Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 6 (1931)
- Issue
- 1 (1.1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Schächtsrage in Hessen. Den Anträgen des Gesetzgcbungsansschusses entsprechend hat die hessische Volkskainmer Bestimmungen, welche einein Schächt- * verbot gleichgekommen wären, abgelehnt. Wir haben voll Allfang an die Erwartnng über diesen Verlaus der Angelegenheit gehegt und zum Ausdruck gebracht und begrüßen es dankbar, daß die Vertreter des hessischen Volkes Vcrständilis für die religiöserl Einrichtlingcil des jüdischcil Volksteiles Hessens durch ihrcil ablehnenden Beschluß bekundet haben. Nun ergreift in der Nr. 12 der „Allgemeinen Tierschutz-Zeitschrift", 51. Jahrgang, Darmstadt, im Dezember 1980 Herr Universitätsprosessor Dr. H. Kracriier in Gießen in einem Artikel ,?Wie* lange noch" das Wort, ruft zur Gegnerschaft gegen das Schächten die privaten Kreise llild insbesondere die Schlachthosdirektoren unter besonderer Betonung der den Schlachthosdirektorcn zustchcndcn Schlachthaiisordniiiig auf und schließt seine Ausführungen mit den Worten: „Ihr Schlachthausdirektoren, die Ihr ja die Rechtswege kennt, sucht nun auch die rechten Wege, um Quälereien unmöglich gu machen, die sich wohl seit Jahrtausendell zu erhalten vermochten, die aber der sittlichen Auffassung von heute ilicht mehr entsprechen, und die auch verrohend auf die lin Schlachtergewerbe tätige»: Menschen zurückwirken müssen. Zum mindesten sollte sich doch nun die elektrische Betäubung durchfuhren lassen, das beste aller Verfahren, gegen das auch die gewissenhaftesten priesterlichen Vorschriften feine triftigen Gründe anführen kölinen! Steht auf, wie e i ii Mann, und bereitet den Qualen unserer Mitgeschöpse ein Ende!" Zu diesen Ausführungen des Herrn Professor Tr. Kraemer werden wir in einet der nächsten Nummern unseres Mitteilungsblattes in einem besonderen Artikel Stellung lichiiieli. Der Arbeitsgemeinschaft für Sammlungen jüdischer Kunst und Altertümer zum Grutz I Am Sonntag, deii 11. Januar 1951, wird die Arbeitsgemeinschaft für Sammlungen jüdischer Kunst und Altertüiner int Sitzungssaal der israelitischen Religionsgemeinde Mailiz zu einet Arbeitssitzung zusammentreten, wobei grundlegende fragen der Organisation und des Ausbaus gut Beratung und Beschlußfassung gebracht werden sollen. Nebeii deii Vertreterii der verschiedenen jüdischen Museen »nid Vereiiie für Knust und Altertürncr Deutschlaiids werden Delegierte ails Delitsch-Qesterrcich, Litauen, Poleii, Tschechoslowakei uiid Iliigarn erwartet. Die Sitzulig wird voii deui derzeitigen Vorsitzenden der Arbeitsgcincinschaft, Herrn Atax ^ilberberg, Breslau, eröffnet werdcii. Die Sitzniigeii erstrecken sich bis Dieiistag, den 12. Januar 1931. Alls Grund verschiedener Referate werden Richtlinien für die künftige Arbeit gesucht werden. Die Gemeinde Maiiiz niid der hiesige Verein zur Pflege jüdischer Altertüiner werden die ailswärtigen Delegierten in gewohnter Gastlichkeit aufnehinen. Die vorgescbeiie Arbeitssülle wird aber auch Zeit zu einet Besichtigniig der Mainzer Sehenswürdigkeiten lassen; außerdem ist eine Fahrt zur Besichtigniig der jüdischcil Sehenswürdigkeiten in Worms und Frankfurt a. M. vorgeseheri, wozu der Vorstand der israelitischen Religionsgemeillde Worms und die Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler in Frankfurt a. M. eingcladcn haben. Wir heißen schon heute alle Delegierten, die zu der Sitzulig koiliinen werdcii, in der alten Kehillo Mageliza herzlich willkommen und hoffen, daß die geplante Arbeit erfolgreich durchgeführt werden und daß voii der Arbeit, wie schon so oft von jüdischen Tagungen, welche in Maiiiz stattgefunden haben, Ansporn und Segen ailsgchen iiiögc. Die Sammlung jüdischer Altertümer der israelitischen Religionsgemeinde Mainz, welche eine Umordnung und anläßlich der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft eine Erweiterung erfahren haß wird am Sonntag, den 11. Januar, von 9 Uhr vormittags bis Uhr nachmittags zur unentgeltlichen Besichtigung für alle Besucher geöffnet sein. Ter Vorstand der israelt. Religionsgemeinde Mainz. Blick in die Sammlung jüdischer Altertümer in Mainz. Der Stand der jüdischen Denkmalpflege in Deutschland. Heinrich Frauberger, einem nichtjüdischcil Gelehrten in Düsseldorf, gebührt das Verdienst, den Sinn für die Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler in Deutschland geweckt zu haben. Seine Schriften über Zwecke uiid Ziele der Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler, über Bau und Ausschinückung alter Synagogen und über alte Kultusgegenstände in Synagoge und Haus sind die Marksteine des jungen" Forschungsgebietes, das seine Pflege in der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler fand. Nach dein Tode ihres 2 Begründers setzte diese Vereinigung von Frankfurt a. M., wo sie eine Sammlung von Kultnsgegcnstanden unterhielt, aus ihr Werk fort uiid maiiche Veröfsentlichuiig, so von Alfred Grotte über deutsche, böhmische uiid poliiische Synagogeutypen, von Fritz Epstein über hessische Kultusbauten und Kultusgegenstände wie vielerlei Arbeiten von Erich Töplitz haben wir ihr zu danken. Die von Adolf Köper 1925 zusammengebrachte jüdische Sonderschau der Jahrtausendschau in Köln bedeutet insofern einen Weiidepunkt, als