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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1931-04-01 · 4 (4.1931) · p. Seite 8

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
6 (1931)
Issue
4 (4.1931)
Date
1931-04-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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aut Klavier, Frau Ella Mannheimer, wußte sich ihrem Vortrag in meisterlicher Weise auzuschmicgeu. Das Schlußwort des Vorsihendeu klang aus in die Bitte um ein stilles Gedenken an unsere in fremder Erde oder in heimatlichem Boden fchlumntcrndcn Helden. Aus der Arbeit des Hilfsvereins der Deutschen Juden: in Litauen, Polen, Rumänien, Rußland und Deutschland. Kinderfürsorge; Ferienkolonien; Sozial-hygienisches Hilfswerk; Schulwesen; Bernfsberatnng und Berufsausbildung; Studentenhilfe; Emigrntionsarbeit. Der Hilfsverein der Deutschen Juden führt seit dreißig Jah- U'ii — er wurde im Mai 1901 gegründet — als repräsentatives Organ der deutschen Inden für Auslandshilfe ein soziales und kulturelles Hilfswerk in einer Reihe von Ländern durch. Seine Arbeit gilt im gegenwärtigen Zeitpunkt in der Hauptsache der Zugendhilfe, der geistigen und beruflichen Ausbildung der Heranwachsenden Generation, den Siedlern in den neugegründeten Kolonien in der Ukraine und Krim und den Allswanderern. Für den Bau des vor einem Jahre niedecgebrannten jüdischen Kinderhauses in Kowno, das eine Zentralstelle für die gesamte jüdische Kinderfürsorge in L i t a u e n ist und für das der Hilfsverein in den letzten drei Jahren beträchtliche Subventionen beigcsteuert hat, wurden über 48 000 RM. ausgebracht, die für den Bau und die Einrichtung des neuen Heims bestimmt sind. Die Pläne des Baues hat ein deutscher Architekt ausgearbeitet. Es wird ein rnodernes, hygienischen Erfordernissell entsprechendes Haus errichtet werden. Ter Hilfsverein wird nach Fertigstellung des Baues die Kinderfürsorge ixt Litauen int engsten Einverxtehmcn mit den maßgebenden lokalen Stellen weiter ausgestalten. Die jüdische Bevölkerung in Polen hat unter der wirtschaftlichen Krise aufs furchtbarste zu leiden, insbesondere ist die Jugend infolge ungenügender Ernährung und der schlimmen Wohnungsverhältnisse der Gefahr der Verkümmerung ausgesetzt. Es ist keine Seltenheit, daß Schulkinder vor Hunger und Ermattung zusammenbrechen. Von höchster Bedeutung ist es, daß die Kinder wenigstens einige Wochen im Jahre ausreichend verpflegt werden und n.xlter möglichst günstigen hygienischen Bedingungen Erholung finden. Diesem Zwecke dienen in besonderem Maße Sommerferienkolonien. Ter Hilfsverein hat 60 000 RM. für den Erwerb utld die Einrichtung boxt zunächst fünf Ferienkolonien zur Verfügung gestellt. Eine Kolonie befindet sich in dem bekannten Kurort Druskieniki bei Bialystok, eine zweite in Jwoniki bei Pinsk, eine dritte in Kozienice, die vierte soll in Galizien, die fünfte in Wolhynien eingerichtet werden. In Rumänien wird die kulturelle und soziale Hilfsarbeit weiter fortgesetzt. Sie erstreckt sich auf die Unterstützung einer größerext Anzahl von Anstalten, so z. B. die jüdische Volkshoch- Empfehlen Sie unser Blatt allen Geschäften zur Insertion! Karl Zimmermann Schreinerei mit Hraftoetrieb u Fensterfabrik Werkstätten für Innenausbau Innere Ausgestaltung von Villen, Wohn- und Geschäftshäusern in jeder Ausführung nach eigenen und gegebenen Entwürfen. Offenbach a. M„ Bleichstraße 19/21 Telephon Nr. 85 770 Wirtschaftliche Frauenschule Wolf ratshausen im Isartal, 580 Meter ü. d. M. staatl. genehm., streng rituell Gründung de; Jüdischen Frauenbundes, Ortsgruppe München, bildet f unsre Mädchen aus zu tüchtigen Hausfrauen, rsch.f‘d‘* ‘ Wirtschafts-, Sozial - Lehrberuf. Qrundlage zum 7 Prospekte, Auskunft, Schulleitung Wolfratshausen und Anmeldung: Recha Stark. München, Kauchstraße 12,1. schule in Bukarest, mehrere Gewerbe- und Elementarschulen in Bukarest, Galatz, Jassy und Kischinew, das jstdische Mädchenheim in Bukarest und die vor kurzem dort eingerichtete Berufsberatungsstelle. Vor einigen Wochen sind Apparate und