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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1930-04-01 · 4 (4.1930) · p. Seite 10

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
5 (1930)
Issue
4 (4.1930)
Date
1930-04-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Mainzer Pädagogium Höhere Privatscliule Fernsprecher 3173 Vorbereitung zu allen Klassen der h5h. Schulen. Obersek, Prima und Abitur. Ostern und Herbst Abschlußprüfung; Stoff des früh. Einjähr.) an der eig. Schule. Versäumte Schuljahre weiden schnell und sicher nachgeholt. Auch für Damen und Volksschüler. Sprechzeit 12—V?2 Uhr. Diether von Isenburgstraße 13l/io an die Hauptversammlung hielt Herr Dozent Dr. I. Heinemann aus Breslau einen Vortrag über: „Die geschichtlichen Wurzeln des neuzeitlichen Humamtätsgedantens". Ter Vortragende gurg davon aus, daß die Idee der Humanität, deren Gelrung sich sür das 18. Jahrhundert von selbst verstand, inzwischen starke Anfechtungen erfahren hat. Insbesondere befürchte man von ihr eine Gefährdung der Willensstärke und der Hingabe an den näheren Pflichtenkreis. Der Redner zeigte, daß der Humanitätsgedanke im Altertum keineswegs, wie feine Gegner glauben, aus Kräften des Verfalls und der Zersetzung erwachsen ist, die ja auch heute zutage treten. Plato und Aristoteles vertreten den Gedanken der Menschheit, aber nicht den der Menschlichkeit; die Zyniker vertreten den Kosmopolitismus, geben aber die eigentümlichen Werte der meuschlicheii Kultur preis. Die Stoa verbiiidet Menschheits- und Menschlichkeitsgedanken, legt aber quieiistische Ergebung in den Naturlauf nahe. — In Israel erwuchs aus dem Glauben an den einen Gott die Idee der einen Menschheit; und da dieser eine Gott zugleich als Gott der Gerechtigkeit und der Liebe erkannt wurde, trilg der Menschheitsgedanke zugleich humane Züge. Die Ueberwindung der Schwierigkeit glückte hier leichter, da Unterordnung unter den Willen Gottes gefordert wurde, der nicht Ergebung, sondern gerechte Tat von uns verlangt. Daher sinddie Vertreter der Humanität im Judentum zugleich stärkste Willensmenschen gewesen. Die Ueberwiuduug des Gegensatzes von Partikularismus und Universalismus gelangt auf deni Wege, daß man an die Senduiig Israels glaubte; der Jude soll daher fernen Eigenwerten treu bleiben, um sie der Menschheit zu verkünden. Nicht; Philantropie, sondern. Mitgefühl (Beria) fordert der jüdische Humanuätsgedanke. Der Weltverband Schomre Schabbos hat die in feiner Kundgebung vom 16. Februar in Berlin einstimmig angenommene Resolution bezüglich der Frage der Katenderreforiu an das Generalsekretariat des Völkerbundes in ti)cnf weitergeleitet. Dieser Tage nun empfing der Vorsitzende des Weltverbandes, Tr. Samuel Grünberg, ein Schreiben von dem Leiter der Sektion für Handel und Verkehrswefeii, der bekanntlich das Spezialkomitee zum Studium der Kalenderreform augegliedert ist, des Inhalts, daß dieses Komitee im Falle einer neuen Prüfung dieser Frage der Resolution des Weltverbandes ernsthafteste Beachtung schenken werde. (Sako) (Aus der Sabbat-Korrespondenz, Nachrichtenblatt, herausgegeben vom Weltverband für Sabbatschutz „Schomre Schabbos") Die achtundzwanzigste Jahresversammlung des Hilfsvereins der Deutschen Juden fand in Berlin, Sonntag, den 30. März 1930, vormittags 11 Uhr, im „Hotel Kaiserhof" statt, lieber die Tätigkeit des Hilfsvereins im Jahre 1929 berichteten die Herren Dr. James Simon, Direktor M. Joachimsfolm und Generalsekretär Tr. M. Wischnitzer. Im Anschluß an die Jahresversammlung sprach Herr Dr. Ernst Feder, Berlin, über „Politik und Humanität". Bücherschau. Bloch, Ehajim: „Priester der Liebe." Tie Welt der Chnssidim. Amaltbea-Verlag Zürich, Leipzig, Wien. Geh. 6.