Mannheim
Compact Memory

Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1931-06-01 · 6 (6.1931) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
6 (1931)
Issue
6 (6.1931)
Date
1931-06-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/9582242-9623188-9620928--0767-9620936
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

jüdischen Mitbürger zeichnen sich dnrch so viel hervorstechende Züge in ihrem Eharakterbilde ans, das; es ein großes ltnrecht wäre, sic aus dem Volksleben als unbequeme Elemente ausschalten zu wollen. Sie haben wie die anderen auch ihre Söhne dem Vatertnnde zur Verfügung gestellt. Und ihrer sind nicht wenige ans dem Felde der Ehre gefallen. Antisemitismus ist eine Pflanze, die sollte im deutschen Vaterlande, wo immer sie wächst, als eine Giftpslanze ansgerottet werden." Wallertheim (Rheinhessen). Am 18. Mai verschied Herr M o s e s I s a a c im 80. Lebensjahr, nachdem ihm 8 Tage vorher sein Teilhaber und Schwiegersohn Herr Otto Kohl mann im Tode vorangegangen war. Mit ihm ging ein Mann von starker Aktivität und unermüdlichem Fleiß in das Reich des ewigen Friedens ein. Ansgestattet mit reichen Gaben des Geistes, hat er es verstanden, gemeinsam mit seinem Bruder, Herrn .Karl Jsaac , der vor einem halben Jahre das Zeitliche segnete und dessen vorbildliches Wirken für das jüdische Leben in unsrer Gemeinde bereits iit diesen Blättern gewürdigt wurde, seine Stammfirma M. n. K. Jsaac zu hoher Blüte und großem Ansehen zu bringen. Aber es genügte ihm nicht, sich nur geschäftlich zu betätigen. Er suchte und fand seine Befriedigung auch im Wirken für die Religionsgemeinde. 45 Jahre stand er an den Jomim Noroim als Dolmetsch der Gemeinde im Vortrag des Schachrithgebetes vor seinem Gotte. 30 Jahre, — bis zum Jahre 1921 — davon 12 Jahre als Vorsitzender, war er im Vorstand der Gemeinde und förderte vortrefflich deren Belange. Es sei nur daran erinnert, daß auf sein Betreiben hin im Zusammenwirken mit Herrn Jsaac Oppenheimer i Gaubickelheim» der Zusammenschluß der Gemeinden Wallertheim und Gaubickelheim erfolgte. Er war 00 Jahre Mitglied der Ehewrah Kadifchah, deren Präsident er war, nachdem er vorher jahrelang das Amt des Rechners versah. Er war, um ein Wort der letztwöchigen Sidroh zu gebrauchen, ein Jsch al diglau, ein Mann, der auf seinem Posten war, der auf dem Platze, auf dem er stand, seine Aufgabe restlos erfüllte. Tie Beerdigung um 15. Mai legte Zeugnis ab von feinem Ansehen. Wiederum brachte die evangelische Gemeinde unter ihrem vorurteilsfreien Pfarrer ihre Wertschätzung durch Läuten der Kirchenglocken zum Irr. und Pensionat Regina Bachrach Ausbildung in allen praktischen Fächern; auf Wunsch mit Exarainabschlüßi gesellschaftliche,/yias^epscbaftl.uqd sprachliche,Fortbild,ung.f) Aufnahme für berufstätige junge Mädchen. AüSiJihrf:Prospekt auf Wunäctj. Ia.Referenzen, oVilla mit allen zeitsem Einrichtungen tri jedem modera.rAnspruch genügend imim . ■'■'■.Mi j,,Mj i,.A iviffyi'i'ii .U'i') "" Trm rhu u n dopTö c h t e rnwil biete: ich «ü'e'.Mögltchkeit/das Geld; für ihre persönlichen Bedürfnisse trer-TärVgfargnen durch VerMüT JfrankiarkMaint Sarigawfe 27^0 Khil ur ■) )<i'l •i ,i d.nh Mtj i-'i1; ii ui ] Empfehlen Sie.Z unser Blatt allen äften zur ml rlr.toH orlu^innjirnfloK 3 s; Ausdruck. Am Grabe Ivürdigte Herr Rabbiner Tr. Levi, M a i n z, die Persönlichkeit des Verstorbenen. Tie formvollendete Grabrede weckte starken Widerhall in den Herzen der Leidtragenden und hinterließ — und das muß in der heutigen Zeit hervorgehoben werden — einen tiefen Eindruck, besonders bei den vielen christlichen Teilnehmern an der Bestattung. Namens der Ehewrah Kadischah und des Gemeindevorstandes brachte in ergreifenden Worten Herr Jsaac Oppenheimer (Mainz) die Trauer um den Dahingeschiedenen zum Ausdruck. Möge das Vorbild des Verstorbenen seinem Nefsen und Nachfolger in dem Vorsitz der Gemeinde, Herrn Emil I s a a c, der Wegweiser sein, die einst blühende Gemeinde vor dem Verfall zu schützen. Worms. Die „Wormser Zeitung" vom 26. Mai berichtet: Am 1. Pfingstfeiertag trafen etwa 40 Mitglieder der S o n c i n o - Gesellschaft (Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches) in Worms ein. Nach