Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 5 (1930)
- Issue
- 1 (1.1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Notiz nehmen, so mutz es sich um einen Mann handeln, der mit uns irgendwie verbunden war. Und Clemens Schäfer, der vor kurzem einer Blinddarmoperation erlag, war ein solcher Mann. Nicht nur, datz er sein Handwerk wie selten einer verstand und betrieb, er war auch ein Künstler von hohem Nange. In unserer Gemeinde hat er nicht nur die Wohnräume zahlreicher Mitglieder mit individuellem Geschmack gestaltet, sondern auch das Innere unserer Synagoge und erst im letzten Jahre unsere Friedhofshalle in derart sachkundiger und künstlerischer Vollendung ausgemalt, daß jedermann, auch auswärtige Besucher, staunend vor der zarten und doch betonten Einfühlung in das jüdische Wesen erstaunt ist. Sein Hinscheiden bedeutet einen großen Verlust für unsere Stadt. , .. _; Zur Beachtung! Wir haben in diesen Blättern wiederholt gebeten, Listensammlungen nur nach vorherigem telephonischem Anruf bei uns zu unterstützen. Der Befolgung dieser Bitte durch ein Mitglied unserer Gemeinde ist es zu danken, datz ein Durchreisender, der Firmenstempel und Unterschriften einer ganzen Reihe hiesiger jüdischer Geschäfte gefälscht hatte, alsbald als Schwindler entlarvt werden konnte. Auf Grund dieses Vorkommnisses bitten wir die Mitglieder unserer Gemeinde erneut recht dringend, Unterstützungen an Durchreisende nur in Gestalt unserer Wohlfahrtsmarken zu geben. Da vor Einlösung dieser Marken die Personalien des Petenten geprüft werden, besteht die Gewähr, daß nur würdige Personen eine Unterstützung erhalten. Wohlfahrtsmarken zu 20 Pfg. und 50 Pfg. sind in unserer Geschäftsstelle, Hindenburgstratze 44, zu haben. Vorstand der Zentralwohlfahrtsstelle der israelitischen Religionsgemeinde Mainz. Zentralwohlfahrtsstelle der ifr. Religronsgemeinde Mainz. Nachstehendes Verzeichnis zeigt die Namen der Spender, die uns in der Zeit vom 25. Mai bis zum 31. Dez. 1929 mit Geld und Bekleidungsgegenständen beschenkt haben. Ihnen allen, besonders aber denjenigen, die uns mit Geldspenden bedachten, sei an dieser Stelle nochmals herzlicher Dank gesagt. Wir dürfen wohl hoffen und bitten, datz dieser Wohltätigkeitssinn, in Anbetracht des unmittelbar bevorstehenden Winters und des soeben begangenen Chanukkahfestes, in erhöhtem Matze sich weiterhin auswirken möge'. Abt, Berthold Wwe. Beckhardt, Karl Berney, Gustav Berney, Moritz Blum, Frl. Rosa Cahn-Richart, Carl Carsch, Adolf Deutsch, Jacob Deutsch, Sally Wwe. Deutsch, Stefan Feldheim, Geh. Komm.-Rat Witwe Frauenbund, Jüdischer Fröhlich, Manfred Ganz, Cäsar Gärtner, Willy Gebhardt, Ludwig Gebhardt, Hans Gerechter, David Goldschmidt, Ludwig Heinemann, Richard Hesdörfer, Sanitätsrat Wwe. Herrmann, Max Heymann, Carl Heymann-Levitta, Hermann Heymann, S., Löhne Hirsch, Max Horn, Robert Jacob, Max Jourdan, Frl. Rosa Kahn, Adolf, Lehrer Kaplan, Julius Kahn-Hut, Alfons Kahn, Max Kallmann, Dr., Rechtsanwalt Kaufmann, Hermann Kaufmann, Frl. Frreda Koch, Julius 1. Koch, Frl. Helene 6 Kameraden sehem. Ortsgruppe Mainz) Kranenberger, Dr. Fr ly Kranenberger, Theodor Lebrecht, Ferd. Wwe. Lebrecht, Willy Wwe. Lebrecht, Paul Wwe. Levi, Dr. ^., Rabbiner Lion, Michael Oskar Lion, Ludwig London, Max, Kantor Lorch Lebrecht, Edgar Löwenstein, Frl Jenny Marx, Heinr. Wwe. Marx, Moritz Wwe. Marxsohn, Gebrüder Marxsohn, Richard Mayer, B. A., Kommerzienrat Mayer, Ernst Metzger, Ferd. Wwe. Metzger, Jul., Sanitätsrat Witwe Memelsdorf, Justizrat Wwe. Nathan, Geschwister Neugarten, Max Neumann, Max Wwe Neumann, Otto, Rechtsanwalt Oppenheimer, Abraham, Kantor Oppenheimer, Jiac Wwe. Oppenheimer, Julius Wwe. Pintus, Willy Wwe. Rafaelsohn, Alfred Reiling, Hermann Rhenus-Loge Richart, Sacky, Komm.