Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 6 (1931)
- Issue
- 7 (7.1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9582242-9623188-9620941--0781-9620950- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Osthofen. Am '"Hp rüt!> veranstaltete die hiesige israelitische Religionsgemeinde eine kleine würdige Feier. Galt es doch Herrn Fabrikanten Ludwig Ebert zu seinem 25jährigen Jubiläum als 1. Vorstand und die größte Zeit als Vorsitzenden zu ehren. Der 2. Vorstand, Herr Julius Emrich, gedachte der vielen Verdienste, die sich Herr Ebert während der Ausübung seines Amtes erworben hat und überreichte als Andenken ein kleines Geschenk, worauf Herr Ebert in bewegten Worten dankte. Der Vorbeter, Herr Rawet, trug durch seiue Gesänge und eine kleine Ansprache ebenfalls zur Verschönerung der Feier bei. Solche Männer, wie Herr Ebert, die die Interessen der Judenheit, sei es mit Wort und Schrift und mit offener Hand in bezug auf NpNL und Hilfsbereitschaft üben, werden immer seltener. Möge Herr Ebert noch lange Jahre in Gesundheit und zum Segen der Gemeinde Osthofen-Rheindürkheim wirken. Vereine und Verbände. Die Soncino-Gescllschnft der Freunde des jüdischen Buches veranstaltete ihre diesjährige Tagung während der Pfingsttage in Frankfurt a. M. In Erfüllung ihres Programms, das die Förderung und Pflege des schönen und guten jüdischen Buches, sowie die Verbreitung von Kenntnissen und die Anregung zu Forschungen über jüdische Buchkunde umfaßt, bildete den Mittelpunkt der Tagung ein im Lesesaal der Stadtbibliothek veranstalteter öffentlicher Festakt, der dem Buche des Judentums gewidmet war. In seiner einleitenden Ansprache begrüßte der Direktor der Stadtbibliothek, Professor Dr. O e h l e r , die Erschienenen. Er betonte den Wert und die Bedeutung der Hebraica-Sammlung des ihm unterstellten Institutes und wies auf die schweren Gefahren hin, die der allgemeinen Kultur drohen, wenn durch die Not der Zeit eine weitere Drosselung der den Bibliotheken zur Verfügung stehenden Etats vorgenommen werden sollte. Herr Justizrat Dr. B a e r w a l d, im Namen der Israelitischen Gemeinde und Herr Jacob Nosenheim, im Namen der Israelitischen Religionsgesellschaft, richteten Begrüßungsworte an die Gesellschaft. Sie hoben die hohe Bedeutung hervor, die das jüdische Buch, insbesondere auch für die Erhaltung jüdischer Religion und jüdischer Eigenart in allen Zeiten gehabt habe. Alsdann sprach der Vorsitzende der Gesellschaft, Professor Dr. Heinrich L o e w e, Berlin, über „Die Juden als das Volk des Buches". Er zeigte, daß das Buch vom Urbeginn an Wesen und Eigenart des jüdischen Volkes bestimmt habe, und legte die Bedeutung seiner buchkünstlerischen Durchdringung im Sinne der Bestrebungen der Gesellschaft dar. Professor Dr. F r e i m a n n , Frankfurt, gab in seinem Festvortrag „Die Illustration im hebräischen Buch der Frühzeit" einen Üeberblick über die Entstehung des hebräischen Buches. Nach eingehenden Darlegungen über das Wesen der hebräischen Handschriftenillustration und über den Anteil von Juden an ihrer Herstellung verfolgte er in seinen gehaltvollen Ausführungen die Geschichte der Illustration in den Zeiten des Buchdrucks. Die anschließend eröfsnete Ausstellung: „Das illustrierte hebräische Buch bis zum Ende des 17. Jahrhunderts" bot eine Menge auserlesener Schätze. Neben reich in Gold und Farben ausgeführten Handschriften wurden die besonders seltenen Erzeugnisse der hebräischen Presse aus den Anfängen der Buchdruckerkunst, die sogenannten Inkunabeln, in staunenswert frischen und gut erhaltenen Exemplaren gezeigt. Zahlreiche Bücher, von denen