gemeinsamem Mittagessen im Rheinkaffee empfing Herr Rabbiner Dr. Holzer die Gäste, unter denen sich namhafte Gelehrte befanden, in der festlich geschmückten Synagoge, und machte sie mit den künstlerischen und archivalischen Schätzen des ältesten jüdischen Gotteshauses Deutschlands bekannt. Herr A. Tschirner führte die Gäste durch die Judengasse, vorbei an der römischen Stadtmauer, zum Dom, der sehr eingehend besichtigt und erläutert wurde. .Einstimmig wurde die Schönheit unseres Stadtbildes und die wohlgepslegten Grünanlagen gelobt. Nach der Führung versammelten sich die Teilnehmer im schattigen Festhausgarten bei Kaffee und Kuchen. Hier dankte Herr Universitätsprofesfor Dr. Heinrich L o e w e in längerer Rede Herrn Dr. Holzer für die freundliche Aufnahme in Worms und Herrn Tschirner für die vortreffliche Erläuterung der schönen und interessanten Wormser Sehenswürdigkeiten, die einen bleibenden Eindruck bei allen Teilnehmern hinterlassen hat. Gegen 8 Uhr verließen die Teilnehmer Worms, um an den Tagungen in Frankfurt a. M. teilzunehmeu. Immer wieder versicherten sie, Worms als eine interessante, schöne und geschichtlich hochbedeutsame Stadt kennen gelernt zu haben! Worms. Die jüd. Junggruppe (ehem. „Gut Freuud") hatte anläßlich ihres 6jährigen Bestehens am Samstag, den 9. Mai 1931, ibren ersten Elternabend. Es sprach Horst Brumlik, der Führer unseres Gaues (Gau X) über „Unser Wollen". Der Redner führte die Stellung der Kinder zu den Eltern aus. Er wies darauf hin, daß in einem gewissen Alter die Kinder nicht solches Zutrauen zu ihren Eltern besäßen, wie sie es vorher hatten. Die Junggruppe müsse über dieses Uebel im Einverständnis mit dem Elternhause hinweg helfen. In der Diskussion trat Herr Rabb. Dr. Holzer für die Idee des Bundes ein, desgleichen Herr Marx, der der Jungruppe schon längere Zeit nahesteht. W. Z. Worms. Frau Witwe Regina Kahn, Speherer Straße 16, feierte am 19.5.31 in seltener körperlicher Rüstigkeit und geistiger Regsamkeit ihren 90. Geburtstag. Die Hochschätzung und Verehrung, die sich diese brave und kluge Frau iu ihrem langen Erdenwallen erworben, kam denn auch zum ergreifenden Ausdruck. Ungemein reichlich waren die Blumenfpenden, die Geburtstagsgeschenke, die persönlichen Beglückwünschungen und die Glückwunschtelegramme, die selbst von jenseits des Ozeans sie heute erreichten. Das verehrte Geburtstagskind ist wohl hochbetagt, aber nicht alt geworden. Sie fertigt noch die feinsten Handarbeiten an und nimmt nicht nur au den Vorgängen innerhalb ihrer Familie, sondern auch an den Geschehnissen des öffentlichen Lebens regsten Anteil. Möge der allseits beliebten Frau noch eine lange Reihe von Jahren Nttp "W in voller Gesundheit beschieden sein. Vilbel. Nach einer halbjährigen Pause fand an Pessach in der schönen Synagoge wieder Gottesdienst statt. Als Chasson fungierte Herr Braun aus'Eoß-Karben. oirjonnnvtinz, .,,jij n’j»11»■;■ im{y ui 1 Ufr»■ 'jii'il'i' ’jiii'j vjHnbHiW? mr tj4 ,bnb' - Vereine und Verbände. vD)i:nUlö-LF infbi.Hjii1 r'R i'R onur:: ,,.,^Der..HiWverernmdepljh?Mch?n.>lJuden erläßt nachfolgenden Allfrpf.- WiwMhi^ltefl;,erschütternde Nachrichten aus Polen. Wilna üxrd'Mre^AMghlpvonj.Dr.tew)chtt.Weitem Umkreise sind von einer süxchtbnLen.^HochwLssErkatastxophet'hotrosfen worden. Wohnungen ufch MLpkstghterr.simd untere Wasfex; gesetzt, Häuser zerstört worden, StzttagoLefl^^chulLn, HpAäheps haben gelitten. Tausende jüdischer FansilM mußten,Mr., Heim vercka-sspnpMnter Verlust ihrer Habe. Welp..rchxirten.txll^'ähr. macht-eßxLe-ben wetten und müssen, von allem Nptiven^igpPZetzschlqßtFsiM Kxsiejy -odex,in Dachstuben zusammen- 6vhMllgk.,..^ambiehexw',,zZelte,i und.uBaxacken fehlen. Es herrscht fürchf,8x.siche,,Not..j^d Arbeitslosigkeit. , Eine Typhusepidemie ist ausgebrochen. Man ornanisiert in Polen selbst, so trostlos auch udtL»wir.i schuft siche Lage dort istein e-Ur i t er st ü tz u n g s a k t i o n. GleichrDM^'^tz^^'Ulle^^HilfEufe^KtU Lejx-Hilfsverein der Deutschen MUH Misere Pflicht, diesem Appell ' entsprechen. Trotz.,d.e^,schweren Zeiten wenden wir uns die'beutichen Juden mit/'der ber^lkUmn Bitte: Versaget nicht 'an'

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.