileilidcil Deutschlands Uilterstützliilg lind Förderung für den Gebralich einer Kissillger Kur gewährt. Ten Kasseilbericht erstattete der Schatzmeister Herr Kurt Ottcnsooser. Illsolge der schwereil Zeit war der Eingang von Beiträgell sehr ililgünstig undgräßereStiftungen sielen vollstäildig alls. lieber den Etat 1082 berichtete Herr Julius Simoil Banmann. Obwohl die Mittel des Vereiils sehr erschöpft sind, wurde beschlossen, auch int Jahre 1032 den Betrieb int gleichen Umfange wie bisher aufrecht zu erhaltctl.-Es wird mit einem Ausgabenetat von ca. 35 000 RM. gerechnet, welcher zuin Weitalls größten Teil dnrch Spenden aufgebracht werdell muß. Bereits jetzt latlfen Aufnahmegesuche für das Jahr 1082 iit sehr großer Zahl eilt, zum größten Teil von Kindern des verschämtett nild verarmten Mittelstaildes, uild der Verein betrachtet es nach wie vor als feine schönste Aufgabe, diesen Kindertl die Wohltatett der Anstalt angedeibei^ zll lassen, trotzdem alich unser Verein tnit schwereil finanziellen morgen zu käiilpfen bat. Um die außerordentlich großen Mittel aufzubriligen, ist der Verein mehr denn je mlf die Unterstützung seiner Freuilde und Gönner allgewieseti uild der Vereill vertrant daraus, daß ihm auch in diesem Jahre von allen edlctt Kinderfrenndcn, welche ein Herz für jüdisches Kindereleitd haben, die ttötigen Spcndcn zufließen, damit die Kinderheilstätte auch diesmal die entsetzliche Not dieser Aermsten der Arnten lindertl katttl. Wer ntöchte es veratltworten, und wesscil Herz ist nicht tief bewegt bei dem Gedanken, daß arme, kranke Kinder in der Blüte ihrer Jahre dahinwelken müßten, weil etwa die nötigen Geldmittel nicht aufgebracht werden? An alle ergeht deshalb die herzliche Bitte: Vergesst nicht die Aermsten der Armen, Gebt für die bednnernswcrten, tränten Kinder! (Spenden auf unser Postscheckkonto Nr. 1080 in Nürnberg.) Am 15. lind 10. Mai 1082 findet in Köln «Rheinland-Loge, Eäcilieustraße 18/22 eine gemeinsame Tngnng der Grnppenverbnnde Rbeinland-Wcstfnlen und Südwestdentschland des Rcichsverbaildes ostjüdischer Organisationen in Teutscktlnnd statt. Diese Tcignng hat ihre besaildere Prägung anläßlich des zehnjährigen Bestehens des rheinisch-westfälischen Gruppenverbandcs, nnb verfolgt ganz besonders beit Zweck, durch grundlegende Referate zusländiger Persänlichkeitell, die lillgebellre wirtschaftliche Wot zll behandeln, iil der sich der Weitalls größte Teil der Ostjudenheit z. Zt. in Teutschlaild befindet. Für Samstag, ben 14. Pdai, abends 0 Uhr, ist in ben Räumen der Rheinlandloge eitle Kundgebung vorgesehen, bei welcher verschiedene Rediter über das Theilta: „Osijüdische Not in Teutschlaild" sprechen werden. Am Soilntag, den 15. Mai, findet die eigentliche Tagllilg von vormittags 10 Ubr an statt. Ter Montag, der 10. Mai, ist für interne Verhandlungen vorgesehen. Ailläßlich des K.K.L.-Tages zu Lagbevmer wird voll einer Jung-Jüdischen Spielgruppe iit Mainz, unter Leituilg des I.Z.K. am 24. Mai 1082 im großen Saale der Liedertafel das lieue Stück: „Die Einzige Lösung" ansgesührt. Dies Kollektiv-Drama ist eine Kllnstsorm, die sich voln alten Theater in vieler Hinsicht nnterscheidet: größte Schlichtheit der Bühne, fast vollkommener Verzicht ans -Ausstattung, sparsamste Aildeutllilg des Milieus der verschiedenen Szeitcn, die bei offenem Vorhang blitzschnell lvechseln, indem jeweils eine andere Partie des Bübnenrallines alls dein Dunkel hervorgeht itnb durch den -Lcheinwcrser hervorgehoben lvird. Seiil Grllndgeprägc erhält das Stück dllrch die Verwenduilg des Sprechchors, der ans »lindestcils 15 Personen bestehen soll. Die gemeinsam gesllngeneil lind gesprochenen Texte lind die einheitlichen Bewegllilgen dieser Masse, die ans das ^orgsältigste einstlidiert lverden müssen, üben, voll Musik liud Scheinwerfer lmterstützt, eine unheimlich aufwübleilde Wirkung alls. Die Worte vermitteln die einfachsten Gedanken der zionistischen Ideologie. Dnrch die Form aber lverden emotionelfe Bezirke der Zuhörer in Erregung versetzt. Die trockenen und doch so bedentllngsvollen Dateil und Ziffern über Palästina, die der Dichter vorzubringen sich nicht schellt, die nach seiner Aillveisling überdies du.rch grelle reklametechnisch gilt alisgesührtc Plakate noch besonders hervorgehobcn lverden, erhalten alls diese Weise eilte Einprägsanlkeit besonderer Art. Babylonische Einflüsse. Von Paul Volz. Ans dem Werte: Vom Buch, das tausend Jahre wuchs (f.Bücherschan.) .... Was erfahren wir nun durch die Ausgrabungen über Israel und über die Bedetltullg Babbloniens für Israel im einzelnen^ Zunächst geben luts die Keilinschristen dankeusiverteil Ausschluß über die Geschichte Israels. Wir bekommen z. B. als feste Zahlen voll ben Denkmälern die Zahlen 854 (Schlacht bei Kartar zlvischen Salmanassar II uild seinen siirisch-palästinellsischen Gegnern, worunter Ahab) nnb 842 (Triblltleistuilg des Iehu an Salmanassar II), lvvdlirch unsere bisherige biblische Ehronologie nm einiges geändert lvnrde; wir ersehen, was für ein bedeutender König politisch betrachtet, der König Ahab war, der in der religiösen Betrachtliilg der Bibel wegen seines Gätzendieilstes verdaiilint und durch die' Persönlichkeit des Elia verdeckt wird; wir terilcil I Kennen Sie unser■■ Abholungsverfahren? Kostenloses Abholen von Sparbeträgen von }l-2 RM an in beliebiger Höhe durch unsere Gelderheber in Wohnungen, Dienst- und Arbeitsräumen Fernsprecher: Amt Gutenberg Nr. 3801 Stadtamt Nr. 718722 u. 760 Städtische Sparkasse I MAINZ ■ 5