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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1932-01-01 · 1 (1.1932) · p. Seite 3

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
7 (1932)
Issue
1 (1.1932)
Date
1932-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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der Jugend diese Stätte der Zusammenkunft, der geistigen Arbeit und Sammlung zu schaffen, er habe das Vertrauen, daß die Vereine ihrerseits nun ihren Willen und ihre Kraft einsetzen würden. Die Weiherede wies auf den Sinn und die Mahnung des am nächsten Abend beginnenden Ehaililkkahfestes hin und schloß' mit dem Worte aus Otto Ludwigs Makkabäern: „Werde nie so reich an Geist, daß arm du würdest am Herzen." Sodanil sprachen Dank und Glückwünsche aus: Herr Jacob Marxsohn lfür den Franken- Verein den Aelteren), Herr Dr. Ladenburg (für den R.J.F.), Herr Dr. Jos. Kahn «für den Jiigendverein und seine Junggruppe), Herr Dr. Lehmann lfür die Rhenusloge), Herr Erich Hirschinanil (für die Zionistische Ortsgruppe und den Jungzionistischen Kreis) und Frau Theo Weil (für den Jüdischen Frauenbund). Neben dem Dank für den Gemeindevorstand brachte die Jugend besonders ihre Dankbarkeit zlim Ausdruck gegen den „Verein für jüdische Geschichte und Literatur", der seit Jahren unter Leitung seines Vorsitzenden, des Herrn Studienrat Dr. Lorge, eine Jugendbücherei unterhalten und allsgebaut hat und diese Bücherei bcm Jugeudverein in Selbstbetreuung übergab. Nach einem kurzeil Rundgang durch die Räume des Heimes setzte sich die Jugend alsbald zlir ersteil Arbeitsgemeinschaft in den neuen Räumen, die sich unter der Leitung des Herril Rabbiner Dr. Levi mit beu Ge- und Verboten der jüdischeil Lehre befaßt, zusanlinen. Die Beschäftiguilg mit der jüdischeil Lehre war so die erste Tat der Jugend im neuen Heim. Mainz. Alil 30. Jail. 1032 begeht mit G. H. unser Mitbürger Herr H e r rn a il n R e i l i n g die siebzigste Wiederkehr des Tages feiner Geburt. Der Jubilar kailn beiiil (Eintritt iil das biblische Alter mit Freude und Genugtuung auf die Erfolge feiner Wirksamkeit zurückschauen. Mit Fleiß ulld eiserner Energie hat er im Verein mit einem Bruder das väterliche Geschäft zll einer Firma von europäischem Ruf geführt. Ausgestattet mit feinsinnigem Kunstgefühl, das in feiner Vaterstadt in der Zeitspanne feiner Jugend unter dem Zeichen des kunstgelehrteil Prälateil Schileider, eineg geborenen Mainzers, lind feiner der Altertumswissenschaften zugetanenen Kreise stand, erwarb er sich, noch jllilg an Jahren, scholl fachwissenschaftliche Erfahrung, die ihll rasch ziliil Berater großer und bedeuteiider Antiquitätensammler werden ließ, und die seinen Ruf iil der Fachwelt der Gelehrten und Museumsleiter begrülldete. In der Ernennung seiner Firina zunl hessischen, preußischen uild russischen Hoflieferaliten trat sein Erfolg äußerlich in Erfcheinuilg. eben seiiler Berufsarbeit leiht der Jubilar feine Kraft und Erfahrung dein Wähle der Allgemeinheit. Eiil treuer Sohn der Mainzer israelitischen Religionsgeineinde, iil der die Faniilie seiner Mutter, die Faiililie Schmalkalden, seit nieten Generationen beheimatet ist, hat er sich allezeit in den Dieilst ihrer religiöseil llild gemeinnützigeil Institutionen gestellt. — Neben der Zentralivohlfahrtsstelle der israelitische>l Religionsgemeiilde, deren engeren Leitllng er allgehört, bcm Vorstand des Hilfsvereins, dem Ailsschusfe der Religionsgesellschaft, dem