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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1931-06-01 · 6 (6.1931) · p. Seite 9

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
6 (1931)
Issue
6 (6.1931)
Date
1931-06-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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I Eure Teilnahme den vom Unglück Heimgesuchten! Helfet, damit zur Linderung der großen Not beigetragen werden kann. Spenden sind zu senden an: Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft, Depositen-Kasse C, Berlin W 9, Potsdamer Straße 127/128, Konto Hilfsverein der Deutschen Juden, oder an das Postscheckamt Berlin, Konto Nr. 33120 für den Hilssvcrein der Deutschen Juden. Jsr. Mädchenausstattungsverein I, Mainz. Bei der am 14. Mai stattgefundenen Verlosung eines Brautlegats bei dem Jsr. Mädchenausstattungsverein 1 (gegründet 1724) fiel das Los auf Frau Hermann Kronenberger Wwe., der dadurch das Recht zugefallen ist, em Mädchen zu wühlen, welchem die zur Ausstattung bestimmten 3000 RM. zugewiesen werden sollen. Allen Damen und Herren, die durch ihre Mitgliedschaft dazu beigetragen haben, einem braven, jüdischen Mädchen einen Teil seiner materiellen Sorgen zu nehmen, sagen wir herzlichen Dank. An unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger richten wir die Bitte, uns in unseren Bestrebungen weiter zu unterstützen, damit es uns auch in Zukunft möglich ist, den humanen Gedanken unserer Vorfahren segensreich lösen zu können. Vorstand des Jsr. Mädchenausstattungs-Verein I. Bücherschau. Das Aprilheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums wird eröffnet durch einen Aussatz G. Salzbergers über die moderne Predigt. Ausgehend von der Arbeit eines bekannten christlichen Theologen sucht Salzberger dem Zeitwandel gerecht zu werden, der über den Rationalismus des 19. Jahrhunderts zur Gegenwart geführt hat; er erörtert vor allen Dingen die Forderung der Schlichtheit und Sachlichkeit, die der neuzeitliche Hörer, ob Jude oder Christ, an die Predigt stellt. Er weiß aber zugleich den besonderen Bedingungen der Synagogenpredigt gerecht zu werden, die, im Sinne der Ueberlieferung des Judentums, einen weit stärker belehrenden Charakter tragen muß als die Kirchenpredigt. Erfreulicherweise setzt ferner dies Heft die Darstellung des jüdischen Schulwesens fort, welche durch den Aufsatz des Herrn Professor Fürst im vorigen Heft begonnen wurde. Während, wie jener Aufsatz zeigt, die Zahl der höheren Schulen eher im Zunehmen begriffen ist, zeigt die Statistik des Volksschulwesens, die der bekannte Fachmann Direktor Dr. Rotholz mit erläuternden Bemerkungen vorlegt, einen starken Rückgang sowohl der Schulen wie auch der im Volksschulwesen beschäftigten Lehrkräfte. Wie wir erfahren, werden die nächsten Hefte Aufsätze über das Schulwesen in der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie bringen, denen man mit großer Spannung entgegen sehen darf. Von denjenigen Arbeiten, die in erster Linie für den Fachmann bestimmt sind, darf der Aufsatz van Schirmann „Eine hebräisch-italienische Komödie des 16. Jahrhunderts" als Beitrag zu der fast völlig vernachlässigten Geschichte des hebräischen Dramas wohl auch weiteres Interesse beanspruchen. Adolf Kober nennt seinen Aufsatz über jüdische Studenten und Doktoranden der Universität Duisburg im 18. Jahrhundert mit Recht einen Beitrag zur Geschichte der Aufklärung, da er zeigt, daß bereits lange vor Mendelssohn Juden in erheblichem Umfang Universitätsstudien betrieben haben. Ferner liefert I. Sonne Beiträge zur Geschichte der noch immer dunklen und doch anziehenden Gestalten David Reubenis und Salomo Molchos. Man abonniert die Monatsschrift, indem' man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von Mk. 10.— an diese Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin 7030) oder an einen der Vertrauensmänner sendet, welche in jedem Heft der Monatsschrift aufgezählt sind. Jedermanns Lexikon. Dieses zeitgemäße Lexikon ist durch einen nunmehr erschienenen zehnten Band abgeschlossen. Er enthält die Buchstaben W—Z und außerdem ein Gesamtregister sowie Berichtigungen und Nachträge. Dieses in Ganzleinen gebundene, dauerhaft und gefällig ausgestattete Nachschlagewerk ist bei der Verlagsanstalt Hermann Klemm A.