-Rat Rosenthal, Alex Selig, Siegfried Selig, Josef Siegfried Sichel, Eugen Sichel, Hermann Simon, Dr. Karl Simon, Max Simon, B., Gedern Süß, Hermann Schönberger, Eugen Schönberger, Frll Scheuer & Plaut Sternberg, Frl. Helene Strauß, Frl. Laura Stadt Mainz Vogel, Moritz Wallerstein, Dr. Sally Wantuch, Frl. Klara Waisenpflegeverein Weis, Bernhard, Bankdireltor Weißmann, Jos. Heinr. Wild, Wilhelm Wwe. Verbände und Vereine. Einer gemeinsamen Anregung des Jüdischen Friedensbundes und des Präsidiums des Allgemeinen Rabbinerverbandes in Deutschland folgend, haben anläßlich der Hohen Feiertage mehr als 150 Rabbiner in über hundert Gemeinden Deutschlands über die Friedensidee gepredigt und die tätige Förderung der jüdischen Friedensbewegung der Judenheit auf das wärmste empfohlen. In Berlin allein haben, mit den Vorsitzenden des Allgemeinen Rabbinerverbandes und des Verbandes Berliner Rabbiner, Dr. Baeck und Dr. Weiße an der Spitze, 35 Rabbiner zur Friedensidee Stellung genommen. Diese Kundgebung der deutschen Rabbinerkreise darf nach verschiedenen Richtungen hin als außerordentlich bedeutsame Erscheinung gewertet werden. Wenn die evangelische und katholische Geistlichkeit, früher von militaristischer Politik beeinflußt, ihren Weg zur religiösen Anschauung zurückgesunden hat, so haben sich nunmehr die Rabbiner ihrerseits mit aller Entschiedenheit aus den Boden der Friedensgebote der jüdischen Lehre gestellt. In vielen Zentren haben die Friedenspredigten einen ungewöhnlich starken Widerhall gefunden. Die Rabbiner wurden von verschiedenen Seiten eingeladen. Vorträge über die Friedensidee zu halten und Aufsätze über diesen Gegenstand zu veröffentlichen. In manchen Städten wurden die Predigten gedruckt und verbreitet. So hat diese kollektive Beschäftigung der geistlichen Führer der Judenheit mit dem Friedensgedanken das erfreuliche Ergebnis gezeigtigt, datz eine neue jüdische Friedensliteratur im Entstehen begriffen ist. Viele von den Friedenspredrgten waren kleine wissenschaftliche Abhandlungen. Die Verfasser haben nicht nur wenig bekannte, tiefsinnige Aussprüche rabbinischer Größen der vergangenen Jahrhunderte aus dem Schatz ihrer Kenntnisse hervorgeholt, sondern auch selbst manchen unserer Zeit angepatzten geistvollen Gedanken über das Friedensproblem formuliert, der vielleicht von späteren Geschlechtern zitiert werden wird. Parallel mit dem Auftreten der liberalen Rabbiner für den Frieden erfolgte eine bedeutsame Kundgebung der orthodoxen Judenheit für die neue religiöse Friedensbewegung. Führende Persönlichkeiten der Orthodoxie, wie Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, Jakob Rosenheim, Frankfurt a. M., Rabbiner Dr. Auerbach, Halberstadt, Oberrabbiner Dr. Schreiber, Hamburg, Rabbiner I. M. Lewin, Warschau, Rabbi Grodsensky, Wilna, Oberrabbiner Lewin, Rzeszow u. a., werden vom Jüdischen Friedensbund in bezug auf die Entwicklung der interkonfessionellen und jüdischen Friedensbestrebungen auf dem Laufenden gehalten. Anläßlich der Wiener Tagung im Sept. 1929 hat nun die Kenefsio-Gedaulo der Weltorganisation der Agudas- Jisrael nachstehende Resolution gefaßt: „Erfüllt von dem Bewußtsein, daß die Propheten Israels im Namen Gottes den Vvlkerfrieden als ein Kennzeichen messianischer Zeiten kündeten, begrüßt die K. G. mit Freude die Bestrebungen der „Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Frieden", sich für die Erreichung wahren, dauernden Friedens unter den Völkern einzusetzen." Jüdischer Frauenbund Mainz. Frau Paula O l l e n d o r f, Breslau, hält am Donnerstag, den 9. Januar 1930, einen Vortrag über „Die Stellung der jüdischen Frau zum Weltgeschehen". Gäste, auch Herren, willkommen. Der Vorstand. „Und den Juden ward Licht und Freude." Mitten im düsteren, kalten Winter sollen die Lichtlein brennen, sollen angezündet werden zur Erinnerung an jene große Heldenzeit der Makkabäer, zur Ermahnung für unsere Zeit, allen Feindseligkeiten als Helden zu begegnen. Es werden viele sagen: „Ach, die Hauptsache ist, daß wir die Lichtlein entzünden und wenn ein armseliges Holzscheit als Menorah dienen soll." Sie haben nicht unrecht. Und doch, wie ganz anders leuchten die Lichter im schönen Rahmen! Das Kunstgewerbe der letzten Jahrzehnte hat