Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 5 (1930)
- Issue
- 5 (5.1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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4)ie Unterstützungen an Wohlsahrtsanstalten und die Beiträge für Rabbiner- und Lehrer-Seminare, Ausbildungsanstalten, Erholungsheime usw. mußten wir im Vergleich zur Auszahlung des Vorjahres um 3300.— RM. kürzen. Das Mitteilungsblatt erbrachte uns für Inserate eine Mehreinnahme von zirka 500.— RM. gegen das Vorjahr, die Eingänge dürften sich noch um weitere zirka 1000.— RM. erhöhen. Nachdem jetzt mit einem Annoncenbüro ein Abschluß getätigt ist, hoffen wir jeden Zuschuß zu unserem Mitteilungsblatt vollständig beseitigen zu können, vielleicht auch aus den Inseraten einen kleinen Gewinn zu erzielen. Es dürfte dies zur Gesundung unseres Budgets beitragen; die hierdurch freiwerdenden Mittel werden für andere Zwecke unseres Verbandes Verwendung finden können. Das Lektorat Gießen hoffen wir jetzt erhalten zu können, nachdem uns von B'ne Brith Logen 250.— RM. zugingen, die dem Landesverband einen Teil des ihm vom Preußischen Landesverband nicht mehr bewilligten Zuschusses von 600.— RM. ersetzen. Hoffentlich werden die B'ne Brith Logen und Vereine der größeren Gemeinden des Landes uns in der.Erhaltung des Lektorats auch fernerhin und weitergehend unterstützen. Der Oberrat war im abgelausenen Jahr dreimal versammelt, durch Zirkularabstimmungen haben seine Mitglieder und besonders der Schulausschuß im ständigen Verkehr gestanden. Die Bearbeitung der im Laufe des Jahres eingelaufenen Korrespondenz, der gesamte Schriftverkehr, die notwendigen Vervielfältigungen zur ständigen Information der Oberratsmitglieder, die an die Gemeinden gerichteten verschiedenartigen Mahnungen — wobei erwähnt sei, daß es nicht wenige Gemeinden find, die sich bei jeder Gelegenheit mahnen lassen — all diese Korrespondenzen, die auf mindestens 3000 Schriftstücke geschätzt werden müssen, haben dem Büro in Mainz derartige Arbeit gemacht, daß es der Oberrat in seiner letzten Sitzung für richtig befunden hat, der Gemeinde Mainz für ihre mehrere 1000 RM. betragenden Ausgaben einen jährlichen Zuschuß von 600 — RM. zu leisten. Es fei hierbei erwähnt, daß anderseits die Beitragssumme der Gemeinde Mainz um 500.— RM. steigen wird. Die Anstellung von Wanderlehrern im Verband hat sich durchaus bewährt. Wie im Vorjahre waren in Starkenburg und in Rheinhessen je 2 Verbandsangestellte als Wanderlehrer tätig, die sämtlich eine große Anzahl Gemeinden betreut haben. Einer der Lehrer unterrichtete wöchentlich in 11 verschiedenen Gemeinden, ein Beweis wie zweckmäßig sich diese von uns getroffene Einrichtung erwiesen hat. Prüfungen, die von den Herren Rabbinern in Mainz und Worms vorgenommen worden sind, haben sehr befriedigende Ergebnisse gezeitigt. Für Oberhessen ist die Anstellung eines Wanderlehrers ebenfalls in die Wege geleitet. Was die Verbandsbeiträge betrifft, so kann ich mit Befriedigung seststellen, daß dieselben in die Höhe gegangen sind, doch muß ich zu meinem Bedauern erwähnen, daß m Starkenburg 10, in Oberhessen 9 und in Rheinhesien 10 Gemeinden bei Abschluß des Handbuches noch nicht einen Pfennig Beitrag geleistet hatten. Unter diesen Gemeinden befinden sich leistungsfähige Gemeinden, die teilweise sogar unsere Wanderlehrer in Anspruch genommen haben. Ich möchte hierzu besonders bemerken, daß jede dieser Gemeinden schon mindestens 5mal angemahnt worden ist, ohne daß unsere Mahnungen irgendwelchen Eindruck auf die für ihre Gemeinden sehr bewährten Vorsteher gemacht zu haben scheinen. Bei dem letzten Gemeindetag in Osfenbach ist angeregt worden an Stelle der Verbandsbeiträge eine unmittelbare Besteuerung der Gemeindemitglieder vorzunehmen. Wiewohl die gesetzliche Voraussetzung heute noch fehlt, kann mit Bestimmtheit gesagt werden, daß die Verteilung der Lasten bei einem solchen Verfahren kaum anders wäre als heute, denn die Hauptleistung für den Verband wird immer von einigen wenigen Städten erfolgen müssen. Die zu Ende des Vorjahres bereits ausgenommenen Kurse zur Ausbildung von Kantoren und Schächter sind im Laufe des Geschäftsjahres beendet worden. Der von uns namens der süddeutschen Landesverbände veranstaltete wissenschaftliche Kursus für Rabbiner wurde von einer großen Anzahl Teilnehmer besucht. Diese Veranstaltung hat allgemeinen Beifall gefunden und hat unserem Verband, was ich gerne mitteile, keinerlei Kosten verursacht. Durch das Entgegenkommen des Fürsten Psenburg- Wächtersbach haben wir den Friedhof auf der Ronneburg in Ordnung gebracht und stehen jetzt im Begriff denselben zu erwerben. Die vom Verband erworbenen Friedhöfe Heidesheim, Schwabenheim und Sörgenloch wurden vom ' Verband in Pflege gehalten. Leider haben wir auch dieses Jahr vom Hessischen Staat keinen Zuschuß erhalten, wir müssen uns gedulden, bis über den Rechtsanspruch der katholischen und evangelischen Kirchen an den Staat von einem zu bildenden Schiedsgericht entschieden ist. Aus dem Kulturfonds des Reiches für das besetzte Gebiet haben wir dieser Tage einen Zuschuß von 600 RM. erhalten. An Stipendien für Lehramtskandidaten haben wir 600.— RM. ausgegeben. Zu solchen Zwecken ist uns das Kapital des ehemaligen Seminaristen-Knterstützungs-Vereins im Werte vom 1000.— RM. angefallen. Was den Reichsverband betrifft, so haben die Arbeiten zur Begründung desselben keinen Fortgang genommen. In einer kürzlich stattgehabten Sitzung der Reichsarbeitsgemeinschaft wurde von Hessen für die ehemalige Samsonschule in Wolsenbüttel ein Betrag von 160— RM. angefordert und auch von uns zugestanden, während statt der von uns für das Gesamt-Archiv der deutschen Juden angeforderten 500.— RM. nur 200.— RM. bewilligt worden sind, da unsere Finanzen es nicht erlauben, Institutionen außerhalb Hessens über unsere Mittel zu unterstützen. II. Bericht über den am 27. April 1930 in Darmstadt stattgehabten 5. Gemeindetag des Landesverbandes der israelitischen Religtonsgemeinden Hessens. Anwesend waren 170 Herren. Unter denselben, neben den Kommerzienrat B. A. Mayer, Mainz, eröffnete als Ver- Vertretern fast sämtlicher Verbandsgemeinden, Freunde des Verbandsvorsitzender den 6. Gemeindetag und erteilt das Wort dem bands, sowie Angehörige der Gemeinden, deren Anschluß an den 1. Vorsitzenden der Israelitischen Religionsgemeinde Darmstadt, Verband noch nicht erfolgt ist. . Herrn Leopold Hachenburger, der Worte der Begrüßung an 2