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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1929-10-01 · 10 (10.1929) · p. Seite 7

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
4 (1929)
Issue
10 (10.1929)
Date
1929-10-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Darmstadt. Gebetzeiten für die hohen Feiertage: Neujahrsfest. Vorabend: 6,45 Uhr, 1. Tag: 7,45 Uhr, Predigt 9,15 Uhr, abends 6,40 Uhr; 2. Tag: 7,45 Uhr, Predigt 9,15 Uhr, abends 6,40 Uhr. Versöhnungstag. Vorabend: 5,45 Uhr; vormittags 7,45 Uhr, Predigt 10,45 Uhr, N'ilah: 4,15 Uhr, Ausgang 6,18 Uhr. Lampertheim. In der benachbarten Verbandsgemeinde Bürstadt feierte am 18. September Fräulein Jeanette S i m o n den 91 Geburtstag im Haufe ihrer Verwandten. Die Greisin erfreut sich einer seltenen körperlichen und geistigen Rüstigkeit und ist noch täglich fleißig im Haushalt tätig. Offenbach. Der Direktorposten am hiesigen Lyzeum soll demnächst wieder besetzt werden. Unter den drei Kandidaten, die die höchste Stimmenzahl (je 13) der in Betracht kommenden Körperschaften auf sich vereinigt haben, befindet sich auch Frl. Dr. Lucie I a c o b i, Studienrätin an genannter Anstalt. Frl. Dr. Jaeobi hat sich um fragliche Stelle nicht selbst beworben, sondern ist hierfür von den Frauenvereinen Offenbachs vorgeschlagen worden. Die Entscheidung der obersten Schulbehörde steht noch aus. Offenbach. Am 15. d. M. konnte Frau Adolf Rothschild Witwe, und am 18. d. M. Frau Grünewald, Hospitalstr. 1, ihren 70. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische begehen. , Rüsselsheim. Am Sonntag, den 1. September d. I. konnte die hiesige israelitische Religionsgemeinde die Wiederweihe ihrer renovierten Synagoge begehen. Die an Mitgliedern sehr kleine und nicht finanzkräftige Gemeinde hat die notwendigen Mittel durch eine Stiftung des Hauses Adam Opel erhalten. Auch die Feier legte Zeugnis davon ab, daß in Rüsselsheim die verschiedenen Bevölkerungskreise und Bekenntnisse einträchtig miteinander leben: Vertreter des Gemeinderates, des Ortsschülvorstandes, des evangelischen und katholischen Kirchenvorstandes und der Lehrerschaft nahmen persönlich an der Feier teil. In Zuschriften hatten ihre Glückwünsche bekundet Herr Minister für Arbeit und Wirtschaft, A. Korell, namens der Staatsregierung, Herr Bürgermeister Müller namens der Stadtverwaltung, Herr Pfarrer Jung und Herr Pfarrassistent Kempf namens der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden und Herr Rektor Helfenstein namens der Volksschule. Nach dem Einzug der Thorarollen, die von den Vorstandsmitgliedern getragen wurden, leitete Herr Lehrer Stern durch liturgische Gesänge, Psalmen und Gebet die Feier ein. Herr Kaufmann Mayer, als Vorsteher, begrüßte die zur Weihefeier erschienenen Männer und Frauen. Alsdann hielt Herr Kreisrabbiner Dr. Bienheim, Darmstadt, die Weiherede, in deren Verlauf auch die dem Andenken der im Kriege gefallenen Gemeindemitglieder gewidmete Gedenktafel enthüllt wurde. Herr Kommerzienrat Kronenberger, Mainz, überbrachte Grüße und Glückwünsche des Landesverbandes der israelitischen Neligionsgemeinden Hessens. Herr Rabbiner Dr. Levi, Mainz, bekundete seine Anteilnahme durch Wünsche für das fynagogale und häusliche Leben in einer kurzen Ansprache. Herr Lehrer Rothschild, Groß-Gerau dankte namens des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten für die den Gefallenen zuteil gewordene Ehrung. Mit dem Minchah-Gebet schloß diese Feier, zu welcher Glaubensgenossen in größerer Zahl auch aus der Umgebung sich eingefunden hatten. Treis an der Lumda (bei Gießen). Am 13. und 14. September beging die Gemeinde Treis festlich das 100jährige Bestehen ihrer Synagoge. Man könnte keiner Landgemeinde eine schönere Synagoge wünschen. Ein schönes Zeichen konfessioneller Eintracht war es, als man am Freitag nachmittag zur Einweihungsfeier den evangelischen Ortspfarrer, sowie den Bürgermeister und einige Gemeinderatsmitglieder die Synagoge betreten sah. Nach musikalischen Darbietungen der Herren Kantor I. Marx und A. Kasten (Gießen) ergriff Herr Provinzialrabbiner Dr. Sander (Gießen) das Wort zu einer kurzen Festrede, in der er auf Wert und Würde eines Gotteshauses hinwies. Der Vorsteher der Gemeinde, Herr Levi W e tz st e i n , ein Urenkel von dem verdienstvollen Manus Wetz stein, der nach noch vorhandenen kurhessischen Akten im Kreisamt Gießen den Shnagogenbau vor 100 Jahren mit aller Energie als damaliger Vorsteher bewirkt hatte, sprach für die Religionsgemeinde. Er dankte für die Opferwilligkeit der Gemeindemitglieder und für die künstlerische Ausstattung der Synagoge durch die Baufachleute. Bei dem Festgottesdienst am Sabbatmorgen knüpfte Rabbiner Dr. Sander in feiner Festpredigt an den Inhalt der vorher