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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1930-12-01 · 12 (12.1930) · p. Seite 2

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
5 (1930)
Issue
12 (12.1930)
Date
1930-12-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Wir wollen Ihren Namen als den eines Vorbildes für die Dauer in der Gemeinde lebendig erhalten und haben beschlossen, einen Fond zu bilden, der die Bezeichnung „Justizrat Dr. Max Goldschmidt Jubiläumfond" führen soll. Seinen jährlichen Ertrag soll der jeweilige Erste Vorsteher der Gemeinde nach seinem Gutdünken verwenden. Möge Ihr Wirken in der Gemeinde auch fernerhin von Gott gesegnet sein! Osfenbach a. M., den 8. November 1930. Die Verehrung und Wertschätzung, deren sich der Jubilar in den weitesten Kreisen erfreut, bekundeten die zahlreichen ihm dargebrachten Glückwünsche, darunter auch die ihn sehr ehrenden Zuschriften von Brüdergemeinden, Behörden, Vereinen und Verbänden. Der Oberrat unseres Landesverbandes würdigte seine Verdienste in dem folgenden Glückwunschschreiben: Hochverehrter Herr Justizrat! Der Tag, an dem es Ihnen vergönnt ist, auf eine 25jährige Amtstätigkeit in der Verwaltung Ihrer Religionsgemeinde zurückzublicken, ist ein Ehrentag nicht nur für Ihre überaus zahlreichen Freunde und Verehrer, sowie Ihre gesamte örtliche Religionsgemeinde, sondern auch für sämtliche in unserem Landesverband geeinten Gemeinden. Was unser Landesverband, seine Einrichtungen und die von ihm geförderten Institutionen, der Gemeinde Osfenbach, die durch Sie vertreten zu sein, die Ehre hat, alles verdankt, tritt alljährlich ziffernmäßig in Erscheinung. Mit Freude ergreifen wir heute die Gelegenheit, Ihnen gegenüber, hochverehrter Herr Jubilar, unserer Dankespflicht'zu genügen und zum Ausdruck zu bringen, wie sehr durch Ihre hervorragende Mitarbeit im Oberratskollegium, der Ausbau und die gedeihliche Entwicklung unseres Landesverbandes ermöglicht worden sind. Größer jedoch als selbsttätige Arbeit im Dienste der Allgemeinheit ist die Initiative zur Leistung solcher Arbeit; für solche Initiative Ihnen an Ihrem Jubeltage Dank und Anerkennung zum Ausdruck zu bringen, ist für uns angenehme Pflicht. Möge es Ihnen, hochverehrter Herr Justizrat, beschieden sein, ad multos annos sich bester Gesundheit und Frische zu erfreuen und wie seither für die Allgemeinheit segensreich zu wirken. Der Samstagabend vereinigte den Jubilar und seine Familie, die Mitglieder des Vorstandes, Herrn Rabbiner Dr. Dienemann, Herrn Kantor Gottlieb, sowie als Ehrengast Herrn Kommerzienrat B. A. Mayer, den Vorsitzenden des Landesverbandes der israelitischen Religionsgemeinden Hessens, zu einem gemütlichen Beisammensein und zu einem von Herrn Grünewald bestens vorbereiteten Mahle. Der 2. Vorsitzende, Herr Notar Dr. Guggenheim sprach nochmals die herzlichsten Glückwünsche des Vorstandes aus und zeichnete in seiner Ansprache treffend Persönlichkeit, Wesen und Wirken des Jubilars. Er führte folgendes aus: „Der Glückwunsch, den ich Ihnen zur 25. Wiederkehr des Tages überbringe, da Sie das Amt eines Vorstehers in unserer Gemeinde übernommen haben, ist der Glückwunsch der ganzen Gemeinde. Die Gemeinde dankt Ihnen für das, was Sie seit 25 Jahren für sie getan haben, seit nahezu 20 Jahren davon als ihr Erster Vorsteher. Ihre Wirksamkeit vollzieht sich im Schoße des Vorstandes, in aller Stille. Nach außen haben Sie nie viel Aufhebens von sich gemacht, so wie das Ihre Art ist. Darum ist auch der Vorstand in der Lage, Ihre Arbeit an der Gemeinde zu würdigen, und deshalb hat sich heute der Vorstand versammelt, um Ihren Ehrentag festlich zu begehen, nachdem so viele Mühetage vorübergegangen sind, und so viele folgen werden. Der Erste Vorsteher ist das Haupt des Vorstandes, die anderen Vorsteher sind die Glieder. Der einzelne Vorsteher hat seinen bestimmten Aufgabenkreis. Der Leiter der Gemeinde aber überschaut das Ganze. Bei ihm laufen die Fäden zusammen, er knüpft sie zu schöner Ordnung. Sie verehrter Jubilar, besitzen in hohem Maße die Fähigkeit, ausgleichend zu wirken. Sie, verstehen