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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1930-04-01 · 4 (4.1930) · p. Seite 8

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
5 (1930)
Issue
4 (4.1930)
Date
1930-04-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Rosei 5chwarzmann Mainz a. Rh. Bindenburgstrasse 5 Werkstätte Photographischer Bildnisse Telephon 1649 Geschäftszeit von 9—17 Uhr haben. Der Holzverein verteilte 300 Zentner Brennmaterialien. Außerdem wurden gemeinsam mit dem Frauenverein nachstehende Beträge bewilligt: für Unterstützungen und Witwcnhilfe 367,6.-) NM., Beitrag zu Kur- und Operationskosten 535,05 RM., Beiträge an Verbände und Organisationen der Wohlfahrtspflege 560 RM,. Beiträge zu den Unterhaltungskosten verschiedener Personen 1189 RM. Der Armenverein hat 461 Wanderarme abgefertigt, die insgesamt eine Unterstützung von ca. 1000 RM. erhielten. Der Gegenseitigkeitsverein übernimmt die gesamten Beerdigungskosten seiner Mitglieder. Es wurden im Jahre 1929 einschließlich der Wachgebühren ca. 1000 RM. ausgegebcn. Der Vorsitzende des Holzvereins, Herr Lehrer Ehrmann, ehrte das Andenken seines verstorbenen Ehrenvorsitzenden, Herrn Moritz Stahl, mit Worten hoher Anerkennung. An seiner Stelle wurde sein Schwiegersohn, Herr Hermann Strauß, in den Vorstand gewählt. Den Bericht der Arbeitsgemeinschaft erstattete dessen Geschäftsführer, Herr Lehrer Seelig, in welchem er besonders auf das gute Zusammenarbeiten mit der städtischen Wohlfahrtspflege^ hinwies. Hierauf fand der Erste Vorsteher der Gemeinde, Herr Ferdinand Krämer hohe Worte der Anerkennung für das Geleistete in der Wohlfahrtspflege. Der Dank galt auch dem Frauenverein, unter der bewäbrten Leitung von Frau Jenny Krämer. Jn^ vorgerückter Stunde schloß der Vorsitzende, Herr Siegfried Rothschild, die in allen Teilen harmonisch verlaufene Versammlung. Ober-Ramstadt. Als am Sonntag, den 9. März (9. Ador), der Tag ergraute und die helle Frühlingssonne ihre warmen Strahlen über Berg und Tal sandte und so den nahenden Frühling verkündete, da ahnten wir nicht, daß schon einige Stunden später tiefe Schatten über unsere Religionsgemeinde hereinbrechen würden. Es war um die 11. Vormittagsstunde als die schmerzliche Kunde durch die Reiben unserer jüdischen Mitbürger ging, daß unser Herr Gustav Muhr unerwartet und plötzlich von uns'gegangen sei. Nach wenigen Tagen Unpäßlichkeit hatte ein Herzschlag dem Leben dieses Mannes ein Ziel gesetzt. Wenige Tage nach Vollendung seines 71. Geburtstages ist er hinübergeschlummert. Was unsere kleine Gemeinde an diesem Manne verliert, vermögen wir heute noch nicht zu übersehen. Nahezu 30 Jahre hat er dem Gemeindevorstand angehört, davon über 2 Jahrzehnte als erster Vorsteher die Geschicke der Gemeinde gelenkt und geleitet. Seitdem unsere Gemeinde ohne Lehrer ist, übernahm er die Leitung des Gottesdienstes. Am Schabbos, an Fest- und Fasttagen bat er über 15 Jahre am gestanden und hat mit seinen wundervollen Melodien seine andächtigen Zuhörer ihrem Gotte näher gebracht. Immer allein und ohne jede Mithilfe, so noch am letzten Jom Kippur von Abend bis wieder Abend hat er allein seine heiligen Lob- und Bittgesänge zu den himmlischen Höhen erklingen lassen. Nicht unerwähnt wollen wir dabei lassen, daß die jüngere Generation unserer Gemeinde durch ihn ihre Barmizwoh erhielt, die er in selbstloser Weise dazu vorbereitete. Er war in seinem äußeren Leben ein einfacher schlichter Mann, der für jeden, der ihn in Freud und Leid um seinen Rat fragte, ein gutes Wort hatte. Am Dienstag, den 11. März (11. Ador), brachte man, was sterblich an diesem wackeren Manne war, zur ewigen Ruhe. Um 3412 Uhr war eine Trauerseier in der Synagoge. Dichtgefüllt war das schlichte Gotteshaus, von Juden und Nichtjuden, u. a. war anch Herr Bürgermeister Rückert von hier und viele andere Persönlichkeiten anwesend. Herr Kantor Hauser von Darmstadtsang zwei derii Ernst der Stunde entsprechende Gesänge. Dann sprach Herr Rabbiner Dr. Bienheim, Darmstadt, wundervolle Worte des Gedenkens für bcu Verewigten. Herr Kantor Hauser sprach noch niit bewegter Stimma das Kaddischgebet, und so hatte die eindrucksvolle Feier in der Synagoge ihr Ende gefunden. Am Trauerhause hielt dann Herr Rabbiner Dr. Bienheim eine eindrucksvolle Rede, woriu er besonders den Wert des Dahingeschiedeneii als Meiisch, als Vorsteher und als Vorbeter schilderte. Kein Auge blieb tränenleer, als Herr Rabbiner Dr. Bienheim so recht deii Verlust für unsere Gemeinde und das ganze Judentum betonte. Im Namen der Israelitischen Religionsgemeinde widmete Vorstandsmitglied Herr Abraham Wartensleben Worte des Abschiedes, des Dankes und des Gedenkens dem dahingeschiedenen Freund und Führer. Sodann setzte sich der schier endlose Trauerzug in Bewegung, um auf dem Verbandsfriedhof in Dieburg die sterblichen Reste dieses echt jüdischen Mannes der Erde zu übergeben. In unserer aller Herzen aber wird der Geist des Verewigten fortleben der Vergangenheit zur Erinnerung, der Gegenwart zur Pflicht, und der Zukunft zur Aneiferuug. Daß der Verstorbene auch stets um den konfessionellen Frieden in unserer Gemeinde besorgt war, bezeugt ein in herzlichen Worten gehaltenes Beileidsschreiben S. E. Herrn Pfarrer Nürnberger von hier, auch zugleich im Namen des Evangelischen Kirchenvorstandes. Staden. Herr Hermann Stern, dessen Bild wir untenstehend bringen, feiert am 7. April d. I. seinen 70. Geburtstag. Derselbe gehört schon eine lange Reihe von Jahren dem Vorstand der Religionsgemeinde Skaden-Stammheim an; auch versieht er bereits über 25 Jahre unentgeltlich das Amt eines Vorbeters. Er hat sich somit den Dank der Gemeindemitglieder wohl verdient. Wir gratulieren Herrn Stern recht herzlich und wünschen ihm weiter alles Gute. Schön möbl.Zimmer mit guter Pension an 1 oder 2 junge israelitische Herren per sofort zu vermieten Frau Wol! 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