Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 6 (1931)
- Issue
- 7 (7.1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherschau. Nieger, Dr. Paul: Vom Heimatrecht der deutschen Juden, Philo-Verlag Berlin SW 68, Lindenstraße 13, 1930, 32 Seiten broschiert 50 Pfg. Diese von dem Stuttgarter Stadtrabbiner Dr. Paul R i e g e r verfaßte Schrift ist durch ihren knappen aber instruktiven Inhalt seit einer Reihe von Jahren bekannt und geschätzt. In 4 Kapiteln zeigt der Verfasser das Material für ein geschichtliches und kulturelles Heimatsrecht der Juden in Deutsch¬ und an den Schöpfungen des deutschen Schrifttums und schließlich land, für ihre Anteilnahme an der Entwicklung der deutschen Sprache für ihren Willen zu innigen Lebensbeziehungen mit dem gesamtdeutschen Volke. Wenn diese Broschüre nunmehr in vierter erweiterter Auslage erscheinen konnte, so ist dies ein erfreuliches Zeichen für das Interesse, welches die Abhandlung gesunden hat. Der Philo-Verlag, bei welchem die Broschüre als Heft 4 der Verössentlichungsreihe Das Licht erschienen ist, hat sich ein neues Verdienst erworben. Dr. L. „Jüdische Aerzte in Jugoslavien", von Dr. jur. LavoslavSJK. (Tiskara Eugen Sekler, Osijek 1931). Verfasser, Vizepräsident der jüdischen Kultusgemeinde in Zagreb, eifriger Forscher auf dem Gebiet der Geschichte der jugoslavischen Judenheit, veröffentlichte in einem der „Geschichte der Medizin in Jugoslavien" gewidmeten Sonderheft einer kroatischen medizinischen Fachzeitung diese Skizzen, die nunmehr in der deutschen Uebersetzung als erweiterter Sonderabdruck vorliegen. In kurz gedrängter Form werden eine Reihe jüdischer Aerzte geschildert, die über ihre berufliche Tätigkeit hinaus Bedeutung für das allgemeine Kulturleben ihrer Heimat hatten. Von der Wende des 15. Jahrhunderts an bis in die neuere Zeit hinein erstrecken sich seine Betrachtungen, die in der Feststellung gipfeln, daß gerade jüdische Aerzte von je bestrebt waren, für die Allgemeinheit bedeutende Aufgaben durchzuführen. Das von einem nichtjüdischen Zagreber Universitätsprofessor zu-- gegebene Nachwort betont, daß die Kultur eines Landes nie von einer einzelnen Rasse geschaffen wird, sondern in gegenseitiger Beeinflussung und Befruchtung entsteht, und schließt mit folgenden zeitbedingten Sätzen: „Für die Juden ist es sicher ein Stolz, sich dessen bewußt zu sein, daß sie hier lange zu Hause sind. Für uns Nichtjuden wieder ist es belehrend, zu wissen, daß man miteinander lange gelebt hat. Hoffen wir, daß ein derartiges, ernstes Studium etwas gegen den Antisemitismus beitragen wird." Dr. P. Margarete Wiener. Vom nationalsozialistischen Wirtschaftsprogramm. Eine kritische Betrachtung. Morgenreihe 10. Heft. Philo-Verlag, Berlin W 15. Mk. 0.70. . Seit den Erfolgen der N. S. D. A. P. bei den letzten Neichstagswahlen ist eine große Anzahl von Schriften und Zeitungsartikeln erschienen, die sich mit Entstehung, Verbreitung, Propaganda und Organisation der Hitlerpartei beschäftigen. Sie sind mehr oder minder aus dem Bedürfnis des Tages geboren, und die meisten werden in kurzem vergessen sein. Ueber das Wirtschaftsprogramm des Nationalsozialismus dagegen sind wirklich gründliche Untersuchungen kaum angestellt worden. Zwar haben sich verschiedene Zeitungen und Zeitschriften mit dem Programm besaßt, aber eine eingehende Bearbeitung von wissenschaftlicher Seite, die ruhig und leidenschaftslos das Programm untersuchte, lag bisher kaum vor. Dr. Margarete Wiener hat in einer kurzen aber aufschlußreichen Abhandlung mit wissenschaftlichem Ernst —■ doch für jeden Gebildeten verständlich — die wesentlichen