— RM., gebunden 8.50 RM. Als Ergänzung zu seinem schon im Jahre 1920 erschienenen Werke „Die Gemeinde der Chassidim" legt der Verfasser in der vorliegenden Arbeit eine Sammlung chässidischer Geschichten vor, die in zahlreichen — heute teilweise schwer zugänglichen — Schriften verstreut und von denen viele Erzählungen bis heute nirgends, auch nicht in hebräisch-jiddischen Werken gedruckt worden sind. Der Herausgeber, der sein Buch den „Opfern des Haffes, den in den unruhigen Tagen des August 1929 auf den geweihten Gefilden Palästinas Gefallenen" widmet, erkennt ganz naturgemäß die großen Verdienste an, die Martin Buber sich um die Entdeckung der chassidischen Seele für den Europäer durch seine „Geschichten des R. Nachman", „Die Legende des Baal Schem", „Der große Maggid", „Das verborgene Licht" usw. erworben hat. Das vorliegende Buch kann als vortreffliche Ergänzung zu Bubers chassidifchen Schriften aufgefaßt werden, um so mehr, da auch Bloch in seiner Einleitung die Grundzüge des Chassidismus dem Außenstehenden darstellt, denen er später „Anmerkungen" und „Wortrrklärungen" zu den einzelnen Geschichten folgen läßt. Zu Mißverständnissen kann m. E. nur der eigenartige Titel des Buches „Priester der Liebe" führen; es wäre vielleicht besser gewesen, wenn der Verfasser in dieser Hinsicht Popper-Lynkeus nicht gefolgt wäre, der Vorschlag, die Sammlung so zu benennen. Von dieser kleinen, rein äußerlichen Ausstellung abgesehen, möchte ich dem Buche weite Verbreitung bei Juden und Nichtjudeu wünschen. Gar manches Vorurteil wird durch es behoben werden können. Auch der Religionslehrer kann diese Sammlung von ganz prachtvollen Erzählungen — gemeinsam mit Bubers Schriften — vortrefflich im Unterricht benutzen. Als kleine Probe für die tiefe Herzensfrömmigkeit und die hohe ethische Gesinnung, die in diesem Chassidismus steckt, sei folgende Erzählung angeführt, die überschrieben ist: „Feinde". „Von Rabbi Mose von'Sawrany wird berichtet: „Es war sein Brauch, an jedem Vorabend des Sabbat seine Kinder zu segnen. Eines Freitags — es war in den Tagen, da er den Verfolguiigen seitens der chassidischen Gegner ausgesetzt war, segnete er seinen Sohii mit folgenden Worten: „Es mögen an Dir in Erfüllung gehen alle Verwünschungen, die ich soeben gegen meine bittersten Gegner ausgefprocheii habe". Tr. P. Lazarus, Wiesbaden. Salten, Felix. Fünfzehn Hasen. Schicksale in Wald und Feld. Wien-Berlin. 1929. Paul Zsolnay. _ Wer am „Bambi" erfahren hat, wie Salten Natur und Geschöpf erlebt, der wird in den „Fünfzehn Hasen" dankbar wieder finden, was er als köstliches Geschenk schon einmal entgegennehmen durfte: das Hineintauchen in eine scheinbar andere Welt, das innig-heitere Verstehen-Wollen, das die sonst anerkannten Umhegungen still niederlegt. Da vergleiten die verschiedenen Artungen ineinander, und es breitet sich ein Ganzes hin: Mensch, Tier und Pflanze von der gleichen Sonne beglänzt, vom gleichen Sturm geschüttelt, bestimmt, die vom Schicksal zugemessenen Lebenstage zu durcheilen in Freude und Not vom rätselhaften Beginn bis zum geheimnisvollen Ende. Weißmann. Christiansen, Broder. Das Gesicht unserer Zeit. Buchenbach in Baden, 1929, Felsen-Verlag. Ein Mensch von bedeutendem Stilgefühl, d. h. von bedeutendem Lebensgefühl, sucht das rhythmische Gesetz des Ganzen. Er erkennt vier Stufen in jeder Entwicklungsepoche, und so iciü er die unsere in einen V-, einen G-, einen H- und einen M-^-lil; einen Stil von vorgestern, gestern, heute und morgen. Sieht also die heute Moderner Bürobedarf Löwenhofstrasse 9 Telefon 4185 Felix Friedlein Mainz Büromöbel Durchschreibebuchführungen Vervielfältigungen Handelsger, eingetr. Hausu. Grundstück-Makler Frauenlobstr. 29, Tel. 3086 Geschäfts-Verkäufe Vermietungen Gabriel Schmidt * Mainz Elektro-Installation Mainz Hintere Bleiche 43 Fernspr. 4704 Dreherei, Ankerwickelei, mechan. Werkstät e, elektr. Licht-, Kraftu Signal-Anlagen, Bau v. Empfangsanlagen f. d. Radio-Unterhaltungs- Rundfunk, Gasu Wasser-Install; t. Philipp Ebel Antonio Lianeras Inh.: Antonio Cardeil Südfrüchtedmport Tel. 3923 Mainz Tel. 3923 Schusterstrasse 54 Münsterplatz 10 Schöfferstrasse 6 Kunstgewerbl. 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