nur noch ganz wenige Exemplare erhalten geblieben sind, waren zusammengetragen, um die Darlegungen des Festvortrages zu erläutern. Tie gehaltvolle Kundgebung hinterließ aus die zahlreich erschienenen Teilnehmer, die den großen Lesesaal bis auf den letzten Platz füllten, einen tiefen Eindruck und warb zahlreiche neue Freunde für das jüdische Buch. Der im Anschluß an die Tagung begründeten Frankfurter Ortsgruppe der Soncino-Gesellschast gelang es, zahlreiche neue Mitglieder aufzunehmen. Am Vortage der Tagung fand eine Besichtigung der Altertümer in Worms statt (siehe unter Verbandsgemei'nden in Nr. 0 unseres Mitteilungsblattes), wo Herr Rabbiner Dr. Holzer und Herr Redakteur Tschirner den Erschienenen die erforderlichen Einführungen in vorbildlich knapper und dabei erschöpfender Weise boten. Die Frankfurter Sammler hatten es sich nicht nehmen lassen, den auswärtigen Teilnehmern ihre Schätze vorzusühren. Besondere Erwähnung verdient die Einladung des Freiherrn Max von G o l d s ch m i d t - R o t h s ch i l d. Der im 86. Lebensjahre stehende Sammler ließ es sich nicht nehmen, seine Gäste persönlich durch sein Haus zu führen und ihnen über jedes einzelne Stück seiner in 60jühriger Sammlertätigkeit zusammengetragenen Kunstwerke ausführliche Erklärungen abzugeben. Einige auswärtige Herren, die am folgenden Abend einer Einladung des Herrn Notar Dr. G u g g e n h e i m nach Ossenbach Folge leisteten, sahen dort das fast vollständige Werk der weltberühmten Ofsenbacher Werkstätten, aus denen unter Leitung von Rudolf Koch zahlreiche zum jüdischen Sakralgebrauch bestimmte Kunstgegenstände und Handschriften hervorgegangen sind. Beim Vorstände wurde angeregt, künftig derartige Tagungen auch in anderen jüdischen Zentren zu veranstalten, um auch dort dem jüdischen Buch neue Freunde zu werben. Um ihre Arbeit wirksamer erfüllen zu können, hat die gemeinnützige Eheanbahnungsstelle „EA" beschlossen, Zweigstellen in größeren Städten zu errichten. Diesbezügliche Verhandlungen sind bereits u. a. mit der Schwesternvereinigung der Henry Jones- Loge in Hamburg angeknüpft. — Damen und Herren, welche die gemeinnützige Eheanbahnungsstelle „EA" in Anspruch zu nehmen beabsichtigen, wollen ihre Anmeldungen jedoch ausschließlich nach Frankfurt a. M., Eschersheimerlandstraße 29, 1., gelangen lassen. Erholungsheim in Wolfratshausen bei München. Das Israelitische Erholungsheim in Wolsratshausen bei München bietet bei sehr mäßigem Preis — 4—5 RM. Pension — eine willkommene Erholungsstätte bei streng ritueller Verpflegung. Wolsratshausen im Isartal, 680 Meter ü. d. M., liegt eine knappe Bahnstunde von München am Fuße der bayrischen Alpen, an der Hauptautostratze in unmittelbarer Nähe der bayrischen Seen und Hochgebirgsorte. Das jüdische Erholungsheim ist eine Gründung des Jüdischen Frauenbundes. Geräumige Zimmer, Zentralheizung, Warmwasserversorgung, große Liegehalle und Terrasse machen das Heim zu einer besonders geeigneten Erholungsstätte für jüdische Kreise. Anmeldung bei Frau Karola Neu, München, Hohenzollernplatz 1, oder Telephon Nr. 18, Wolsratshausen bei München. Ich bin Sportsmann durch und durch, treibe vor allen Dingen sehr viel Leichtathletik. Ohne Ihr Leciferrin würden mir aber die Erfolge, die ich bei jedem Wettkampf trotz meiner achtzehn Lenze erziele, kaum beschieden sein, Leciferrin ist meine Energie. Erich 9lauctu schmeckt sehr angenehm und wird gut vertragen Preis RM. 1.75, große Flasche RM. J.~ zu habm in allen Apotheken und Drogerien. Leciferrin- Dragees s?!ir üjrqjem auf Reiser, SslnsMei!U*. 2.51 G A L E N U S Chemische indusirio, Fran.Juri a. M. 9 9