Fragen des nationalsozialistischen Wirtschaftsprogramms (Antisozialismus, Antikapitalismus, Brechung der Zinsknechtschaft) untersucht. Sie ist zu derartig wichtigen Ergebnissen gelangt, daß jeder, der sich niit dem Wesen des Nationalsozialismus auseinandersetzen will, ihre Arbeit lesen muß. Billiger Preis, klarer Druck und Uebersichtlichkeit der Darstellung ermöglichen eine weite Verbreitung der äußerst lesenswerten Schrift. Ter „Morgen" Nr. 2, 7. Jahrgang. Das Juniheft beginnt mit eineur Aussatz von Max D i e n e m a n n : „Die Proletarisierung der deutschen Juden. Ihre geistigen und religiösen Folgen". Ausgehend von dem aktuellen Vorgang der Umschichtung sucht er deren geistige und religiöse Folgen zu erschließen. Der Aufsatz will vor allem zur Aussprache über diese wichtige Frage der Gegenwart anregen. — Heinrich Frick spricht in einer Betrachtung, „Heiligtümer"/ von der Marburger Religionskundlichen Sammlung und verbreitet sich über die Notwendigkeit, die verschiedenen Konfessionen in ihrer Frömmigkeitswelt und ihren Heiligtümern kennenzulernen. — Rudolf Stahl berichtet über „Probleme jüdischer Jugendbewegung". — Michael Müller-Claudius schildert in einer als Zwiegespräch wiedergegebenen Begegnung den „Antisemitismus als Angriff aus die Seele", als Angriff auf die Seele aller, nicht nur aus die des Juden. Erich Stern setzt die in Heft 6, 6. Jahrgang begonnene Darstellung „Religiöse Entwurzelung und Neurose", in einem zweiten Aufsatz über „Religiöses Leben und Neurose" fort. —■ Paul Bettlins Darstellung der „Jewish Colonization, Association (I. C. A.)" ist die Fortführung seiner in Heft 5 des letzten Jahrganges begonnenen Ausführungen. — Eugen Mayer gibt unter dem Titel „Im Zwielicht der Statistik" Bemerkungen zu zwei aktuellen statistischen Büchern und Hanns Reiß n er behandelt in einem Essay „Weltgeschichte und jüdische Geschichte", die neue Propyläen-Weltgeschichte. — Eine Besprechung von Gerhard von Mutius Buch: „Wort, Wert und Gemeinschaft", erweitert W. Eliasberg zu einer grundsätzlichen Betrachtung: „Der handelnde Mensch und das Rationale". — Eine Reihe kleinerer Anzeigen beschließt das Heft. — Die Zeitschrift erscheint zweimonatlich (jedes Heft ist ca. 100 Seiten stark) und ist durch jede Buchhandlung oder direkt durch den Philo-Verlag Berlin W 15, Emser Straße 42, zum Jahrespreis von 12 Mark zu beziehen. Der Verein zur Förderung ritueller Speisehänser e. V. hat das Maiheft, Nr. 188, mit dem Verzeichnis der ihm angeschlossenen jüdischen Hotels und Gaststätten herausgegeben, worauf hierdurch hingewiesen sei. Mainzer Pädagogium Vorbereitung «r früh. hin)., Obersek. Prima, Abitur. Versäumte Schuljahre werden schnell u. sicher eingeh. Sprechst. Diether v. Isenburg-Str. Nr. 13l/io / Fernruf 33173 Stellengesuche. Ein seit 15 Jahren mit der Wahrnehmung synagogaler Funktionen betrauter 36jähriger reichsdeutscher Familienvater mit guter Tenorstimme und den entsprechenden Kenntnissen sucht Stellung als Vorbeter, Schochet oder Anstaltsleiter in einer jüdischen Gemeinde. Referenzen stehen zur Verfügung. Angebote unter Nr. 731 vermittelt die Schriftleitung des Mitteilungsblattes. Maler- und Tünchermeister Mainz Kapuzinerstrasse 11 Damenu.Herren-rrisier-Salon P. KLEIN, Darmstadt Kirclistraße 8 Telephon 363o Aufmerksame und individuelle Bedienung Erstklass'ggeschulteKräfte Hygienisch eingerichtete Sidons Spezialität: Haarfarben, Wasser- und Dauerwellen. Isr.HamburgerHaushaltungsschule und Pensionat Regina Bachrach Ausbildung in allen praktischen Fächern; auf Wunsch mit Examenabschluß. 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