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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1930-10-01 · 10 (10.1930) · p. Seite 6

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
5 (1930)
Issue
10 (10.1930)
Date
1930-10-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Forscher wie als gütiger Mensch offenbar wurde. Seine Bedeutung als wissenschaftlicher Forscher kann nur von einem kleinen Kreise, von Fachgelehrten, gewürdigt werden, — denn cht jeder kann die Meerestiefe doch nur so weit messen als sein Senkblei reicht — diese haben ihm die höchsten Ehrungen erwiesen. Tiefe Dankbarkeit spendeten ihm feine zahlreichen Schüler, die er zum Forschen nach Wahrheit erzog und die er zwang, sich Rechenschaft abzulegen über Wahres und Falsches. Der gefeierte Meister verschmähte auch nicht die Worte des jüngsten Schülers, um zu erkennen, wie seine Gedanken und seine Wissenschaft in solchem Geiste sich widerspiegelte. Seine unermüdliche Schaffenskraft verließ ihn nicht bis wenige Tage vor seinem Tode, das geistige Auge war scharfblickend geblieben, als er das körperliche, die Sehkraft, fast verloren hatte. „Erst als er dem ermüdeten Körper Ruhe zu verschaffen versuchte, konnte der Todesengel die Seele entführen." Man kann im Zweifel fein, ob die Krone der Gelehrsamkeit oder die des edlen Mcnschtnms in hellerem Glanze leuchtete. Ein gütiger Mensch war er bei aller Strenge, die seine Berusspslicht ihm auferlegte, aber iinrner verband er sanfte Herzensgüte mit der Gerechtigkeit. Weit war sein Haus der Gastfreundschaft geöffnet; aus jeder Unterhaltung schöpfte man den Gewinn aii Lehren der Weisheit. Aber auch die gequälte Not brauchte vor den Pforten seines Hauses nicht Halt zu machen. Das einst so glückliche Familienleben wurde im letzten Jahrzehnt aufs schwerste erschüttert. Ihm sind im Tode vorausgegangen die hochgeschätzte Gattin, seine beiden Töchter und auch Enkelkinder. So trug das greise Haupt schließlich noch die Krone des Heldentums, des frommen' Dulders, der mit dem Psalmisten ausrusen konnte: „Wäre nicht die Lehre, die Wissenschaft mein Trost, ich wäre untergegangen in meinem Unglück". Ein wahrhaft Gerechter ist von uns genommen, einer von denen das Wort gilt: „Leid ist uns um die, die dahinschwinden, wenn ihresgleichen nur wenige gefunden werden." — Alsdann trat der zeitige Rektor der Landesuniversität, der mit einer ganzen Reihe von Professoren und Dozenten erschienen war, Prof. Dr. Eger, in Amtstracht an den Sarg, der unter der Fülle der kostbaren Blumenspenden fast verschwand, und gab in ergreifenden Worten der Trauer der hessischen Landcsuniversität um diesen bedeutenden Gelehrten Ausdruck. Mehr als 41 Jahre sei Moritz Pasch mit der Universität eng verbunden gewesen und nicht zum wenigsten habe seine Tätigkeit als Gelehrter und Forscher dazu beigetragen, das Ansehen der Alma Ludoviciana in Fer Welt zu erhöhen. Die Universität werde Moritz Pasch nie vergessen. — Hierauf ergriff der Dekan der philosophischen Fakultät, Pros. Dr. Vanselow, das Wort, um in tiefbewegten Worten die Bedeutung des Entschlafenen als Mann der Wissenschaft zu preisen. Nach ihm sprach noch der Dekan der naturwissenschaftlichen Fakultät zu Frankfurt. Er erinnerte daran, daß die beiden Universitäten Frankfurt und Freiburg Moritz Pasch zu seinem 80. Geburtstage durch die Ernennung zum Dr. h. c. geehrt hätten und hob hervor, welch ein inniges Verhältnis zwischen der Fakultät und Moritz Pasch bis m die letzten Monate hinein bestanden habe. Zum Schlüsse seiner ergreifenden Ansprache legte der Redner einen Kranz am Sarge nieder, dessen schwarzrotgoldene Schleife die Inschrift trug: „Dem Freunde, dem Vorbild!" Marx. Mainz. Am 8. September d. I. haben Sitzungen der Ritualkommission und' der Synagogenkommission der Gemeinde Mainz stattgefunden. Der Vorstand war am 19. August und 16. September d. I. zu Beratungen und Beschlußfassungen versammelt, lieber AQCI Vertretung 5£^5Ü_Werketätte Conslantin Creusen Telefon 300 Alzey Telefon 300 Betrieb: Wormserstr. 6 Ausstellungslokal: St.Georgenstr. 11 Central-Drogerie Caemmerer & Specht Bingen a. 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