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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1930-02-01 · 2 (2.1930) · p. Seite 4

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
5 (1930)
Issue
2 (2.1930)
Date
1930-02-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Aus unseren Verbandsgemeinden. Gießen. Bei der Vorstandswahl für die israelitische Religionsgemeinde wurde Herr Louis Markus, der das Amt des ersten Vorstandes schon seit fünf Jahren bekleidet, fast einstimmig wiedergewählt. Herr Markus ist auch der Vorstand der gesamten oberhessischen Landjudenschaft. Heldenbergen. Am 27. Januar, nachmittags bewegte sich ein Trauerzug in selten gesehenem Umfange durch unseren Ort zum jüdischen Friedhofe. Es galt, die sterblichen Ueberreste des ersten Vorstehers der hiesigen 'israelitischen Gemeinde, Herrn M a x S p e i e r , zur letzten Ruhestätte zu tragen. Nicht nur seine Angehörigen, sondern die ganze Kehilloh hat in dem Hinscheiden dieses im 67. Lebensjahre stehenden Mannes einen großen Verlust erlitten, und welcher Hochachtung und Wertschätzung sich der Verblichene bei der Mitwelt erfreute, bezeugte dw große Teilnahme bei seiner Beerdigung. Am Grabe entwarf Herr Provinzialrabbiner Dr. Hirschfeld, Gießen, in trefflichen Worten ein Lebensbild des Verstorbenen, ihn als Führer, Gatte, Vater, Jude, Mensch und Bürger zeichnend und der Trauer und des Schmerzes der ihres Führers beraubten Gemeinde Ausdruck gebend. Lehrer Höxter dankte dem Verblichenen für seine treuen Dienste. Möge Gott die trauernden Hinterbliebenen trösten. Heusenstamm (Kreis Offenbach). Der Vorstand der jüdischen Gemeinde hatte vereint mit dem Israelitischen Männer- und Frauenverein am 1. Januar I960 seine Mitglieder, männlichen und weiblichen Geschlechts, zu einer Ehanukkahfmer eingeladen, nachdem eine solche eine Reihe von Jahren ausgefallen war. Vorausgegangen war der Nachmittags- und Abendgottcsdienst m der Synagoge, welchen der 2. Vorstand und Vorsitzende des Münner- und Frauenvereins, Herr Eugen Ehrmann, abhielt. Anschließend begab man sich in einen festlichen Saal, wo fast sämtliche Mitglieder erschienen waren. Mit Entzünden der Ehanukkahlichter durch den 1. Vorstand der Svnagogen-Gemeiude, Herrn Moritz Frankfurter, und dem Absingen der Ehanukkah-Hymne wurde die Feier eingeleitet. Es folgten alsdann kleine Vorträge von kleinen und schulpflichtigen Kindern, die mit Beifall ausgenommen wurden. Alsdann ergriff Herr Eugen Ehrmann das Wort zu einem Vortrag über das Chanukkahfest, wobei er die heutige Zeit mit der damaligen Zeit verglich. Der Vortrag wurde von allen Anwesenden sehr gespannt verfolgt und mit großem Beifall ausgenommen. Während der Feier wurde Kaffee und Torte verabreicht. Es schlossen sich noch ^einige kleine humoristische und Gesangsstücke an. Nach Verrichten des Benschens war die Feier beendet und jeder Teilnehmer trennte sich von dieser Stätte mit dem Bewußtsein, daß auch kleine Gemeiridcn verstehen, Chanukkah- Feiern zu veranstalten. Lampertheim. Am 21. Januar feierte Frau Ferd. May Ww., umgeben von Kindern und Enkeln, in seltener Rüstigkeit ihren 80. Geburtstag. Unter den zahlreichen Gratulanten befanden sich auch die Spitzen der Ortsbehörde. Frau May ist die älteste Frau unserer Religionsgemeinde. lUE* mN» Np Mainz. Zu Sitzungen waren versammelt: Die Friedhofskommission am 19. Jan. d. I., die Ritualkommission am 22. Jan. und die Kommission für Erziehung und Bildungswesen am 30. Jan. d. I. Es sind hierbei laufende Angelegenheiten erledigt, dem Gemeindevorstand Wünsche zum Ausdruck gebracht und Anregungen gegeben worden. Der Vorstand hat sich am 30. Dezember, 22. Januar und 29. Januar zu Beschlußfassungen vereinigt. Gegenstand der Beratungen waren Anträge der Komissionen, Kaschruth- und Finanzangelegenheiten. In der Vorstandssitzung vom 29. Januar 4 d. I. ist das Begutachtungsprotokoll zur Gemeinderechnung für das Rechnungsjahr 1928 (1. 