Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 5 (1930)
- Issue
- 4 (4.1930)
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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&r.Wxz\ fe*t.-.v ":'- •’ « SftgffSg ••i. stilgerechte Sachlichkeit als Folgeerscheinung von Impressionismus und Expressionismus und darüber hinaus als Vorstufe für den morgigen Stil an, von dem zu erwarten ist, daß er das Heute hinüberführen wird zu einem durchwärmteren farbigeren Morgen. Obgleich Cbr. die verschiedenen Stile für wertneutral erklärt, spürt man doch, daß seine Sympathien dem Stil von morgen gehören. Wohl ist in dem Stil von heute „Mut und Freude festzustellen und auszusprechen, was ist". Auch Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen fürs Wirkliche; „aber man schränkt die verantwortete Wirklichkeit ein auf das nächste, auf das diesseitigste. Man meint den Leib, nicht Seel und Sein. Man ist der Erde treu, aber erst nachdem man sie entgöttert hat." Diese Diesseitigkeit äußert sich auf allen Lebensgebieten: in der Art zu arbeiten und sich zu vergnügen, in der Art sich zu kleiden und zu wohnen, im Sport, in der Handschrift, in der Kunst, in der Formung der kameradschaftlichen und sonstigen Gemeinschaften — und daß wir so tief hindurchgehen durch diese Phase, das verbürgt ihren Wert als Vorstufe für Kommendes. Aus weiter, ernster Schau ist da eine Erkenntnis von außerordentlicher Intensität erwachsen, und wie sie vargeboten wird: wach, hell und konzentriert — wirkt sie lebendig wie dns Leben selbst. Weißmann. Drehfus, das in Kürze im Verlag Oesterheld & Co., Berlin W 15, erscheinende Buch Walter Steinthals, ist die überhaupt erste vollständige Darstellung der Affäre Dreyfus aus deutscher Feder. Zu seiner Schilderung dieses ungeheuersten und abenteuerlichsten Kriminalfalles aller Zeiten, dessen ^toff bis hinauf in die höchste und geheimste europäische Politik führt, hat dem Verfasser das gesamte zugängliche Aktenmaterial Deutschlands und Frankreichs als Unterlage gedient. Das Februarheft der MGWJ eröffnet ein ebenso lehrreicher wie gemeinverständlicher Aufsatz von A. Lewkowitz über neuere Schriften zur jüdischen Philosophie oer Neuzeit. Die Bilder Spinozas und Mendelssohns, an deren Erforschung der Verfasser selbst führenden Anteil genommen hat, treten deutlich vor das Auge des Lesers. Ueber die Palästinasehnsucht im Mittelalter berichtet H. I. Zimmels auf Grund von Quellen, die dem Laien unbekannt und selbst dem Historiker kaum vertraut sind. Aus einer Fülle religionsgesetzlicher Gutachten des Mittelalters, in welchem Pilgerfahrten nach dem Heiligen Lande, oder deren Pläne erwähnt werden, gelangt er zu dem Ergebnis, daß die Sehnsucht nach den heiligen Stätten und die Bereitschaft, die Mühseligkeiten und Gefahren der Reise zu überwinden, in jüdischen Kreisen außerordentlich groß war — während doch der Lare fast nur von christlichen Pilgerfahrten weiß. Ueber zahlreiche Erscheinungen auf dem Gebiete bet schönen Literatur berichtet Lotte Barschak in der gewohnten, feinsinnigen und sachkundigen Weife. Das Recht zu unentgeltlichem Bezug der Monatsschrift wird bekanntlich erworben durch den Beitritt zu der „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums"; die Mitgliedschaft kann durch Zahlung des Jahresbeitrags von 10.