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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1931-07-01 · 7 (7.1931) · p. Seite 4

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
6 (1931)
Issue
7 (7.1931)
Date
1931-07-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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jisrael; nach alter Erklärung werden durch das Vorhandensein von Enkeln die Streitquellen von Jibbum und Chalizah ausgeschaltet; der Verband möge durch Erhaltung der Kindeskinder im Geiste des Judentums vor Unfrieden und Zerfall bewahrt bleiben. Die Verbandsleitung arbeite nicht für sich bei - Erledigung der ungeheuren Arbeit und unerfreulichen Korrespondenz, die sie sich aufgeladen habe. Er wünscht, daß die Männer, die die heutige Tagung mitmachen, gegen Kleingläubigkeit arbeiten, eine innere Friedlichkeit und Geschlossenheit der'lleberzeugung für die gemeinsame Sache jedem Einzelnen im Lande draußen br.ugen möge. Der Vorsitzende dankt Herrn Rabbiner Dr. Levi und schließt die Tagung, die von 88 Abgeordneten aus' allen Kreisen des Landes besucht war. Liste der Oberratsmitglieder für das Geschäftsjahr 1931 32. Zufolge der am 21. Juni d. I. stattgehabten Wahl setzt sich das Oberratskollegium wie folgt zusammen: Kommerzienrat B. A. Mayer, Verbandsvorsitzender; Mitglieder: Karl Benjamin, Bankdirektor, Darmstadt; Justizrat Dr. Goldschmidt, Offenbach a. M.; Heinrich Hirsch, Fabrikant, Groß-Gerau; Emil Jsaac, Wallertheim; Lehrer Leopold Kahn, Alsfeld; Ferdinand Krämer, Friedberg; Rabbiner Dr. Levi, Mainz; Louis Marcus, Gießen; Justizrat Dr. Marx, Bingen; Sanitätsrat Dr. med. Nickelsburg, Worms; Siegfried Rosenthal, Oppenheim; Rabbiner Dr. Sander, Gießen; Diplom-Handelslehrer Simon, Darmstadt; Adolf Steinberger, Alsfeld; Fritz Löwensberg, Stellvertreter des Verbandsvorsitzenden. Stellvertreter: Leopold Hachenburger, Darmstadt; Dr. Guggenheim, Offenbach a. M.; Moritz Oppenheimer, Fr.-Crumbach; Jsaac Oppenheimer, Mainz; Lehrer Kaufmann, Schotten; Dr. Rud. Stahl, Bad-Nauheim; Rabbiner Dr. Dienemann, Offenbach a. M.; Rechtsanwalt Rothenberger, Gießen; Ferdinand Oppenheimer, Oberingelheim; Rechtsanwalt Dr. Clemens Goldschmidt, Worms; Ludwig Ebert, Osthofen; Rabbiner Dr. Bienheim, Darmstadt; Lehrer Stern, Alzey; Jacob Goldschmidt, Altenstadt. Bericht über die Sitzung des Oberrats am 21. Juni 1931. Anwesend: Der Verbandsvorsihende Herr Kommerzienrat Mayer, Mainz und Stellvertreter Herr Löwensberg, Mainz; die Oberratsmitglieder und Stellvertreter Herren: Benjamin, Darmstadt; Justizrat Dr. Goldschmidt und Tr. Guggenheim, Offenbach; Moritz Oppenheimer, Fränkisch-Crumbach, Emil Jsaac, Wallertheim und Jsaac Oppenheimer, Mainz; Lehrer Kahn, Alsfeld und Lehrer Kaufmann, Schotten; Krämer, Friedberg und Dr. Stahl, Bad-Nauheim; Rabbiner Dr. Lcvi, Mainz und Rabbiner Dr. Dienemann, Offenbach; Marus und Rechtsanwalt Rothenberger, Gießen; Oppenheimer, Obcringclhcim; Dr. Goldschmidt, Worms; Rosenthal, Oppenheim und Ebert. Osthofen; Rabbiner Dr. Bienheim, Darmstadt; Simon, Darmsladt und Stern, Alzey; Steinberger, Alsfeld. 1. Der Vorsitzende begrüßt die Erschienenen, insbesondere die erstmals gewählten Herren. 