4. 1928 bis 31. 3. 1929) ausgefertigt worden. Der am Ende dieses Rechnungsjahres in der Betriebsrechnung vorhandene Rechnungsrest beträgt noch keine volle 10 °/0 der Summe aller Ausgaben, das bare Betriebskapital hat also die normale Höhe noch nicht erreicht. In der Vermögensrechnung sind die Kosten der Zentralheizung für das Friedhofsgebäude und die Gebühr des Architekten für den Anbau zum Friedhofsgebäude ausgäblich verrechnet. Diese Kosten, sowie die im Rechnungsjahr 1927 verausgabten Baukosten sind durch Aufnahme interner Anleihen gedeckt worden. Der vorhandene Rechnungsrest der Vermögensrechnung wird durch die notwendige Instandsetzung des Hauses Margarethengasse 1 und die Erneuerung der Badeanlage absorbiert werden. Stein-Bockenheim (Rheinhessen). Am 7.Februar d.J. vollendet Frau Jeanette Nachmann, geborene Frey, ihr 97. Lebensjahr. Geboren 1833 in Guntersblum, verheiratete sie sich in beit 00er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit dem in Rheinhessen noch in bester Erinnerung lebenden Mohel Herrn Josef Nachmann s. A. in Stein-Bockenheim. Sie lebt seit einigen Jahren bei ihrem Sohne in Wöllstein. Von ihren 6 Kindern leben noch vier, die sie alle zu guten Jehudim erzogen hat. Ihr Sohn, Herr Jsaac Nachmann in Stein-Bockenheim, ist ebenfalls Mohel und hält die Ideale des Elternhauses heilig. Frau Nachmanii erfreut sich noch der besten Rüstigkeit; sie liest noch die Tageszeitung und hört sehr gern den Rundfunk. Möge ihr ein glücklicher Lebensabend beschieden sein! Wir gratulieren und wünschen ihr ad meoh w’esrim schonoh! Worms. Zu einem ganz besonderen Freudentag für die Jugend hat der Gemeindevorstand das Chanukkahfest ausgestaltet. Seit einigen Jahren werden Festgottesdienste abgehalten, umrahmt von Predigt, Solo- und gemeinschaftlichen Gesängen. Anschließend daran erhalten alle Kinder neben Süßigkeiten, sinnige Geschenke von bleibendem Werte, die auch in weit späteren Jahren eine Erinnerung an die Gemeinde bilden und ihr ein Gedenken sichern. Es dürfte kaum ein jüdisches Kind in Worms sein, dem nicht durch diese Maßnahme Kenntnis und Bedeutung des Chanukkahfestes in das Herz gesenkt ist, und das sich nicht schon lange vorher auf die kommende Ueberraschung freut. Die Einrichtung zeitigt ferner nach einer anderen Seite hin gute Früchte. Die Kinder veranlassen nämlich die Eltern, mit zur Synagoge zu kommen, und deshalb ist an diesen Abenden stets ein überfülltes Gotteshaus zu verzeichnen. In diesem Jahre wurden gleichzeitig von einem Gemeindemitglied gestiftete silberne Kultgegenstände, — Kidduschbecher, B'somimbüchse und Hawdolohkerzenhalter — eingeweiht, die sich durch besondere, vom Schablonenhaften abweichende Formen und einheitliche Gestaltung auszeichneten. Hut Gaul Durchgehend geöffnet Damenhüte dauernd Eingang von Neuheiten Fabrikation, billigste Preise gute Bedienung, beste Qualitäten, Anfertigung

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