es, unsere Beratungen so zu leiten, daß alle Widersprüche sich am Ende in Einmütigkeit lösen. Unsere Gemeinde hat das große Glück, daß sie einen Mann von hoher Bildung an ihrer Spitze hat. In der Geschichte unserer Stadt sind die Namen der Männer wohlbekannt, von denen Ihnen der Sinn für das Wahre, Gute und Schöne vererbt worden ist. Sind diese Werte heute für viele leerer Klang, in Ihnen sind sie lebendiges Wesen. Sie haben das Gut des Humanimus bewahrt und gehegt, und wir verspüren dies dankbar in der Art, wie Sie die Gemeinde leiten. Dadurch haben Sie unsere Gemeinde weit über den Rang einer Mittelgemeinde hinausgehoben. Mit dieser erlesenen Bildung verbindet sich in Ihnen zu schöner menschlicher Einheit: die jüdische Idee. 2 Ihr Wesen und Wirken ist durchdrungen von den Kräften unserer jüdischen Weltanschauung — edlen Menschentums, -Gerechtigkeit und Liebe — den Kräften der Bindung und der Ueberlieferung. In den ernsten Zeiten, die wir durchlebt haben und erleben, müssen wir Ihnen besonders für eine Ihrer liebenswürdigsten Eigenschaften Dank sagen, für den feinsinnigen Humor, der Sie in den schwierigsten Lagen nicht im Stiche laßt und so manches Schwere leichter macht. Nicht zuletzt, schulden wir Ihnen Dank für die Würde, Festigkeit und Unerschrockenheit, mit denen Sie die Gemeinde und ihren Anspruch iiach Innen und Außen vertreten, im engeren und weiteren Kreise. Wir haben gute Zeiten zusammen durchgemacht, wir haben schwere Zeiten miteinander erlebt. — Aus der Fülle des Vergangenen will ich hervorheben — Ihr verständnisvolles Wirken bei dem Bau unserer neuen Synagoge. Ich will hervorheben — Ihre reiche Arbeit in den Stürmen der Inflationszeit. Ich will anführen — Ihr Verständnis für die Wichtigkeit der Erfassung historischer Momente. Hierher gehört auch — Ihr Eifer und Ihre Mühe für alle Dinge der Zedokoh, ich nenne nur Ihr Mitwirken beim israelitischen Hilfsverein, beim Frauenstift und bei dem Aufbau der Wohlfahrtspflege in unserem jüdischen Kreis. Wie haben Sie sich bemüht — in den Fragen unseres Gemeindesriedhofs! Welche Summe von Arbeit liegt in dem Entwurf der Friedhossordnung und den Satzungen der Gemeinde und welcher Dank gebührt Ihrer Anregung zur Gründung eines Landesverbands der hessischen Judenheit und dessen Gestaltung. Ich wünsche Ihnen im Namen des Vorstandes der Gemeinde: es möchte Ihnen vergönnt sein, daß Sie noch recht lange an der Spitze unserer Gemeinde stehen und Ihres Amtes walten!" Hierauf nahm Herr Kommerzienrat Mayer das Wort und überbrachte die Glückwünsche der Israelitischen Religionsgemeinde Mainz sowie die herzlichsten Wünsche des Landesverbandes und dessen Dank an den Jubilar für seine Initiative bei der Gründung des Verbandes und die vielen wertvollen Dienste, die er ihm geleistet habe. Herr Justizrat Dr. Goldschmidt dankte mit bewegten Worten allen für die ihm zu teil gewordene Ehrung. Diese Stunden der Feier blieben ihm unvergeßlich und unauslöschlich das Gefühl des Dankes und der Verpflichtung gegen die Mitglieder des Vorstandes, gegen die Gemeinde und die jüdische Gemeinschaft. Bekanntmachung Bäder für Sonntage sind am Vorabend — und zwar gleich nach Ausgang des Sabbats — zu bestellen. Die Bestellung kann telephonisch erfolgen. Telephon Nr. 1675. Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Mainz. Israelitische Religionsgemeinde Mainz. Das 3. Ziel der Religionsgemeindesteuer für 1950 (Nj.) kann innerhalb einer Woche noch ohne Kosten entrichtet werden. Mainz, den 1. Dezember 1930. Kasse der israelitischen Religionsgemeinde Postscheck-Konto 6308 (Amt Frankfurt am Man:) Mitteilung Der Vorstand des Israel. Krankenpslegevereins der Frauen und Mädchen teilt seinen Mitgliedern mit, daß nach dem Ableben der Frau Leo Koch, Frau Moritz Vogel, Hindenburgstraße 22, das Amt der Krankenvorsteherin übernommen hat. Krankenscheine können bei ihr und bei Frau Julie Lazar, Rheinstraße 79, abgeholt werden. Beide Damen erteilen Auskunft über alle den Verein betreffenden Angelegenheiten. I. A.: Frau Bernhard Albert Mayer, Vorsitzende.

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