2. Ein Monitum des Kultusministerium, worin zum Ausdruck gebracht wird, daß bis anfangs 1932 allerwärts Steuervertretungen in normaler Weise gebildet sein müssen, ist dem juristischen Ausschuß überwiesen worden. 3. Die der Religionsgemeinde Alzey aus Mitteln des Reichs zugegangenen 300 RM. stellen anscheinend einen Baukostenzuschuß dar, sie können daher diesseits nicht reklamiert werden. Die Monierung eines Zuschusses aus dem Kulturfonds soll beim Preußischen Landesverband geschehen. 4. Lehrer Kahn, Alsfeld, Vorsitzender des hessischen Lehrerverbandes macht das Kollegium auf die Lehrmethode der anwesenden Ofsenbacher Lehrer Herren L i ch t e n st e i n und Jakob Strauß aufmerksam. Mit der im Ghetto üblichen Lehrmethode müsse gebrochen und der Lehrerverband müsse auch mit oder ohne den Landesverband gegen die Anstellung von Lehrpersonen, die nicht als Pädagogen diplomiert sind, Front machen. Das Kollegium stimmt mit dem Lehrerverband überein, will jedoch mit seinen Schritten noch kurze Zeit zurückhalten. Der Lehrerverbaud wird gebeten, in der nächsten Oberratssitzung über die Lehrerausbildung referieren zu lassen. 6. Das Oberratsmitglied Krämer, Friedberg, übernimmt den Auftrag, in einer Unterrichtsangelegenheit einer oberhessischen Gemeinde zu verhandeln. 6. Dem Antrag der Gemeinde Dornheim, Herrn Lehrer Rothschild, Groß-Gerau, mit der vertretungsweisen Uebernahme des Unterrichts dortselbst zu beauftragen, wird stattgegeben. Mit der Wahl des Lehrers in einer anderen Gemeinde soll der Schulausschuß befaßt werden. 7. Es werden bewilligt: a) die vorjährigen Subventionen, b) einer Gemeinde 100 RM. Kostenbeitrag für Unterricht, c) einer Gemeinde 200 RM. Baukostenzuschuß. 8. Da sämtliche Angestellte des Verbandes unter Tarif bezahlt sind, wird von Gehaltskürzung Abstand genommen. 0. Wegen einiger Subventionsgesuche müssen noch Erhebungen angestellt werden. 10. Der Status der Verbandskasse schließt die Subventionierung einer zu begründenden Arbeitcrkolonie aus, und zwingt dazu, die Ausgabe des hauptsächlich aus diesseitigen Mitteln unterhaltenen Lektorats Gießen in Aussicht zu nehmen. 11. Bankdirektor Benjamin, Darmstadt berichtet über einige gemeindliche und gerneinheitliche Angelegenheiten von besonderem Interesse. . Jur Beachtung. Laut einem Erlaß des Reichssinanzministeriums an die Hess. Evangel. Landeskirche vom 22. Dez. 1930 Nr. 2242 A 6000 III unterliegen Bezüge aus Kirchcnkasscn nicht dem Lohnabzug, sofern die Gehaltssumme im Morrat 40 RM. nicht überschreiter und der Gehaltsempfänger aus derselben Kasse nicht noch andere Bezüge zu empfangen hat. Warnung. j Vorkommnisse der letzten Zeit veranlassen mich, die Mit- I glieder der Israelitischen Religionsgemeinde Mainz und des I Rabbinatsbezirks Mainz-Oppenheim daraus hinzuweiseu, daß ich ortsfremden, durchreisenden Bittstellern grnndsätzlrcy Empsehlrrngsschreiben nicht ausstelle und daß ich seit längerer Zeit in Sauunellisten ortsfremder Institutionen meinen Namen nicht mehr eintrage. Vorzeiger solcher Schriftstücke, die sich auf meine Namenseintragung berufen, verdienen keinen Glauben. Mainz, Ende Juni 1931. Dr. S. Levi Rabbiner der Israelitischen Religionsgemeinde Mainz. 4

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