Einrichtungsgegenstände, die für eine moderne Berufsberatungsstelle erforderlich sind, vom Hilfsverein in Deutschland besorgt und nach Bukarest geschickt worden. Insgesamt sind für diese Arbeit in Rumänien bisher über 45 000 RM. verwendet worden. Im Gebiete der neuen landwirtschaftlichen jüdischen Siedlungen in der Ukraine und in der Krim sind drei Ambulatorien — von denen jedes eine Bevölkerung von etwa 5000 Seelen versorgt — unter Aufsicht des Agro-Joint und der JCA aus den Mitteln des Hilfsvereins gebaut worden. Ein Ambulatorium befindet sich in der Kolonie Krassino bei Nikopol,, die beiden anderen in der nördlichen Krim, im Siedlungsgebiet des Agro- Joint. Zwei Ambulatorien sind bereits mit den erforderliche» Medikamenten, chirurgischen Instrumenten nsw. versehen, die in Deutschland beschafft wurden. Der Bau des dritten Ambulatoriums wird in kurzem beendet sein. Für diese sozial-hygienische Arbeit wurden über 80 000 RM. verausgabt. Dem Hilfsverein ist eine weite Ausdehnung seiner kulturellen Tätigkeit durch die Haffkine-Stiftung von anderthalb Millionen schweizer Francs ermöglicht worden, die er in Gemeinschaft mit einem Schweizer Bankinstitut verwaltet. Die Erträgnisse dieses Kapitals sind für die Förderung von Jeschibot in Osteuropa bestimmt, unter eventueller Berücksichtigung der beruflichen Ausbildung der Zöglinge. Die Auswahl der Anstalten und die Verteilung der Summen, mit denen sic bedacht werden sollen, liegt dem Hilfsverein ob. Ein großer Teil des Budgets des Hilfsvereins, und zwar jährlich über 100 000 RM., wurde in den letzten Jahren für die Emigrantenhilfe verwandt. Angesichts der stark beschränkten Einwanderungsmöglichkeiten nach den Vereinigten Staaten, Kanada, Argentinien, Brasilien, Australien und Südafrika entstehen für Auswandererfürsorgeorganisationen besonders schwierige und verantwortungsvolle Aufgaben. Der Hilfsverein übt durch seine Bahnhofsstellen die Fürsorge für die Auswanderer bei ihrem Durchzuge durch Deutschland aus. Durch die Zentrale des Hilfsvereins in Berlin und durch seine Schutzkomitees in Hamburg und Bremen wird den Auswanderern, die sich in Deutschland aufhalten, tätiger Beistand, insbesondere durch Mithilfe bei Beschaffung von Reisepapieren, Visen und Schiffskarten geleistet. Es werden Verbindungen mit den Angehörigen in überseeischen Ländern hergestellt. Durch ständige Zusammenarbeit mit jüdischen Emigrationsgesellschaften in der ganzen Welt werden oft große Schwierigkeiten für die Emigranten aus dem Wege geräumt. Den Bahnhofsdienst in Berlin passierten im Jahre 1930 22 900 Aus- und Rückwanderer, lieber Hamburg -und Bremen gingen im gleichen Zeitraum rund i 900 Auswanderer. Die Fürsorge für die im Jahre 1922 vom Hilfsverein übernommenen ukranischen Waisen und die Hilfsaktion für jüdische studierende aus Osteuropa, die deutsche Anstalten besuchen, werden fortgeführt. In den Jahreg 1924—1930 sind für diese zwei Arbeitsgebiete allein 356 000 RM. aufgewandt worden. Der Hilfsverein entlastet vor allem durch die Emigranten- und Studentenhilfe, deutsch-jüdische Gemeinden und Vereinigungen, die in Anerkennung der Bedeutung dieser Arbeit sein Werk in dankenswerter Weise fördern. Der Hilfsverein arbeitet seit Jahrzehnten mit den repräsentativen jüdischen Körperschaften für Anslandshilse in Frankreich, England und den Vereinigten Staaten zusammen. Durch den systematischen Ausbau seiner Organisation, die Bildung neuer Komitees und die Erweiterung der bestehenden Mitgliedergruppen ist die Aktionsfähigkeit des Hilfsvereins in erheblichem Maße gestärkt worden. Zur Bewältigung der großen Probleme sozialer und kultureller Hilfsarbeit ist eine noch stärkere Teilnahme der deutschen Juden an der Organisation und dem'Hilfswerk des Hilfsvereins erforderlich. Das Friedenswerk derArbeitsgemeinfchast der Konfessionen für den Frieden. Tie'durch ihre großen vorjährigen Kundgebungen bekannten Spitzenorganisationen der religiösen Friedensverbände gedenken im Laufe der nächsten Monate neben Veranstaltungen in -den

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