Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 6 (1931)
- Issue
- 3 (3.1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Tutet) kann in seiner kurzen Fassung auch in Laienkreisen verstattden werden. Der hebräische Text ist zwar unpunktiert, eifrige Leser werden stch aber, atich wettn sie darin tticht geübt sind, zurcchtzufinden lernen. Tie deutsche Uebersetzung ist treffend. Zu wünschen tvare allerdings eine Beschleunigung im Teinpo des Erscheinens, weil das Werk van 50 Lieferungen, wenn in fünf Jahren erst fi'mf Lieferungen erschienen sind, nur beit Söhnen oder Enkeln der heutigen Generation zugute käme. In lehrerlasen Gemeinden und in einzelnen. jüdischen Häusern kann der im genannten Werk gebrachte Staff zum Gegenstand des „Lernens" und der Aussprache gemacht werden. Dr. L. Jedermanns Lexikon. Verlagsanstalt Hermann Klemm A.G., Berlin-Grunewald 1931. 9. Band. Mit dem vorliegenden Bande findet das Lexikon, auf welches »vir in den letzten Nummern unferes Mitteilungsblattes wiederholt empfehlend hingewiesen haben, seine Fortsetzung. Die Worte L>pahn --- Vulpius sind in diesem Bande in einwandsfreier und instruktiver Weise behandelt. Unter zahlreichen Stichworten »vird auch über Gegenstände und Persönlichkeiten gesprochen, welche unsere jüdische Gemeinschaft angehen (Synagoge, Synagogengemeinde, Synhedrion und vieles andere). .Kurze Belehrung ist aus den Artikeln selbst zu gewinnen; die Literaturangabe gib: weitere Hinweise. Unter dem Stichwort „Synagoge" ist zu beanstanden, daß der in Synagogen häufig verwendete, die Gesetzestafeln haltende Löwe nicht das Symbol der göttlichen Allmacht ist, sondern vielmehr auf den Jakobsegen zurückgeht (1. B. Mose, Kap. 49, V. 9), in welchem Juda mit dem Löwen verglichen wird oder auch auf die Aufforderung (Sprüche der Väter, 5. Perek, 20. Mischna im Namen des Jehuda ben Tema) . . . „Und sei stark wie ein Löwe den Willen Deines Vaters im Himmel zu erfüllen". Angebracht wären »vohl auch einige Illustrationen über alte und neue Synagogenbauten. Dr. L. Zur Neuausgabe des Bodleiana Kataloges. Eine wissenschaftliche Großtat, die nun schon sieben Jahrzehnte überdauert hat, war der im Jahre 1860 erschienene Katalog der hebräischen Abteilung der Oxforder Universitätsbibliothek, der berühmten Bodleiana, den Moritz Steinschneider, einer der größten Bibliographen aller Zeiten und Sprachen, versaßt hatte. Seit Jahren vergriffen, kommt der „Catalogus librorum hebraeorum" im Antiquariat selten vor und dann auch nur zu Preisen, die sogar für Bibliotheken fast unerschwinglich sind. Vor kurzem wurde ein Exemplar für 8000 Mk. verkauft. Es ist daher von seiten aller »vissenschaftlich interessierten Judaisten und Orientalisten sehr zu begrüßen, daß der Welt- Verlag sich entschlossen hat, eine unveränderte Neuausgabe für einen verhältnismäßig bescheidenen Preis herauszugeben. Bestellungen, sowohl auf das Werk als auch auf den aufschlußreichen Prospekt, nehmen alle Buchhandlungen entgegen, auch der Verlag selbst. (Adresse: Welt-Verlag, Berlin W. 57, Pallaßstr. 10/11). Das neue Heft des „Morgen" (Nr. 6, Jahrgang VI) beginnt mit dem Abdruck eines Vortrages über „Geist und Blut", den Leo Baeck auf der Jubiläumstagung der Gesellschaft für freie Philosophie in Darmstadt hielt. Regierungsrat Tr. Friedrich Merkenschlager von der Biologischen Reicksanstalt für Land- und Forstwissenschaft gibt in seinem Aufsatz „Rasse und Volk im Lichte der Biologie" eine »vissenschaftlich fundierte Kritik der völkischen Rassetheorien. „Tie Bedeutung der Orgel in der Synagoge" erörtert Hans Samuel auf Grund neuer Erkenntnifse. In einer sehr aufschlußreichen methodischen Darlegung „Was ist uns Nichtjuden der Antisemitismus" behandelt Studienrat Dr. Müller- Elaudius die psychologische Einstellung der einzelnen nichtjüdischen Gruppen zum Antisemitismus. Professor Erich Stern schreibt über den Zusammenhang von religiösen und neurotischen Konflikten: „Religiöse Entwurzelung und Neurose". Mit dem besonders wichtigen und aktuellen Problem der Minderheiten beschäftigt sich Gerhard Schacher in seinem Aufsatz „Die wirtschaftliche Lage der jüdischen Minderheiten in L-üdosteuropa". Martin Buber gibt ein Blatt aus der neuen Jeremia-Uebersetzung. Eine Reihe von Buchbesprechungen beschließt das Heft; unter ihnen seien der Ueberblick über eine Reihe »nichtiger Neuerscheinungen der Religionslvissenschaft und verwandter Gebiete von Max Dienemann und ein Bericht über die Behandlung der Judenfragc in der neueren französischen Literatur von Karl Weinfeld besonders erlnähnt. Das Dezemberheft der MGWJ enthält an erster Stelle einen Aufsatz Michael Guttmanus über Mendelssohn als Apoloaeten des Judentums. Guttmann berichtet zunächst über deit 8. Band der neuen Mendelssohn-Ausgabe, der dank Rawidowicz Forschungen auf den bekannten Briefwechsel zwischen Mendelssohn und Lavater vielfach neues Licht wirft. Der Referent beleuchtet aber die Beziehungen der beiden Männer nicht nur geschichtlich, sondern erörtert systematisch die eigentümlichen Bedingungen der Auseinandersetzung des Judentums mit dem Christentun? und seinen Missionsbestrebungen; er zeigt insbesondere, daß es den Vertretern des Christentums bei ihren Herausforderungen zu Disputationen nicht auf die objektive Herausstellung der Wahrheit ankam, sondern auf eine Unterstützung ihrer Missionsbestrebungen, und daß sie es vielfach nicht verschmäht haben, das Uebergewicht, das die günstige ° äußere Lage des Christentums ihnen gab, zur Behinderung der jüdischen Apologeten auszunutzen; er beweist insbesondere, wie stark auch Mendelssohn in seiner Antwort durch die notwendige Rücksicht auf die äußere Lage jbe§ Judentums gehemmt war. Max Grunwald bringt im gleichen Heft »richtige Beiträge zur Geschichte des jüdischen Handwerks, die jedenfalls zeigen, daß die Vorliebe der Juden für den Handel tticht so einseitig »var, »vie es vielfach hittgestcllt »vird, daß sich vielmehr die jüdischen Handwerker trotz des Widerstandes der Zünfte vielfach durchzusetzen gewußt haben. Das stark vernachlässigte Feld der systematischen jüdischen Theologie des 19. Jahrhunders bearbeitet Ha»»s Andorn in einer Darstellung der /Offenbarungslehre bei Steinheim; indem er dessen Ansichten denjenigen anderer jüdischer und nichtjüdischer Theologen kritisch gegenüberstellt, liefert er zugleich für die Geschichte des Offenbarungsbegriffs einen wichtigen Beitrag. Eine Arbeit I. Bergmanns über Gebet und Zauberspruch weist auf die Eigenart »nancher jüdischer Gebete und deren Nachwirkungen im Christentum hi»». Unter den zahlreichen Besprechungen ist die musikalische Rundschau des Hamburger Oberkantors Kornitzer besonders beachtens»vert. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von Mk. 10— an diese Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Siinon, Berlin 7080) oder an einen der Vertrauensmänner se»»det, »velche in jedem Heft der Monatsschrift aufgezählt sind. ' Das Februar-Heft der Zeitschrift „Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik" ist erschienen. Es enthält an erster Stelle einen Aufsatz von Rabbiner Tr. Max Grüne»vald, Mannheim, über „Jüdische Jugend und Gemeinde" als Beitrag zum Problem jüdisch-sozialer Jugendarbeit. Der Aussatz gibt ein Referat wieder, das bei der Zusammenkunft der jüdischen Sozialarbeiter in Seesen (Harz) Ende Dezember 1930 lebhaften Widerhall gefunden hat. lieber diese Seesener Zusammenktitift, die bot» der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden veranstaltet »var. berichtet im gleichen Heft Tr. Ollendorff, der den Verhandlungen in Seesen folgend, die gegentvärtigen Probleme der jüdischen Wohlfahrtsarbeit in eindringlicher Weise darlegt. - - Mit dein Berufsaufbau der preußischen Judet» beschäftigt sich ein Aufsatz von I. Koralnik; die Winterhilfe der Jüdischen Gemeinde Berlin schildert Dr. Lamm. Schließlich sei auf die reichhaltige Umschau, mit Abschnitten über Jugendwohlfahrt, Gesundheits- und Erholungsfürsorge, Akademikerfragen, Wanderung, Arbeitsmarkt, Berufsberatung, Büscherschau und Zeitschriftenbibliographie hingetviesen. Probehefte der Zeitschrift (Jahresabonnement für Orgaitisationen und Mitarbeiter RM. 8.—) können durch die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Judett, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 158, unentgeltlich bezogen werden. $ > ASTHMATIKER sind geplagte Menschen Luftmangel, Atembeschwerden machen nervös. Der Arzt sagt den Asthmatikern: „gebrauchen Sie Astmol - Asthma - Räucherpulver oder Astmol - Bronchial - Cigaretten denn diese bringen schnelle Linderung“ Zu haben in den Apotheken. Schachtel M. 2.50. GALENUS Chemische Industrie, FRANKFURT A. M. 13