— RM. auf das Postscheckkonto der Gesellschaft (Berlin 7030, Paul Veit Simon) oder durch Meldung bei einem der Vertrauensmänner der Gesellschaft erworben werden; deren Namen sind auf jedem Heft der Monatsschrift aufgedruckt oder durch die Gesellschaft (Berlin-Schöneberg I) zu erfahren. Wie die Gesellschaft in dem genannten Heft der Monatsschrift bekanntgibt, stellt sie neu eintretenden Mitgliedern eine große Anzahl ihrer Veröffentlichungen aus früheren Jahren unentgeltlich zur Verfügung, natürlich nur, solange der Vorrat reicht. Baldiger Beitritt ist also dringend anzuraten. Mit dem Aprilheft beginnt der sechste Jahrgang des „Morgen". Raimund Eberhard, ein gläubiger Christ, erörtert die seelische und geschichtliche Bedeutung des Auszugs aus Aegypten in einer Abhandlung: „Gedanken zum Pessachfest". — Hans Driesch legt in seinem Aufsatz „Parapsychologische Hypothesen" die vielfältigen Möglichkeiten auf dem Gebiet der Parapsychologie dar. — Die in Heft 5 und 0 des 5. Jahrgangs begonnenen religiösen Zeitfragen werden in diesem Hefte von Emil Schorsch und Ernst Simon weitergeführt; und zwar die ländliche deutsche und die bäuerlich palästinensische Frömmigkeit. — Richard Wilhelm, der kürzlich heimgegangen, hat die Große Wissenschaft des Da Hüo übersetzt. Einige Abschnitte sind hier wiedergegeben und lassen die große Tiefe, das Ethos, des alten chinesischen Weifen ahnen. — Wie ein Märchen muten uns die Erzählungen Eecil Roths an, der die augenblicklich sich vollziehende Rückkehr der portugiesischen Maranuen — Nachkommen der im 15. Jahrhundert zwangsweise getauften Juden — schildert unter dem Titel: „Der Apostel der Marannen". — Gleich lebensnahe ist Birger Forells Arheit über Mahatma Gandhi, hesonders in dem Augenblick, da Gandhi erneut für sein Volk zu handeln beginnt. — Dem Sinn der Bundeslade, die einst die Bundestafeln im altisraelitifchen Heiligtum borg, geht Harrh Torczhner in „Das Geheimnis der Bundeslade" nach. — Von dem verewigten Franz Rosenzweig gelangt ein Essai „Vertauschte Fronten" zum Abdruck, dein er die zweite Auflage von Cohens „Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums" zugrunde legt. Neben kleineren Buchanzeigen hat noch Hermann Herrigel eingehend Kröners „Anarchie der Philosophie" und Ludwig Feuchtwanger Wilhelm von Scholz' „Der Weg nach Jlok" besprochen. Das Heft Nr. 182, Februar 1930, des Vereins zur Förderung ritueller Speisehauser ist soeben erschienen, worauf hiermit hingewiesen sei. Zur Umfrage der Tierschuhvereine vom Jahre 1927 von Dr. med. Jakob Levh, Berlin 1930. In einer kleinen als Nachwort geschriebenen Broschüre setzt sich der Verfasser der Schrift „Die Schächtfrage" mit dem Ergebnis einer Rundfrage auseinander, die im Jahre 1927 an eine ' Neuzeill. Gartengestaltung und > übernimmt FR. HUFNER TES0N . Wohnung Sömmeringsplatz 12 ' ,_, u- .j_<_„t_,ce Gärtnerei Hindenburgstraße 65 Kurfürstenstrasse 47 Annahme von Wäsche aller Art Gardinenspannerei Lieferung frei! Neuwäscherei Adler-Fahrräder Adler - Schreibmaschinen Nähmaschinen Aug. Günther MAINZ Neubrunnenstr. 9 Tel. 4854 Telefon 489 MailiZ Gegr. 1872 Anton Bernhart 6.m.b.H. Neulieferung, Reparaturen Wirkungsvolle Ladeneinrichtungen Umbauten und Modernisierungen für alle Branchen Spezialfabrik KARL BOHLAND / MAINZ Nur verl. Holzstrasse 33 Telefon 4288 Schäfer s Buy (Dainz 11 ^53993