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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1931-09-01 · 9 (9.1931) · p. Seite 10

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
6 (1931)
Issue
9 (9.1931)
Date
1931-09-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Kraft des Jubilars iu den verschiedensten Ausschüssen dankbar zu nützen gewußt. In zahlreichen Vereinen und Organisationen innerhalb der israelitischen Gemeinde Mainz beteiligt sich Herr Justizrat Dr. Lichten seit Jahrzehnten mit an sührender Stelle: Er ist Vorsitzender des Israelitischen Waiscnvereins und des Israelitischen Heizungsunterstützungsvereins; er gehört dem Vorstand des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur, des Vereins zur Pflege jüdischer Altertümer und des Israelitischen Krankenhauses und Pfründnerheimes an. Bei den verschiedensten Anlässen bewies er gemeinsam mit feiner gleichgesinnten Gattin sein tätiges Interesse an den Aufgaben unserer Israelitischen Religionsgemeinde Mainz, mit deren Geschichte er sich und seine Familie verbunden fühlt. Die Hauptsynagoge der Israelitischen Religionsgemeinde Mainz verdankt dem Ehepaar Lichten sinn- und kunstvolle Stiftungen, die zugleich Beweise pietätvoller Gesinnung der Stifter sind. Möge dem Jubilar an der Seite der Gattin und im Kreise der Familienangehörigen noch viele Jahre segensvollen Schaffens beschieden sein. 552> D15‘2'yi 5KD Np Mainz. Es dürfte viele Mainzer interessieren, daß das neue Synagogengebäude des Israelitischen Templerverbandes Hamburg, welches dieser Tage eingeweiht wurde, von einem jüdischen Architekten (.Herrn Friedmann) erbaut worden ist, dessen Mutter eine Tochter des verewigten German Lorch und Nichte des verewigten Leo Lorch ist. Der Letztere hat der Verwaltung und den: Vorstand der Mainzer Gemeinde angehört. Die Familie Lorch zählt mit zu den ältesten Familien der heutigen Mainzer Gemeinde. Bei dieser Gelegenheit darf auch erwähnt 'werden, daß der Führer im Kampfe gegen die Liturgie des Hamburger Tempels, Chacham Bernays, ein Sohn unserer Gemeinde war. Mainz. Am 24. August wurde unter allgemeiner Teilnahine der Gemeinde Bernhard Lorch, der Sohn des Herrn Leop. Lorch, zu Grabe getragen. 31jährig, mitten aus der Arbeit heraus, ist der hoffnungsvolle junge Mann einem Unfall zum Opfer gefallen. Außer dem jüdischen Jugendverein, zu dessen tätigsten Mitgliedern der Heimgegangene gehörte, erwies eine Reichsbannergruppe ihrem Freund und Kameraden die letzte Ehre. An der Bahre hielt Herr Rabb. Dr. Bamberger die Trauerrede und sprach Redner hoben das gütige bescheidene Wesen und das dienstfertige vorbildliche Wirken des Verstorbenen hervor. — Im engern Kreis hielt der Jüdische Jugendverein für feinen Getreuen eine Trauerfeier ab. Nieder-Wiesen. Tie hiesige Gemeinde beklagt den Verlust eines getreuen Gemeindemitgliedes. Am Donnerstag, den 16. Juli wurde'Frau Rosa Mendel geb. Loew im Alter von 77 Jahren zu Grabe getragen. Herr Rabbiner Dr. Jakobs, Kreuznach, würdigte in einer tiefempfundenen Grabrede die Tugenden der Heimgegangenen. Mit Recht betonte er ihre echt jüdische Frömmigkeit und G'ttergebenheit, die allein ihr halfen schwere Schicksalsschläge zu ertragen. Sie war eine ausnahmsweise gute und liebevolle Frau, die wegen ihres freundlichen, einfachen und allezeit friedlichen Wesens sich der Hochachtung und Wertschätzung bei alt und jung erfreute. <5-X-n Aber auch ein freudiges Ereignis können wir berichten: Am 18. August feierte Fräulein Fanny König 4, -«qp in körperlicher und geistiger Rüstigkeit ihren 60. Geburtstag. Frl. Köuig erfreut sich hier größten Ansehens, sowohl bei der jüdischen als auch christlichen Bevölkerurig. Das bewiesen die vielen Besuche uud großen Ehrurrgeri, die ihr von allen Seiten zuteil wurden. Ihr gebührt besonders Ehre urrd Dank dafür, daß sie s. Zt. die Erziehung der beiden früh verwaisten Kinder eines Bruders gewissenhaft übernahm. Die große Liebe, die sie einst in die Herzen der Kinder säte, trägt heute köstliche Früchte. Denn Nichte und Neffe wetteifern heute gegenseitig, den Lebensabend der braven Tarrte