verlesenen Thoraabschnitte an. Grade aus diesen Kapiteln des fünften Buches Moses geht die für das biblische Judentum so einzigartig dastehende wertvolle soziale Einstellung des Einzelnen zur Gemeinschaft hervor. In diesem Zusammenhang ergab es sich von selbst, von der Notwendigkeit einer größeren Verbundenheit unter den Juden zu sprechen und die Gemeindemitglieder so mittelbar auf die jüngste gemeinsame Errungenschaft, wie sie im „Hessischen Landesverband der jüdischen Gemeinden" sich darbietet, hinzuweisen. — Mit dem Festgottesdienst waren die Einweihungsfeierlichkeiten noch nicht beendet. Nach Sabbatausgang fand ein großer Festabend statt, der viele Juden der Umgebung noch einige vergnügte Stunden verbringen ließ. Mainzer Pädagogium Höhere Privatscliule Fernsprecher 3173 Vorbereitung zu allen Klassen der höh. Schulen. Obersek, Prima und Abitur. Ostern und Herbst Abschlußprüfung: Stoff des früh. Einjähr.) an der eig. Schule. Versäumte Schuljahre weiden schnell und sicher nachgeholt. Auch für Damen und Volksschüler- Sprechzeit 12—7*2 Uhr. Diether von Isenburgstraße 137io Warnung an die Mitglieder der israelitischen Religtonsgemeinde Mainz! Immer wieder tauchen in unserer Gemeinde auswärtige Listensammler aus, welche es versuchen, und teilweise auch verstehen, namhafte Geldbeträge für zum Teil recht sernliegende Zwecke aus unserer Gemeinde fortzutragen. Die wirtschaftliche Lage, wie auch die Rücksicht auf wahre Wohltätigkeit, erfordern aber dringendst, mit den beschränkten Geldmitteln unserer Gemeinde sparsam umzugehen. Wir bitten deshalb wiederholt, solchen Listensammlern, auch wenn sie mit den besten Ausweisen versehen sind, keine Beträge auszuhändigen, sie vielmehr an unsere Geschäftsstelle, Hindenburgstraße 44, Telephon Nr. 737, zu verweisen, wo alle Bittgesuche gewissenhaft geprüft und im Rahmen des Möglichen berücksichtigt werden. Zentralwohlfahrtsstelle der israelitischen Religionsgemeinde Mainz. Vücherschau. Zu Moses Mendelssohns 200. Geburtstag. Dem Verzeichnis der Moses-Mendelssohn-Literatur, welches wir in unserer Septembernummer brachten, haben wir hinzuzusügen, daß die C.-V.- Zeitung, das Organ des Eentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, eine reichausgestattete, mit Illustrationen versehene Mendelssohn-Sondernummer (8. Jahrgang, Nr. 35) herausgebracht hat, mit Beiträgen von Fritz Bamberger, Gustav Boeß, Fritz Engel, Herbert Eulenberg, Fritz Friedlaender, Leo Hirsch, Ludwig Holländer, Benno Jacob, Hugo Lachmanski, Heinrich Levy, Jakob Seifensieder, Heinemann Stern, Selnta Stern-Täubler, Siegfried Weinberg, Paul Wiegier, Eugen Wölbe. Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser hat als Nr. 180 des 29. Jahrgangs ein neues Verzeichnis der rituellen Speisehäuser und Hotel-Restaurants herausgebracht. Fischer, Edmund (Chemnitz), Kinderträume, eine psychologischpädagogische Studie. Verlag Julius Püttmann, Stuttgart, 1928. Als Band 19 und Band Ü0 der Schriften zur ^eelensorschung (herausgegeben von Dr. med. Karl Schneider, Arnsdorf, Sa.) sind diese Untersuchungen erschienen (je 64 Seiten RM. 2.50 und RM. 2.26). Der Zweck dieser Studien über die Kinderträume besteht darin: Aus einer systematisch gesammelten Menge von Kinderträumen an der" Hand zahlreicher Einzelbeispiele einen Ueberblick über Art und Umfang des Kindertraumlebcns zu gewinnen, dann aus dieser Beschreibung von Einzelsällen den Traum auf seinen psychologischen Wert als Aeußerung des kindlichen Seelenlebens zu untersuchen und die pädagogische Auswertungsmöglichkeit des kindlichen Traumlebens festzustellen. Von den Ergebnissen dieser Untersuchung über das Traumleben des Kindes lassen sich schließlich Verbindungen zum Traumleben der Erwachsenen Herstellen. Der Verfasser hat in seiner Untersuchungsmethode sorgfältig und mit bewußter Ausscheidung zahlreicher Fehler- und Gefahrenquellen den wissenschaftlichen Weg der Einzelforschung eingeschlagen und hat sich durch das beigebrachte Material sowie dessen Auswertung Verdienste erworben. Die Abhandlung verdient die Beachtung der Eltern und Erzieher. Fischer, Edmund, Der religiöse Komplex im Kindertraum, Beitrag zur Religionspshchologie des Kindes, Verlag Julius Püttmann, Stuttgart, 1929, 73 Seiten, Preis brosch. RM. 2.50. Im Stofflichen ist diese Arbeit des Verfassers der vorgenannten „Kinderträume" eine Begrenzung, in der Methode eine Intensivierung. Nach einer Einleitung über Kinder-, träum- .und religionspsychologische Grundlegung des Problems und methodologischen Bemerkungen bringt der Verfasser in einer Gruppierung der religiösen Kindertraum o b j e k t e zunächst zahlreiches Fällematerial und weist dann die Abhängigkeit des religiösen Vorstellungsinhaltes der Kin- 7

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