-G.,' Berlin-Grnnewald, erschienen und wird sich auch wegen der Handlichkeit seines Formates sicherlich viele Freunde erwerben, zumal das Gesamtwert von Bänden nur 76 RM. kostet, auch Einzelbände, des Werkes sind zum Preise von 7,60 RM. pro Band erhältlich. Unter etwa 120 000 Stichworten werden bis in die neuesten Errungenschaften und Erfindungen hinein die Erscheinungen und Ergebnisse der Geschichte, der Wissenschaft, des gesamten kulturellen und geistigen Lebens dargestellt, so daß die Menschen aus den verschiedensten Lebens- und Berufsbetätigungen sich eine klare Belehrung über die sie beschäftigenden Fragen verschaffen können. Wir verweisen auf die in verschiedenen früheren Numnrern unseres Mitteitungsblattes erschienenen Besprechungen einzelner Bände des Lexikons und empfehlen abschließend dieses Werk zur Anschaffung. Lektor M. Friedmann, zur hundertsten Wiederkehr seines Geburtstages, 15. Juui 1831—15. Juni 1931, Wien 1931, im Selbstverlag von Bankdirektor Friedmann, 24 Seiten broschiert. Unter dem obigen Titel hat der Sohn des um die jüdische Wissenschaft so hochverdienten Forschers seinem Vater ein Denkmal gesetzt, indem er die Werke seines Vaters bibliographisch neu bearbeitete und diesem Verzeichnis der M. Friedmannschen Werke Lebensschilderungen voranstellte. Nicht nur der Wissenschaftler wird mit Tank dieses Merkchen zu benutzen wissen, auch der Laie wird gerade aus den biographischen Mitteilungen Anregung und Belehrung empfangen und wird an dieser Lebensskizze einen fesselnden Ausschnitt einer geschichtlichen Zeitspanne kennen lernen. Mit großem Schmerz erfährt man aus diesem Heftchen, daß ein großer Teil des ungedruckten handschriftlichen Nachlasses M. Friedmanns auf eine ganz unbegreifliche Weise verloren gegangen oder jedenfalls heute nicht aufzufinden ist. Wir geben deshalb dem Aufruf, den der Sohn in seinem Merkchen erläßt, auch in unseren Spalten Raum, um so an der Wiederauff ndung dieser wertvollen Manuskripte unsererseits mitzuwirken: „Möge jeder, der auf irgend eine Weife ein Stück davon in seinem Besitze hält, dieses Stück der Bibliothek der Wiener Kultusgemeinde, anonym oder unter Nennung eines fingierten Namens, übersenden. Ich will ihm dankbar sein und allen Groll abschwören. Und sollte etwas schon in einer öffentlichen Bibliothek sein, so genügt es mir, wenn ich weiß, daß es existiert und wo es sich befindet. Ans das mir zustehende Eigentumsrecht will ich gerne verzichten. Meine Verfügung kann ich nur als Bitte Vorbringen." Akten-Registraturplan für deutsche israelitische Religionskörperschaften vou Phil. Fuchs, Groß-Gerau ,Hessen). Selbstverlag. 1931. Brosch. 2.50 RM. Der uns vorliegende Aktenplan mit alphabetischem Schlagwortvcrzeichnis bietet in seiner ausführlichen neuzeitlichen Bearbeitung zweifellos eine vortreffliche Grundlage für die systematische Sichtung und Aufbewahrung des angesammelten Aktenmaterials bei den israelitischen Gemeindeverwaltungen und Rechnern. Ein derartiges Plan-Schema fehlte bisher. Für eine geordnete Geschäftsführung ist dieser Plan ein zuverlässiger und unentbehrlicher Ratgeber für die Einrichtung und Fortführung der Aktenregistratur. Es wird im übrigen auf das von dem Verfasser den einzelnen israel. Gemeindevorstehern zugesandte Zirkular mit Bestellkarte hingewiesen. Ter Preis von 2,50 RM. erscheint mit Rücksicht auf die geleistete Facharbeit angemessen. Die Anschaffung des Planes kann bestens empfohlen werden, wie dies auch in einein uns zur Verfügung gestellten Schreiben des 1. Vorstehers der israelitischen Religionsgemeinde Groß-Gerau, Herrn Heinrich Hirsch, zum Ausoruck gebracht wird. Deutsche Kunst und Dekoration, Zeitschrift für Wohnungskunst, Malerei, Plastik, Architektur, Gärten, künstlerische Frauenarbeiten. Verlagsanstalt Alexander Koch G. m. b. H., Darmstadt. Wir haben Anlaß auf die als Heft 9 des 34. Jahrganges dieser Zeitschrift für den Juni 1931 erschienene Nummer in unseren Spalten besonders hinzuweisen. Denn diese Zeitschrift, in kunstinferessierten Kreisen längst bekannt und geschätzt, bringt neben zahlreichen wertvollen Abhandlungen und Bildwiedergaben eine durch 9 Illustrationen veranschaulichte Beschreibung des von dem bekannten Frankfurter Küustter Benno Elkan gefertigten großen Bibelleuchters. Die Besonderheit dieses Kunstwerkes, das in einem Ausmaße von 2 Meter Höhe und 2,20 Meter Breite im Gezweig eines stylisierten Baumes durch plastische Darstellungen Szenen des biblischen Lebensbaumes gibt und durch eingestreute Kerzenträger zum mächtigen Leuchter gestaltet wird, verdient in weitesten Fachgeschäft für photogr. Artikel und Amateurarbeiten R. Ohlenforst Darmstadt Sdifitzemtrasse Beratung u. Vertretung in allen Buch-, Bilanz- und Finanzierungs-Sachen Steuer-Beratung z. Zt. spez. Einkommen-, Kirchen-, und Vermögenssteuer Ernst-Ludwigstr. 51 2$. 'ROSGüßain Telefon 852 --- -.—— Darmstadt .—. 9

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