durch zärtliche Pflege und stete Aufmerksamkeiten zu verschönern. Die ganze Gemeinde ist stolz auf die würdige Greisin. Mögen ihr noch viele glückliche Lebensjahre beschieden sein zur Freude ihrer Angehörigen und all derer, die sie kennen und sie wegen ihres offenen, freundlichen und bescheidenen Wesens so sehr schätzen. Ober-Olm. Die 42 Seelen zählende Gemeinde hat nach elfwöchiger Unterbrechung am Samstag, den 15. August, wieder mit Vem regelmäßigen Gottesdienst begonnen. Während der Pause wurde die Synagoge, auf behördliche Anweisung hin, neu renoviert und dabei auch vergrößert, so daß jetzt ein geräumiger großer Saal zur Verfügung steht. Zu den Unkosten zur Instandsetzung hat jedes Gemeindemitglied ohne Ausnahme sein Scherflein beigetragen, was in der jetzigen schweren Zeit umso höher zu bewerten ist. Dafür gebührt Allen gleicher Dank, besonderen Tank aber den Damen, welche durch Stiftung der Beleuchtung und einer Decke zu dem heiligen Werk beitrugen. Eine Ehrentafel, welche für den im Weltkriege gefallenen Gustav Mayer demuächst eingeweiht werden soll, wird die Synagoge schmücken. Die Leitung des gesamten Umbaues lag in den Händen des hiesigen Architekten V. Metzler. Auch sei nach bemerkt, daß es dieses Jahr 50 Jahre sind, daß die Gemeinde als selbständige Gemeinde besteht. Reinheim (Hessen). Die israel. Religionsgemeiude Reinheim ist seit einem Jahr Mitinhaberin des jüdschen Friedhofes der israel. Religionsgemeiude Groß Bieberau. Interessenten werden darauf aufmerksam gemacht, daß der Schlüssel zum Friedhof bei dem 1. Vorstand Herrn S. S t e i e r m a n n , Reinheim, in Empfang genommen werden kann. Wallertheim (Rheinhessen). Am 5V5N 1255 t285 V fand hier anschließend an deu p2p 5122 2V> G'ttesdienst eine Trauerkundgebung für die verstorbenen drei Mitglieder der Ni^Hp 5525 statt. Die Kundgebung wurde durch das Vorstandsmitglied Bruder Isaak Oppenheimer- Maiuz veranlaßt, der auch die Gedenkreden auf die Brüder Moses und Karl Isaak 5 T und Otto Kohl in a n n s. A. hielt. Er übergab anschließend cm seine Gedächtniswarte der Gemeinde eine gestiftete Gedenktafel zum ehrenden Gedächtnis an das Ehepaar K a r l und Rosa Jsaac f. A. — Nach dem -Gebet der Hinterbliebenen versammelten sich die Brüder im Hause des Bruders Max Baum, woselbst die Generalversammlung des Wohltätigkeitsvereins Wallertheim, Gau Bickelheim und Ärnsheim stattfand. Ursprünglich war geplant, diese Versammlung anläßlich des 80 j ähr. Bestehens der 5525 feierlich zu begehen. Doch durch den Tod des Präsidenten und zweier Mitglieder war tiefe Trauer anstelle der Freude getreten und man beging den Tag im Gedenken an die verstorbenen Mitglieder. In seiner Rede ermahnte Bruder Oppenheimer die Jugend, sich das Wirken der Brüder Moses und Karl Jsaac s. A. für die religiöse Gemeinschaft als Vorbild zu nehmen und in ihrem Sinn zu leben, damit der Fortbestand der Gemeinde gesichert sei. Nach Abwicklung der Tagesordnung schritt mau zur Neuwahl des Vorstandes. Gewählt wurdeu: Bruder Max Baum als Präsident, Bruder Isaak Oppenheimer als Vizepräsident, Bruder Albert Berger als 3. Vorstandsmitglied, Bruder Josef Mar um als Rechner. Anwesend bei der Feier waren außer den hiesigen Mitgliedern die auswärtigen aus Frankfurt, Grünstadt, Mainz und Worms. Bruder Emil Jsaac-Wallertheim stiftete einen weiteren Beitrag zu der bestehenden Karl und Rosa Jsaac-Stiftung, während Bruder Josef Jsaac-Grünstadt zum Andenken an seine Eltern eine Moses und Helene Jsaac-Stiftung und Ehrenmitglied Emil Jsaac- Frankfurt zur Ehrung feines an diesem Tage seinen 77. Geburtstag feiernden Bruders eine Adolf und Berta Jsaac-Stiftung errichteten. Bruder Karl Jfaac-Worms stiftete ferner anläßlich seiner 30jähr. Mitgliedschaft einen Betrag für wohltätige Zwecke. Bruder Max Baum sprach noch seinen Dank aus für das ihm durch seine Wahl erwiesene Vertrauen, worauf Herr Oppenheimer die schön verlaufene Versammlung schloß. 10 Wieseck. In der jüngst erfolgten Vorstandswahl wurden an Stelle des verstorbenen Herrn Leopold Löwenstein zum 1. Vor-

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