Vorstand des III. «Bretzenheimerj Kraiikeilvereills iil Malnz u. a., sei besoiiders seiner regen Mitarbeit im Vorstand des Jsr. Hospitalvereins, dein er seit seiiler Begründung ailgehört, ehreild gedacht. Wir wüilschell dem Jubilar l Offenlinch. O e f f e il t l i ch e A u f k l ä r u n g s v or trüg e. Anl 20. Noveiiiber unb 0. Dezember d. I., ailfailg 11,3l) Uhr vorulittags, veraiisialtete iliisere Geineinde iil der Syilagoge zwei öffeiltliche Vorträge vor jüdischeiil unb nichtjüdischem Publikum als Fortsetzung des im Februar v. I. begoiliieiieil Zyklus: „Gibt es eine jüdische Geheimlehre?" Am 20. November sprach Herr Rabbiner Tr. Dieiiemanil, Offcnbach, über die „Kabbalah". Teil 2. Vortrag „Wer waren die Pharisäer?" hatte Hexr Rabbiller Dr. Goldiilaiiii, Leipzig übernommeil. Durch Plakate "an ben Anschlagsäulen lind durch Jilserate iil der lokalen Presse waren die Bürger uliserer Stadt zll diesen Veranstaltungen eiilgeladeil ivorden. Ter Synagogeilraiiin war gilt besetzt. Die Hörer folgteil mit großer Aufmerksamkeit und starkem Jilteresse beu Ausführililgen beider Mxebner, eine Allzahl der nichtjüdischen Besiicher ließ sich aiil Schluß des Vortrages ergänzende Belehrungen llild Aufklärilng über Thora, Gottesdienst, killtische Gegenstäilde iisiv. gebeil. Tie drei Tageszeitluigen brachten ausführliche llild sehr zllstiiillilellde Berichte. Jedeiifalls haben die Vorträge eineil nachhaltigen Eindrlick hiilterlassen. Rodheim v. d. H. Am 20. Dez. 1031 wurde nach kurzem Leiden Herr Lob Levi int Alter von 73 Jahren voll dieser Welt abberilfen. Herr Levi hat ein Menschenalter die Schechitoh in unserer Gemeilide uild in Nachbarorteil mit größter Gewissenhaftigkeit ausgeübt. Ebenso versah er iil uneigennütziger Weise viele Jahre hindurch das Amt des Porbeters, so daß fein Hms«Heiden für ilnsqre Geiileiilde einen stroßeri Verlust bedeutet. Vor Jahrzehnten noch eine blühende Gemeinde mit einem Lehrer, teilt sie nunmehr das Schicksal sh vieler Landgeiileiilden. Herr Levi war stets der Mittelpunkt religiösen Lebens iil lliiserer Geliieiilde. Seine Verdieiiste würdigte am Haiise und auf dem Friedhof iil Holzhausen Lehrer Seelig alis Friedberg, der ihn mit unserem Stammvater Jacob vergleichend, ben Dank lliiserer Gemeilide für sein treues Wirken zollte. Statistische Mitteilungen aus Hessen. Auszug aus deu „Mitteilungen des hessischen Landesstatistischeu Amtes" Nr. 10/12, 1031. Personenstands-Statistik. JL gs g-s- 0-2 Geboreil, beide Eltern israelitisch 148 10 8 Geboren, Vater israelitisch 15 1 -- Geboren, Miltter israelitisch 7 — 3 Geboreil, uiiehelich 0 — — Botgeboren, beide Eltern israelitisch 3 Totgeborcii, Vater israelitisch Totgeboren, Miltter israelitisch — 2 Totgeboren, unehelich 1 — Gestorben unter 1 Jahr 8 1 - Gestorben über 1 Jahr Eheschließuiigen, Mann und Frail 200 28 18 Israel iteii 103 0 8 Eheschließungen, Mann Israelit 15 2 1 Eheschließuiigen, Frau Israelit 12 1 1 Z 10 3 1 13 4 2 1 fr! 28 4 1 4 30 i 11 1 I I 14 1 24 0 2 1 „Ihr sollt den Frieden lieben!" lliiter diesem Motto fand eine große Kundgebung der jüdischeil Friedensorgaliisatioilen iil beu Ilnion-Festsälen zll Berlin statt. Die für die nördlicheil Bezirke bestimmte Beranstaltuilg giilg von dem Friedensnusschtts; der Lhnagogenvereine, dem Jüdischen Friedensl'und, der Jungjndischen Friedensgemeinschaft uild nno' bedenkt die wohltätigen Gemeindeeinrichtungen durch Spenden. 3

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